Renten: Eine vierte Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank wird immer wahrscheinlicher


15.02.18 11:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Konjunkturdaten aus den USA sorgten gestern für erhebliche Bewegung an den Kapitalmärkten, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Einzelhandelsumsätze im Januar hätten dabei auf ganzer Linie enttäuscht. Die Schwäche dürfte allerdings vor allem auf den starken Konsum im Schlussquartal des Jahres 2017 zurückzuführen sein. Dennoch sei es ein wenig erstaunlich, dass die Konsumenten angesichts ihrer sehr guten Stimmung sowie steigender bzw. der Aussicht auf steigende Löhne im Januar ein wenig Zurückhaltung geübt hätten. Die Reaktionen auf die Einzelhandelsumsätze seien jedoch überlagert worden durch die Konsumentenpreisentwicklung im Januar: Sowohl Gesamt- als auch Kernrate seien im Monats- und Jahresvergleich erheblich stärker angestiegen, als es von den Investoren erwartet worden sei.

Zum Teil seien für den Anstieg zwar Einmaleffekte verantwortlich, die sich so wohl nicht wiederholen würden. Insgesamt dürfe man aber konstatieren, dass die Teuerungsdynamik nun auf dem Niveau angekommen sei, das die FED als Preisniveaustabilität definiere. Diese Information sei jedoch nicht neu. Schließlich habe sich die Jahresrate für die Konsumentenpreise und die PCE-Deflatoren in den vergangenen Monaten immer in der Nähe von 2% bewegt. Ein grundsätzliches Umdenken in den Köpfen der US-Notenbanker werde es nicht geben. Schließlich sei aus ihren Aussagen in den vergangenen Wochen immer wieder herauszulesen gewesen, dass es durchaus die Neigung gebe, die FED Funds Zielzone auch mehr als dreimal im laufenden Jahr anzuheben.

Mit der Tagung des FOMC im März dürfte das deutlich werden. Dann würden nämlich die neuen Projektionen zu Wachstum, Preisen und Arbeitslosigkeit sowie der aktualisierte dot plot vorgestellt. Letztlich hätten die Investoren gestern das Einpreisen höherer Inflationserwartungen fortgesetzt, was sich in den break even Inflationsraten schon seit längerer Zeit ablesen lasse. Ob das jedoch tatsächlich notwendig werde, wenn die FED weiterhin die Leitzinsen nach oben schleuse, bleibe offen. Immerhin hätten die risikobehafteten Assetklassen profitieren können. Es bestehe die Hoffnung, dass die Unternehmen Preiserhöhungen leichter durchsetzen könnten, sodass sich erst einmal die Margen und damit auch die Gewinne ausweiten würden.

Heute bleibe der Datenkalender im Blick. Erneut dürfte den US-Daten die meiste Aufmerksamkeit zu Teil werden. Die Preisentwicklung auf den Vorstufen sowie Kapazitätsauslastung und Industrieproduktion würden im Mittelpunkt des Interesses stehen. Auf den Vorstufen würden die Preise schon seit längerer Zeit auf Jahresbasis um etwas mehr als 2% steigen. Also sollte es keine Überraschung sein, wen dieser Trend anhalte.

Die Vorgaben würden heute nicht gerade für die Bondmärkte sprechen. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit Verlusten in den Tag starten, von denen er sich im Tagesverlauf kaum erholen werde. Er dürfte sich zwischen 156,85 und 158,60 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,83 und 3,00% schwanken. (15.02.2018/alc/a/a)





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