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Renten: Erneuter Ausverkauf lässt Bund-Rendite auf ein Prozent steigen
11.06.15 13:11
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die "griechische Tragödie" ähnelt inzwischen einer Seifenoper, die niemals zu enden scheint, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Aber irgendwann müsse mal Schluss sein und dieser Zeitpunkt rücke immer näher. Woche für Woche werde - wie auch am gestrigen Abend - nach einer Lösung für dieses Problem gesucht. Doch einig sei man sich noch immer nicht geworden. Alle Anstrengungen zur Heilung des griechischen Patienten seien bisher fehlgeschlagen. Gelungen sei lediglich die Stabilisierung der Bankenlandschaften in Griechenland und dem restlichen Europa, die unter den Folgen der Zahlungsunfähigkeit Griechenlands gelitten hätten. Doch geholfen habe das dem "kleinen Mann" in keinster Art und Weise.
Somit habe der Großteil der Bevölkerung Griechenlands nicht von den Hilfsgeldern profitiert und sogar noch weitere Einschnitte hinnehmen müssen. Ganz nach dem Motto: "Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen" sei in der Vergangenheit Politik gemacht worden, was schließlich auch zum politischen Wechsel geführt habe. Dieser sei zwar vollzogen worden, aber an die Bekämpfung des Grundübels traue sich auch die neue Regierung nicht heran, weshalb die Stimmung erneut zu kippen drohe. Denn die Privilegien der Reichen würden nicht angetastet, was für eine linksorientierte Partei sehr ungewöhnlich sei.
Sich jetzt zu beschweren, dass die Staatengemeinschaft in den vergangenen Jahren der damaligen Regierung Mittel zur Verfügung gestellt habe, die der Gesundung des Patienten nicht dienlich gewesen seien, könne so nicht unkommentiert stehen bleiben. Zum damaligen Zeitpunkt sei der Druck der Bevölkerung in Griechenland so groß gewesen, dass ein Bürgerkrieg gedroht habe und sich die europäischen Partner zu der finanziellen Hilfe genötigt gesehen hätten.
Das Geld sei den vom griechischen Volk gewählten Volksvertretern zur Verfügung gestellt worden, die eine Verteilung nach ihrem persönlichen Gusto vorgenommen hätten. Doch dafür könne man nicht die Politiker der EU verantwortlich machen, die sich nicht in die Aufteilung der Gelder eingemischt hätten. Wäre das passiert und man hätte einen von vielen Seiten geforderten Statthalter inthronisiert, dann wäre der Aufschrei der Bevölkerung Griechenlands sicherlich noch heute zu hören.
Mit konventionellen Behandlungsmethoden werde man im Fall Athen nicht weiterkommen und daher gelte: "Its time to say Goodbye". Denn jede noch so publikumswirksam präsentierte Lösung werde nur für kurze Zeit die Symptome mildern, aber keine nachhaltige Gesundung bringen.
Im wer weiß wievielten Anlauf des Ringens um eine Lösung der Griechenland-Krise hätten Kanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef François Hollande gestern den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras in Brüssel getroffen. Die Regierung in Athen habe noch in der Nacht zum Dienstag neue Reformvorschläge vorgelegt, die jedoch in Brüssel als nicht ausreichend angesehen worden seien. So habe auch der Vorsitzende der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, Erwartungen auf eine rasche Einigung mit Athen gedämpft.
Der zur Schau getragene Optimismus der Griechen sei "eine Unterschätzung der Komplexität dessen was von ihnen erwartet wird", habe er gesagt und indessen von Athen eine Reform des Rentensystems gefordert. Eine Verständigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern sei "in den kommenden Tagen" zwar möglich, habe der EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis gesagt, aber dies erfordere "wirklich politischen Willen, vor allem von der griechischen Seite - also weniger taktisches Manövrieren und mehr substanzielle Arbeit." Zentrale Fragen seien demnach weiter strittig. Das klinge wie ein weiteres Kapitel aus der "unendlichen Geschichte".
Am Rentenmarkt sei am Mittwoch ein erneuter Ausverkauf bei Bundesanleihen zu beobachten gewesen. Damit sei die Talfahrt der Kurse und im Gegenzug der Anstieg der Renditen weiter gegangen. So sei die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen erstmals seit September 2014 wieder über die Marke von 1,0% gestiegen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future sei parallel dazu bis auf 148,23% gefallen, nachdem er Mitte April noch über 160% notiert habe.
Die Erklärungsmodelle für diese Marktbewegung seien vielfältig und würden von dem zarten Pflänzchen Inflation über Kommentare führender Notenbanker zur künftigen Volatilität an den Rentenmärkten, bis hin zur allgemeinen Nervosität wegen der ungelösten griechischen Schuldenkrise und der Unsicherheit bezüglich der weiteren US-Geldpolitik reichen.
Doch solche Marktbewegungen, die an Bungee-Jumping erinnern würden, würden keine Ausnahmen, sondern zukünftig Wegbegleiter der Börsianer bleiben. Doch mit einer Rückkehr zu früher üblichen Zinsniveaus, die sich kein Staat mehr leisten könne, sei nicht zu rechnen. Hierbei wäre der Wunsch der Vater des Gedankens!
Fernost, insbesondere China, werde für manche westlichen Investoren und Banken immer attraktiver. So wolle Peking mit einer weiteren Öffnung seines Kapitalmarkts ausländischen Anlegern Engagements in China schmackhaft machen. Außerdem würden die niedrigeren Regulierungsstandards in Fernost die ein oder andere europäische Bank mit einem Umzug nach Asien liebäugeln lassen.
Bereits im Mai habe die People's Bank of China den Ausleihungssatz für einjährige Kredite um 0,25 Prozentpunkte auf 5,1% und den Einlagensatz ebenfalls um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25% reduziert. Diese expansive Geldpolitik habe zu einer Aktienblase geführt, die westliche Investoren angelockt habe. Im Zuge der Liberalisierung des Kapitalmarktes sei dies von Peking auch so gewünscht. Denn nur so könne der Yuan Mitglied des SZR-Währungskorbs werden. Doch nicht nur spekulativ eingestellte westliche Investoren würden verstärkt den Blick nach China und Asien richten.
Auch westliche Banken würden sich nach Fernost orientieren. So erwäge die traditionell in Asien stark vertretene europäische Großbank HSBC, ihren Hauptsitz von London nach Asien zu verlegen. Ende des Jahres sollten die Aktionäre entscheiden, ob das Institut eventuell nach Hongkong umziehen solle. Unter anderem würden bei der Entscheidung das britische Steuersystem, die Bankenregulierung, die Fähigkeit, Top-Talente rekrutieren zu können, sowie die möglichen Folgen des bis Ende 2017 geplanten EU-Referendums eine Rolle spielen. Die Verlegung des Hauptsitzes wäre damit ein politisches Signal.
Die Bank, die derzeit einen massiven Belegschaftsabbau in Höhe von 50.000 Stellen plane, kritisiere seit Langem die wachsenden Kosten der Regulierung durch britische und europäische Behörden. Besonders die 2011 eingeführte Bankenabgabe, mit der die Institute an den durch die Finanzkrise entstandenen Kosten für die öffentlichen Haushalte beteiligt würden, stoße der HSBC sauer auf.
Dabei treffe es keinen Unschuldigen. So habe die HSBC allein zwischen 2010 und 2014 rund 8,9 Mrd. GBP für Strafen und Rücklagen zur Seite gelegt. Auch die Trennung von Privatkundengeschäft und Investment-Banking, die britische Banken bis 2019 vollzogen haben müssten, passe der HSBC nicht. Dabei sei die HSBC nicht die einzige Bank, die einen Umzug nach Asien erwäge. Auch die Standard Chartered, die ebenfalls in London sitze, hege solche Gedanken und habe den Stadtstaat Singapur als neue Heimat ins Auge gefasst.
Dass sich China am Kapitalmarkt freischwimmen wolle, darauf deute auch die Absicht Pekings hin, die Finanzplattform China Business News als einen direkten Konkurrenten zu Bloomberg aufbauen zu wollen. Der Internet-Riese Alibaba habe dafür bereits knapp 200 Mio. USD in das Projekt gesteckt. Geplant sei, dass sich China Business News künftig vor allem als Informationsplattform für Unternehmen und nicht für reine Investmentgesellschaften positioniere.
PIMCO heize die Spekulationen um eine frühe Zinsanhebung in den USA an. So habe die Allianz-Fondstochter im Mai massiv US-Staatsanleihen auf den Markt geworfen. Der Fonds PIMCO Total Return habe nach eigenen Angaben in dem Monat seinen Anteil an amerikanischen Staatsbonds im Portfolio deutlich von 23,4 auf 8,5% reduziert. Damit gehe PIMCO offenbar von schon bald steigenden Zinsen in den USA aus.
Bereits seit einiger Zeit erwarte eine Vielzahl von Investoren, dass die US-Notenbank FED schon bald den Leitzins wieder anheben und damit eine lang andauernde Phase der Nullzinspolitik beenden werde. Damit würden die Kurse der bereits emittierten US-Treasuries sinken. Doch in der Finanzwelt würden sich noch die Geister ob des richtigen Zeitpunktes scheiden.
Das konjunkturelle Stimmungsbild sei nicht eindeutig und somit könne sowohl die Gruppe der Befürworter als auch die der Gegner auf entsprechende Daten verweisen. Die Diskussion über den rechten Zeitpunkt sei also noch lange nicht zu Ende. Ob es sich bei der Marktpositionierung von PIMCO um die letzte Chance handele, das ramponierte Image aufzubessern, könne nicht ausgeschlossen werden. Denn innerhalb der vergangenen zwei Jahre sei das zu verwaltende Vermögen von fast 300 Mrd. USD auf ca. 107 Mrd. USD abgeschmolzen. Ein Erfolg müsse also her, um mal wieder positive Schlagzeilen zu machen.
Ob sich die FED unter ihrer Chefin Janet Yellen von solchen Statements beeinflussen lasse und tatsächlich zu diesem Schritt entschließen werde, sei aber nicht sicher. Just vergangene Woche habe der Internationale Währungsfonds (IWF) die Notenbank noch davor gewarnt und zugleich appelliert, eine eventuelle Erhöhung des Leitzinses auf 2016 zu verschieben. Zu groß sei das Risiko, die globale Wirtschaft mit einer vorzeitigen Anhebung in Turbulenzen zu bringen, hätten die IWF-Experten gemeint.
Die wichtigsten europäischen Geldhäuser müssten sich 2016 wieder einer Prüfung unterziehen. So plane die Europäische Zentralbank (EZB), die aktuell 123 Institute beaufsichtige, für das kommende Jahr erneut einen allgemeinen, öffentlichen Stresstest durchzuführen. Dies erscheine notwendig, obwohl es ständig kleinere Tests gebe, bei denen bestimmte Banken-Risiken unter die Lupe genommen würden.
Müssten sich vor allem die griechischen Banken, die seit gestern sogar auf 83 Mrd. EUR (+2,3 Mrd. EUR) als ELA-Notkredite zurückgreifen könnten, vor der neuen Überprüfung fürchten? Nicht unbedingt, denn die Chefin der neuen europäischen Bankenaufsicht, die Französin Danièle Nouy, sage für manche etwas überraschend, dass die griechischen Banken trotz der Kapitalflucht und der teureren ELA-Notkredite seitens der Athener Zentralbank solvent und liquide seien.
Die griechischen Aufseher hätten in ihren Augen in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet, um den Finanzsektor zu rekapitalisieren und zu restrukturieren. "Das hat auch das Ergebnis unseres Stresstests gezeigt", habe Nouy der "Welt am Sonntag" gesagt. Schwierige Phasen habe es für die griechischen Institute schon in der Vergangenheit gegeben. Aber nie zuvor seien sie so gut dafür gerüstet gewesen. Die Botschaft höre man wohl, aber man wolle nicht so recht dran glauben.
Verursacht durch den Renditeanstieg bei deutschen Bundesanleihen seit Ende Mai würden sich viele Unternehmen verhalten und abwartend bezüglich ihrer Mittelaufnahme an den Kapitalmärkten zeigen. Doch in der Logistikbranche scheine die langfristige Planung der Mittelbeschaffung und der vorhandene Liquiditätsbedarf ein Festhalten an der Refinanzierung bewirkt zu haben.
So sei der von S&P mit B- bewertete französische Transport- und Logistikkonzern CMA CGM SA mittels einer Dualtranche an den internationalen Rentenmärkten aktiv geworden. Die eine Tranche (ISIN XS1244815111 / WKN A1Z2YZ), die am 15.01.2021 fällig werde, habe ein Volumen von 550 Mio. EUR und biete den Anlegern einen jährlichen Zinssatz von 7,75%. Allerdings habe sich der Emittent eine Kündigungsmöglichkeit zum 15.01.2018 zu 103,875% festschreiben lassen. Ferner bestehe eine einseitige Kündigungsmöglichkeit per 15.01.2019 zu 101.938% sowie per 15.01.2020 zu 100%. Der Bond sei mit einem Aufschlag von +784,1 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gepreist worden, was einem Emissionspreis von 98,871% entsprochen habe.
Bei der zweiten sechsjährigen Anleihe (ISIN XS1246874975 / WKN A1Z25B), im Volumen von 175 Mio. EUR, handele es sich um eine Aufstockung des ersten Bonds, welcher aufgrund technischer und regulatorischer Natur zu Beginn als eigenständige Anleihe zu emittieren sei. Der Emissionsspread habe in diesem Falle +753,70 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe betragen, was einem Ausgabepreis von 99,50% gleich komme. Diese identisch ausgestattete Tranche werde per 22.07.2015 mit der Anleihe (ISIN XS1244815111 / WKN A1Z2YZ) zusammengelegt.
Als zweites Logistikunternehmen sei die US-amerikanische XPO Logistics Inc., derzeit noch ohne Bonitätseinschätzung von S&P, mit einer sechsjährigen (15.06.2021) 500 Mio. EUR umfassenden Anleihe (ISIN XS1117295060 / WKN A1Z2UR) am Primärmarkt aktiv geworden. Der Schuldner zahle einen jährlichen Zinssatz von 5,75% an die Investoren. Jedoch behalte sich der Emittent auch hier das Recht der jährlichen Kündigung und zwar zum 15.12. vor. So könne er die Anleihe vorzeitig im Jahr 2017 zu 102,875%, 2019 zu 101,438% und 2020 zu pari tilgen. Der Bond sei zu 100% emittiert worden.
Mit einer Mindestanlagesumme von 100.000 EUR dürften die beschriebenen Bonds insbesondere für institutionelle Investoren interessant sein.
Der richtungsweisende Euro-Bund-Future habe in der jüngeren Vergangenheit einen gewissen Hang zum Extremen entwickelt. Es scheine so, als ob sich das Rentenbarometer umfänglich immer nur für eine Richtung entscheiden könne.
Bis Mitte April sei der Bund-Future fast unaufhaltsam in noch nicht dagewesene Höhen gestiegen. Der Anstieg habe in einem neuen All-Time-High bei 160,69% gegipfelt (17. April 2015). Seit Anfang Mai indessen habe das Zinsbarometer nun die andere Richtung eingeschlagen. Eine beispiellose Talfahrt sei damit eingeleitet worden. So habe er in den vergangenen Wochen drastisch an Wert verloren und sei bis auf 148,23% zurückgefallen, den tiefsten Stand seit September vergangenen Jahres. Dementsprechend sei die zehnjährige Bundrendite erstmals wieder über die Marke von 1% gestiegen und markiere somit ein neues Neun-Monats-Hoch.
Trotz der schier endlosen Hängepartie um Griechenland und der damit verbundenen Unsicherheit seien die Bundesanleihen als sicherer Hafen nicht mehr so gefragt, wie noch vor Monaten. Doch auch das sei nur eine Frage der zu erzielenden Rendite, wann sich Kapitalsammelstellen wieder engagieren würden. Heute Morgen sei der September-Kontrakt mit 149,04% etwas fester in den Handel gestartet und notiere zur Stunde bei 148,89%.
Aus charttechnischer Sicht verlaufe eine erste Unterstützung im Bereich von 148,87% und dies obwohl diese Marke bereits gestern kurzzeitig unterschritten worden sei. Sollte diese nachhaltig durchbrochen werden, so sei ein Test der 147,70% (diverse Hochs und Tiefs im August und Oktober 2014) möglich. Nach oben würden sich die Blicke auf eine Widerstandslinie bei 151,51%, dem Tief vom 13. Mai 2015 richten.
Auch wenn der Euro-Bund-Future an einen angeschlagenen Boxer erinnere, so sollte man nicht überrascht sein, wenn ihm die zweite Luft neue Kraft verleihe.
In dieser Handelswoche sei Investoren in den USA die gesamte Bandbreite an Geld- und Kapitalmarkttiteln zur Verfügung gestellt worden. So habe bei Interesse zwischen T-Bills mit einer Laufzeit von 4 Wochen, 3 oder 6 Monaten und T-Bonds mit Fälligkeit in 3, 10 oder 30 Jahren gewählt werden können. Insgesamt habe sich das Volumen der Refinanzierungsmaßnahmen auf 141 Mrd. USD belaufen.
Im Gegensatz hierzu würden die Staaten der Eurozone kleinere Brötchen backen und hätten lediglich 39 Mrd. EUR aufgenommen. Hiervon würden 16 Mrd. EUR auf den Geldmarkt (bei einer Rückzahlung von 18,4 Mrd. EUR) und 23 Mrd. EUR auf den Kapitalmarkt (bei einer Rückzahlung von 15 Mrd. EUR) entfallen. Den Anfang habe die Niederlande gemacht, die eine im April 2018 endfällige Altemission (ISIN NL0011005137 / WKN A1ZUVV) um ca. 3 Mrd. EUR aufgestockt habe, gefolgt von Österreich mit den Gattungen (ISIN AT0000A19XC3 / WKN A1ZQS7, 2019; ISIN AT0000A185T1 / WKN A1ZKDT, 2024).
Den heutigen Schlusspunkt würden mit diversen Anleihen Italien, Irland (ISIN IE00BJ38CR43 / WKN A1ZR7B, 2030) und Spanien (ISIN ES00000127D6 / WKN A1Z161, 2018; ISIN ES00000127H7 / WKN A1Z23N, 2020; ISIN ES00000123U9 / WKN A1HFHQ, 2023) setzen. Bereits am gestrigen Mittwoch sei auch das Emissionsvolumen der aktuellen Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001104602 / WKN 110460) um 5 Mrd. EUR auf insgesamt 10 Mrd. EUR erhöht worden. Die Zuteilung der 1,9-fach überzeichneten Gattung sei mit einer Durchschnittsrendite von -0,16% erfolgt.
Am Dienstag dieser Woche sei erstmals auch die neue 30-jährige inflationsindexierte Anleihe der Bundesrepublik Deutschland per Syndizierung im Volumen von 2,5 Mrd. EUR begeben worden. Die Nachfrage habe das Angebot um mehr als das Doppelte überstiegen. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN nicht bekannt/ WKN 103057) mit 98,854%, was einer realen Durchschnittsrendite von 0,138% entspreche.
Vor dem Wochenende habe der Sommer Bayern eindeutig im Griff gehabt. Temperaturen um die 30 Grad hätten sportliche Wochenendaktivitäten im Keime erstickt. So habe sich der Großteil der bayerischen Bevölkerung für eine Fahrt an den nächstgelegen See entschieden, um dort die Seele baumeln zu lassen und sich im kühlen Nass zu erfrischen.
Es scheine als hätten die hohen Temperaturen auch der Währung der Euroländer zugesetzt. Sie habe am vergangenen Donnerstag noch bei 1,1379 USD notiert und sei sogar vor dem Wochenende bereits auf 1,1048 USD zurückgefallen.
Dieser Kursrückgang sei jedoch auf eine unerwartet hohe Zahl an neu geschaffenen Stellen in den USA zurückzuführen gewesen, was Spekulationen auf eine frühere Zinswende in den USA wieder neuen Nährboden gegeben habe. Aber auch die stockenden Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern hätten zu dieser Entwicklung beigetragen.
Doch auf Sonnenschein folge ja bekanntlich Regen und so habe am Montagmorgen ein Unwetter über München hinweggezogen, das die Temperaturen vom Wochenende halbiert und einen Teil der Ampeln in der Münchner Innenstadt lahm gelegt habe. Die kühleren Temperaturen hätten den Euro aus seiner Lethargie gerissen und ihn bis auf 1,1384 USD gehievt. Neben den angenehmeren Temperaturen hätten der Gemeinschaftswährung auch ein steigendes Bruttoinlandsprodukt, sowie eine höhere Attraktivität aufgrund gestiegener Renditen am Rentenmarkt auf die Sprünge geholfen. Zur Stunde pendele der Euro um die Marke von 1,13 USD.
Richtig agil habe sich die Gemeinschaftswährung im Vergleich mit der Türkischen Lira gezeigt. Hier habe sie nach der Parlamentswahl in der Türkei einen Satz von 2,9526 auf 3,1153 TRY gemacht. Denn die regierende Partei AKP habe ihre Mehrheit im Parlament nicht verteidigen können.
Um für die Sommermonate gerüstet zu sein und ihr Depot nicht heiß laufen zu lassen, hätten Privatanleger vornehmlich Anleihen auf Türkische Lira, Brasilianische Real und Südafrikanische Rand nachgefragt.
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Aber irgendwann müsse mal Schluss sein und dieser Zeitpunkt rücke immer näher. Woche für Woche werde - wie auch am gestrigen Abend - nach einer Lösung für dieses Problem gesucht. Doch einig sei man sich noch immer nicht geworden. Alle Anstrengungen zur Heilung des griechischen Patienten seien bisher fehlgeschlagen. Gelungen sei lediglich die Stabilisierung der Bankenlandschaften in Griechenland und dem restlichen Europa, die unter den Folgen der Zahlungsunfähigkeit Griechenlands gelitten hätten. Doch geholfen habe das dem "kleinen Mann" in keinster Art und Weise.
Somit habe der Großteil der Bevölkerung Griechenlands nicht von den Hilfsgeldern profitiert und sogar noch weitere Einschnitte hinnehmen müssen. Ganz nach dem Motto: "Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen" sei in der Vergangenheit Politik gemacht worden, was schließlich auch zum politischen Wechsel geführt habe. Dieser sei zwar vollzogen worden, aber an die Bekämpfung des Grundübels traue sich auch die neue Regierung nicht heran, weshalb die Stimmung erneut zu kippen drohe. Denn die Privilegien der Reichen würden nicht angetastet, was für eine linksorientierte Partei sehr ungewöhnlich sei.
Sich jetzt zu beschweren, dass die Staatengemeinschaft in den vergangenen Jahren der damaligen Regierung Mittel zur Verfügung gestellt habe, die der Gesundung des Patienten nicht dienlich gewesen seien, könne so nicht unkommentiert stehen bleiben. Zum damaligen Zeitpunkt sei der Druck der Bevölkerung in Griechenland so groß gewesen, dass ein Bürgerkrieg gedroht habe und sich die europäischen Partner zu der finanziellen Hilfe genötigt gesehen hätten.
Das Geld sei den vom griechischen Volk gewählten Volksvertretern zur Verfügung gestellt worden, die eine Verteilung nach ihrem persönlichen Gusto vorgenommen hätten. Doch dafür könne man nicht die Politiker der EU verantwortlich machen, die sich nicht in die Aufteilung der Gelder eingemischt hätten. Wäre das passiert und man hätte einen von vielen Seiten geforderten Statthalter inthronisiert, dann wäre der Aufschrei der Bevölkerung Griechenlands sicherlich noch heute zu hören.
Mit konventionellen Behandlungsmethoden werde man im Fall Athen nicht weiterkommen und daher gelte: "Its time to say Goodbye". Denn jede noch so publikumswirksam präsentierte Lösung werde nur für kurze Zeit die Symptome mildern, aber keine nachhaltige Gesundung bringen.
Im wer weiß wievielten Anlauf des Ringens um eine Lösung der Griechenland-Krise hätten Kanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef François Hollande gestern den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras in Brüssel getroffen. Die Regierung in Athen habe noch in der Nacht zum Dienstag neue Reformvorschläge vorgelegt, die jedoch in Brüssel als nicht ausreichend angesehen worden seien. So habe auch der Vorsitzende der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, Erwartungen auf eine rasche Einigung mit Athen gedämpft.
Der zur Schau getragene Optimismus der Griechen sei "eine Unterschätzung der Komplexität dessen was von ihnen erwartet wird", habe er gesagt und indessen von Athen eine Reform des Rentensystems gefordert. Eine Verständigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern sei "in den kommenden Tagen" zwar möglich, habe der EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis gesagt, aber dies erfordere "wirklich politischen Willen, vor allem von der griechischen Seite - also weniger taktisches Manövrieren und mehr substanzielle Arbeit." Zentrale Fragen seien demnach weiter strittig. Das klinge wie ein weiteres Kapitel aus der "unendlichen Geschichte".
Am Rentenmarkt sei am Mittwoch ein erneuter Ausverkauf bei Bundesanleihen zu beobachten gewesen. Damit sei die Talfahrt der Kurse und im Gegenzug der Anstieg der Renditen weiter gegangen. So sei die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen erstmals seit September 2014 wieder über die Marke von 1,0% gestiegen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future sei parallel dazu bis auf 148,23% gefallen, nachdem er Mitte April noch über 160% notiert habe.
Die Erklärungsmodelle für diese Marktbewegung seien vielfältig und würden von dem zarten Pflänzchen Inflation über Kommentare führender Notenbanker zur künftigen Volatilität an den Rentenmärkten, bis hin zur allgemeinen Nervosität wegen der ungelösten griechischen Schuldenkrise und der Unsicherheit bezüglich der weiteren US-Geldpolitik reichen.
Doch solche Marktbewegungen, die an Bungee-Jumping erinnern würden, würden keine Ausnahmen, sondern zukünftig Wegbegleiter der Börsianer bleiben. Doch mit einer Rückkehr zu früher üblichen Zinsniveaus, die sich kein Staat mehr leisten könne, sei nicht zu rechnen. Hierbei wäre der Wunsch der Vater des Gedankens!
Fernost, insbesondere China, werde für manche westlichen Investoren und Banken immer attraktiver. So wolle Peking mit einer weiteren Öffnung seines Kapitalmarkts ausländischen Anlegern Engagements in China schmackhaft machen. Außerdem würden die niedrigeren Regulierungsstandards in Fernost die ein oder andere europäische Bank mit einem Umzug nach Asien liebäugeln lassen.
Bereits im Mai habe die People's Bank of China den Ausleihungssatz für einjährige Kredite um 0,25 Prozentpunkte auf 5,1% und den Einlagensatz ebenfalls um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25% reduziert. Diese expansive Geldpolitik habe zu einer Aktienblase geführt, die westliche Investoren angelockt habe. Im Zuge der Liberalisierung des Kapitalmarktes sei dies von Peking auch so gewünscht. Denn nur so könne der Yuan Mitglied des SZR-Währungskorbs werden. Doch nicht nur spekulativ eingestellte westliche Investoren würden verstärkt den Blick nach China und Asien richten.
Auch westliche Banken würden sich nach Fernost orientieren. So erwäge die traditionell in Asien stark vertretene europäische Großbank HSBC, ihren Hauptsitz von London nach Asien zu verlegen. Ende des Jahres sollten die Aktionäre entscheiden, ob das Institut eventuell nach Hongkong umziehen solle. Unter anderem würden bei der Entscheidung das britische Steuersystem, die Bankenregulierung, die Fähigkeit, Top-Talente rekrutieren zu können, sowie die möglichen Folgen des bis Ende 2017 geplanten EU-Referendums eine Rolle spielen. Die Verlegung des Hauptsitzes wäre damit ein politisches Signal.
Die Bank, die derzeit einen massiven Belegschaftsabbau in Höhe von 50.000 Stellen plane, kritisiere seit Langem die wachsenden Kosten der Regulierung durch britische und europäische Behörden. Besonders die 2011 eingeführte Bankenabgabe, mit der die Institute an den durch die Finanzkrise entstandenen Kosten für die öffentlichen Haushalte beteiligt würden, stoße der HSBC sauer auf.
Dabei treffe es keinen Unschuldigen. So habe die HSBC allein zwischen 2010 und 2014 rund 8,9 Mrd. GBP für Strafen und Rücklagen zur Seite gelegt. Auch die Trennung von Privatkundengeschäft und Investment-Banking, die britische Banken bis 2019 vollzogen haben müssten, passe der HSBC nicht. Dabei sei die HSBC nicht die einzige Bank, die einen Umzug nach Asien erwäge. Auch die Standard Chartered, die ebenfalls in London sitze, hege solche Gedanken und habe den Stadtstaat Singapur als neue Heimat ins Auge gefasst.
Dass sich China am Kapitalmarkt freischwimmen wolle, darauf deute auch die Absicht Pekings hin, die Finanzplattform China Business News als einen direkten Konkurrenten zu Bloomberg aufbauen zu wollen. Der Internet-Riese Alibaba habe dafür bereits knapp 200 Mio. USD in das Projekt gesteckt. Geplant sei, dass sich China Business News künftig vor allem als Informationsplattform für Unternehmen und nicht für reine Investmentgesellschaften positioniere.
PIMCO heize die Spekulationen um eine frühe Zinsanhebung in den USA an. So habe die Allianz-Fondstochter im Mai massiv US-Staatsanleihen auf den Markt geworfen. Der Fonds PIMCO Total Return habe nach eigenen Angaben in dem Monat seinen Anteil an amerikanischen Staatsbonds im Portfolio deutlich von 23,4 auf 8,5% reduziert. Damit gehe PIMCO offenbar von schon bald steigenden Zinsen in den USA aus.
Bereits seit einiger Zeit erwarte eine Vielzahl von Investoren, dass die US-Notenbank FED schon bald den Leitzins wieder anheben und damit eine lang andauernde Phase der Nullzinspolitik beenden werde. Damit würden die Kurse der bereits emittierten US-Treasuries sinken. Doch in der Finanzwelt würden sich noch die Geister ob des richtigen Zeitpunktes scheiden.
Das konjunkturelle Stimmungsbild sei nicht eindeutig und somit könne sowohl die Gruppe der Befürworter als auch die der Gegner auf entsprechende Daten verweisen. Die Diskussion über den rechten Zeitpunkt sei also noch lange nicht zu Ende. Ob es sich bei der Marktpositionierung von PIMCO um die letzte Chance handele, das ramponierte Image aufzubessern, könne nicht ausgeschlossen werden. Denn innerhalb der vergangenen zwei Jahre sei das zu verwaltende Vermögen von fast 300 Mrd. USD auf ca. 107 Mrd. USD abgeschmolzen. Ein Erfolg müsse also her, um mal wieder positive Schlagzeilen zu machen.
Ob sich die FED unter ihrer Chefin Janet Yellen von solchen Statements beeinflussen lasse und tatsächlich zu diesem Schritt entschließen werde, sei aber nicht sicher. Just vergangene Woche habe der Internationale Währungsfonds (IWF) die Notenbank noch davor gewarnt und zugleich appelliert, eine eventuelle Erhöhung des Leitzinses auf 2016 zu verschieben. Zu groß sei das Risiko, die globale Wirtschaft mit einer vorzeitigen Anhebung in Turbulenzen zu bringen, hätten die IWF-Experten gemeint.
Die wichtigsten europäischen Geldhäuser müssten sich 2016 wieder einer Prüfung unterziehen. So plane die Europäische Zentralbank (EZB), die aktuell 123 Institute beaufsichtige, für das kommende Jahr erneut einen allgemeinen, öffentlichen Stresstest durchzuführen. Dies erscheine notwendig, obwohl es ständig kleinere Tests gebe, bei denen bestimmte Banken-Risiken unter die Lupe genommen würden.
Müssten sich vor allem die griechischen Banken, die seit gestern sogar auf 83 Mrd. EUR (+2,3 Mrd. EUR) als ELA-Notkredite zurückgreifen könnten, vor der neuen Überprüfung fürchten? Nicht unbedingt, denn die Chefin der neuen europäischen Bankenaufsicht, die Französin Danièle Nouy, sage für manche etwas überraschend, dass die griechischen Banken trotz der Kapitalflucht und der teureren ELA-Notkredite seitens der Athener Zentralbank solvent und liquide seien.
Die griechischen Aufseher hätten in ihren Augen in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet, um den Finanzsektor zu rekapitalisieren und zu restrukturieren. "Das hat auch das Ergebnis unseres Stresstests gezeigt", habe Nouy der "Welt am Sonntag" gesagt. Schwierige Phasen habe es für die griechischen Institute schon in der Vergangenheit gegeben. Aber nie zuvor seien sie so gut dafür gerüstet gewesen. Die Botschaft höre man wohl, aber man wolle nicht so recht dran glauben.
Verursacht durch den Renditeanstieg bei deutschen Bundesanleihen seit Ende Mai würden sich viele Unternehmen verhalten und abwartend bezüglich ihrer Mittelaufnahme an den Kapitalmärkten zeigen. Doch in der Logistikbranche scheine die langfristige Planung der Mittelbeschaffung und der vorhandene Liquiditätsbedarf ein Festhalten an der Refinanzierung bewirkt zu haben.
So sei der von S&P mit B- bewertete französische Transport- und Logistikkonzern CMA CGM SA mittels einer Dualtranche an den internationalen Rentenmärkten aktiv geworden. Die eine Tranche (ISIN XS1244815111 / WKN A1Z2YZ), die am 15.01.2021 fällig werde, habe ein Volumen von 550 Mio. EUR und biete den Anlegern einen jährlichen Zinssatz von 7,75%. Allerdings habe sich der Emittent eine Kündigungsmöglichkeit zum 15.01.2018 zu 103,875% festschreiben lassen. Ferner bestehe eine einseitige Kündigungsmöglichkeit per 15.01.2019 zu 101.938% sowie per 15.01.2020 zu 100%. Der Bond sei mit einem Aufschlag von +784,1 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gepreist worden, was einem Emissionspreis von 98,871% entsprochen habe.
Bei der zweiten sechsjährigen Anleihe (ISIN XS1246874975 / WKN A1Z25B), im Volumen von 175 Mio. EUR, handele es sich um eine Aufstockung des ersten Bonds, welcher aufgrund technischer und regulatorischer Natur zu Beginn als eigenständige Anleihe zu emittieren sei. Der Emissionsspread habe in diesem Falle +753,70 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe betragen, was einem Ausgabepreis von 99,50% gleich komme. Diese identisch ausgestattete Tranche werde per 22.07.2015 mit der Anleihe (ISIN XS1244815111 / WKN A1Z2YZ) zusammengelegt.
Mit einer Mindestanlagesumme von 100.000 EUR dürften die beschriebenen Bonds insbesondere für institutionelle Investoren interessant sein.
Der richtungsweisende Euro-Bund-Future habe in der jüngeren Vergangenheit einen gewissen Hang zum Extremen entwickelt. Es scheine so, als ob sich das Rentenbarometer umfänglich immer nur für eine Richtung entscheiden könne.
Bis Mitte April sei der Bund-Future fast unaufhaltsam in noch nicht dagewesene Höhen gestiegen. Der Anstieg habe in einem neuen All-Time-High bei 160,69% gegipfelt (17. April 2015). Seit Anfang Mai indessen habe das Zinsbarometer nun die andere Richtung eingeschlagen. Eine beispiellose Talfahrt sei damit eingeleitet worden. So habe er in den vergangenen Wochen drastisch an Wert verloren und sei bis auf 148,23% zurückgefallen, den tiefsten Stand seit September vergangenen Jahres. Dementsprechend sei die zehnjährige Bundrendite erstmals wieder über die Marke von 1% gestiegen und markiere somit ein neues Neun-Monats-Hoch.
Trotz der schier endlosen Hängepartie um Griechenland und der damit verbundenen Unsicherheit seien die Bundesanleihen als sicherer Hafen nicht mehr so gefragt, wie noch vor Monaten. Doch auch das sei nur eine Frage der zu erzielenden Rendite, wann sich Kapitalsammelstellen wieder engagieren würden. Heute Morgen sei der September-Kontrakt mit 149,04% etwas fester in den Handel gestartet und notiere zur Stunde bei 148,89%.
Aus charttechnischer Sicht verlaufe eine erste Unterstützung im Bereich von 148,87% und dies obwohl diese Marke bereits gestern kurzzeitig unterschritten worden sei. Sollte diese nachhaltig durchbrochen werden, so sei ein Test der 147,70% (diverse Hochs und Tiefs im August und Oktober 2014) möglich. Nach oben würden sich die Blicke auf eine Widerstandslinie bei 151,51%, dem Tief vom 13. Mai 2015 richten.
Auch wenn der Euro-Bund-Future an einen angeschlagenen Boxer erinnere, so sollte man nicht überrascht sein, wenn ihm die zweite Luft neue Kraft verleihe.
In dieser Handelswoche sei Investoren in den USA die gesamte Bandbreite an Geld- und Kapitalmarkttiteln zur Verfügung gestellt worden. So habe bei Interesse zwischen T-Bills mit einer Laufzeit von 4 Wochen, 3 oder 6 Monaten und T-Bonds mit Fälligkeit in 3, 10 oder 30 Jahren gewählt werden können. Insgesamt habe sich das Volumen der Refinanzierungsmaßnahmen auf 141 Mrd. USD belaufen.
Im Gegensatz hierzu würden die Staaten der Eurozone kleinere Brötchen backen und hätten lediglich 39 Mrd. EUR aufgenommen. Hiervon würden 16 Mrd. EUR auf den Geldmarkt (bei einer Rückzahlung von 18,4 Mrd. EUR) und 23 Mrd. EUR auf den Kapitalmarkt (bei einer Rückzahlung von 15 Mrd. EUR) entfallen. Den Anfang habe die Niederlande gemacht, die eine im April 2018 endfällige Altemission (ISIN NL0011005137 / WKN A1ZUVV) um ca. 3 Mrd. EUR aufgestockt habe, gefolgt von Österreich mit den Gattungen (ISIN AT0000A19XC3 / WKN A1ZQS7, 2019; ISIN AT0000A185T1 / WKN A1ZKDT, 2024).
Den heutigen Schlusspunkt würden mit diversen Anleihen Italien, Irland (ISIN IE00BJ38CR43 / WKN A1ZR7B, 2030) und Spanien (ISIN ES00000127D6 / WKN A1Z161, 2018; ISIN ES00000127H7 / WKN A1Z23N, 2020; ISIN ES00000123U9 / WKN A1HFHQ, 2023) setzen. Bereits am gestrigen Mittwoch sei auch das Emissionsvolumen der aktuellen Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001104602 / WKN 110460) um 5 Mrd. EUR auf insgesamt 10 Mrd. EUR erhöht worden. Die Zuteilung der 1,9-fach überzeichneten Gattung sei mit einer Durchschnittsrendite von -0,16% erfolgt.
Am Dienstag dieser Woche sei erstmals auch die neue 30-jährige inflationsindexierte Anleihe der Bundesrepublik Deutschland per Syndizierung im Volumen von 2,5 Mrd. EUR begeben worden. Die Nachfrage habe das Angebot um mehr als das Doppelte überstiegen. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN nicht bekannt/ WKN 103057) mit 98,854%, was einer realen Durchschnittsrendite von 0,138% entspreche.
Vor dem Wochenende habe der Sommer Bayern eindeutig im Griff gehabt. Temperaturen um die 30 Grad hätten sportliche Wochenendaktivitäten im Keime erstickt. So habe sich der Großteil der bayerischen Bevölkerung für eine Fahrt an den nächstgelegen See entschieden, um dort die Seele baumeln zu lassen und sich im kühlen Nass zu erfrischen.
Es scheine als hätten die hohen Temperaturen auch der Währung der Euroländer zugesetzt. Sie habe am vergangenen Donnerstag noch bei 1,1379 USD notiert und sei sogar vor dem Wochenende bereits auf 1,1048 USD zurückgefallen.
Dieser Kursrückgang sei jedoch auf eine unerwartet hohe Zahl an neu geschaffenen Stellen in den USA zurückzuführen gewesen, was Spekulationen auf eine frühere Zinswende in den USA wieder neuen Nährboden gegeben habe. Aber auch die stockenden Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern hätten zu dieser Entwicklung beigetragen.
Doch auf Sonnenschein folge ja bekanntlich Regen und so habe am Montagmorgen ein Unwetter über München hinweggezogen, das die Temperaturen vom Wochenende halbiert und einen Teil der Ampeln in der Münchner Innenstadt lahm gelegt habe. Die kühleren Temperaturen hätten den Euro aus seiner Lethargie gerissen und ihn bis auf 1,1384 USD gehievt. Neben den angenehmeren Temperaturen hätten der Gemeinschaftswährung auch ein steigendes Bruttoinlandsprodukt, sowie eine höhere Attraktivität aufgrund gestiegener Renditen am Rentenmarkt auf die Sprünge geholfen. Zur Stunde pendele der Euro um die Marke von 1,13 USD.
Richtig agil habe sich die Gemeinschaftswährung im Vergleich mit der Türkischen Lira gezeigt. Hier habe sie nach der Parlamentswahl in der Türkei einen Satz von 2,9526 auf 3,1153 TRY gemacht. Denn die regierende Partei AKP habe ihre Mehrheit im Parlament nicht verteidigen können.
Um für die Sommermonate gerüstet zu sein und ihr Depot nicht heiß laufen zu lassen, hätten Privatanleger vornehmlich Anleihen auf Türkische Lira, Brasilianische Real und Südafrikanische Rand nachgefragt.
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