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Renten: Der EZB-Chef dämpft die Erwartungen an einen ersten Leitzinsschritt in 2018
26.01.18 10:15
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Auf der Pressekonferenz nach der Tagung des EZB-Rats hat der EZB-Chef die Markterwartungen hinsichtlich der künftigen Geldpolitik zurecht gerückt, so die Analysten der National-Bank AG.
Nach seinen Aussagen bleibe eine Leitzinsanhebung in diesem Jahr unwahrscheinlich. Zugleich habe er im Hinblick auf den Ausstiegs aus dem QE-Programm auf seine Aussage verwiesen, wonach ein abruptes Ende nicht zu erwarten sei. Entsprechend sollten sich die Investoren darauf einstellen, dass die Anleihekäufe frühestens gegen Ende des laufenden Jahres beendet würden.
Dass über die Zukunft des QE-Programms auf der Tagung des EZB-Rats nicht gesprochen worden sei, mache zudem deutlich, dass zumindest eine Mehrheit der Ratsmitglieder zurzeit keinen Bedarf sehe, die Geldpolitik anzupassen. Letztlich hätten die Notenbanker immer noch fünf EZB-Ratssitzungen Zeit, ihre Geldpolitik anzupassen und das würden sie eher später als früher tun. Dementsprechend sollte man mit Aussagen zur Zukunft der Anleiheankäufe nicht vor Ende des ersten Halbjahres rechnen.
Durch die Aufwertung des Euro werde die Prognose der künftigen Inflationsentwicklung nicht leichter. Die europäischen Notenbanker würden daher eher abwarten, wie sich das entwickele und wie robust die europäische Wirtschaft tatsächlich sei. Schließlich verbessere sich die Wettbewerbssituation der US-Unternehmen aufgrund der USD-Schwäche auf allen Weltmärkten, möglicherweise zu Lasten europäischer Unternehmen. Immerhin dürfte die Geldmengenentwicklung heute anzeigen, dass die Unternehmen und privaten Haushalte mehr Kredit nachfragen würden. Das wäre ebenfalls ein weiteres Zeichen für den Fortbestand des Aufschwungs.
Dass es dem EZB-Chef nicht gelungen sei, den Euro mittels verbaler Intervention zu schwächen, dürfte auch dem Verhalten der USA geschuldet sein. Die Botschaften würden unklar bleiben: Der US-Finanzminister könne mit einem schwächeren USD leben, der US-Präsident rücke das Ganze mit der Aussage gerade, die Aussagen des Finanzministers seien aus dem Zusammenhang gerissen. Koordiniertes Vorgehen sehe sicher anders aus. Heute Nachmittag könne der US-Präsident in Davos sein Sicht der Dinge darlegen. Dass er auf großes Gehör treffen werde, sei jedoch unwahrscheinlich. Die Botschaften von nahezu dem gesamten Rest der Welt seien eindeutig: Man setze auf die Fortsetzung des freien Handels und nicht auf Protektionismus.
Nicht nur an den Devisenmärkten hätten die Aussagen Draghis für leichte Turbolenzen gesorgt. Die Rentenmärkte seien ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Schließlich würden die Aussagen des EZB-Chefs eines klar machen: Die Anleihekäufe würden sich dem Ende nähern. Viel Verschnaufpause würden die Investoren nicht erhalten. Heute werde schließlich die erste Schätzung für das US Q4 BIP veröffentlicht. Die erste Schätzung werde zwar üblicherweise noch, teils sogar kräftig, revidiert. Nichtsdestoweniger werde sie sehr gut ausfallen und möglichweise positiv überraschen. Zudem seien die Auftragseingänge langlebiger US-Güter sowie die EZB-Umfrage der Professional Forcasters zu beachten.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte zwar mit leichten Gewinne in den Tag starten. Ob er sie in Anbetracht des Umfelds werde halten können, sei jedoch fraglich. Er sollte sich zwischen 159,50 und 160,90 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,56 und 2,71% schwanken. (26.01.2018/alc/a/a)
Nach seinen Aussagen bleibe eine Leitzinsanhebung in diesem Jahr unwahrscheinlich. Zugleich habe er im Hinblick auf den Ausstiegs aus dem QE-Programm auf seine Aussage verwiesen, wonach ein abruptes Ende nicht zu erwarten sei. Entsprechend sollten sich die Investoren darauf einstellen, dass die Anleihekäufe frühestens gegen Ende des laufenden Jahres beendet würden.
Dass über die Zukunft des QE-Programms auf der Tagung des EZB-Rats nicht gesprochen worden sei, mache zudem deutlich, dass zumindest eine Mehrheit der Ratsmitglieder zurzeit keinen Bedarf sehe, die Geldpolitik anzupassen. Letztlich hätten die Notenbanker immer noch fünf EZB-Ratssitzungen Zeit, ihre Geldpolitik anzupassen und das würden sie eher später als früher tun. Dementsprechend sollte man mit Aussagen zur Zukunft der Anleiheankäufe nicht vor Ende des ersten Halbjahres rechnen.
Dass es dem EZB-Chef nicht gelungen sei, den Euro mittels verbaler Intervention zu schwächen, dürfte auch dem Verhalten der USA geschuldet sein. Die Botschaften würden unklar bleiben: Der US-Finanzminister könne mit einem schwächeren USD leben, der US-Präsident rücke das Ganze mit der Aussage gerade, die Aussagen des Finanzministers seien aus dem Zusammenhang gerissen. Koordiniertes Vorgehen sehe sicher anders aus. Heute Nachmittag könne der US-Präsident in Davos sein Sicht der Dinge darlegen. Dass er auf großes Gehör treffen werde, sei jedoch unwahrscheinlich. Die Botschaften von nahezu dem gesamten Rest der Welt seien eindeutig: Man setze auf die Fortsetzung des freien Handels und nicht auf Protektionismus.
Nicht nur an den Devisenmärkten hätten die Aussagen Draghis für leichte Turbolenzen gesorgt. Die Rentenmärkte seien ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Schließlich würden die Aussagen des EZB-Chefs eines klar machen: Die Anleihekäufe würden sich dem Ende nähern. Viel Verschnaufpause würden die Investoren nicht erhalten. Heute werde schließlich die erste Schätzung für das US Q4 BIP veröffentlicht. Die erste Schätzung werde zwar üblicherweise noch, teils sogar kräftig, revidiert. Nichtsdestoweniger werde sie sehr gut ausfallen und möglichweise positiv überraschen. Zudem seien die Auftragseingänge langlebiger US-Güter sowie die EZB-Umfrage der Professional Forcasters zu beachten.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte zwar mit leichten Gewinne in den Tag starten. Ob er sie in Anbetracht des Umfelds werde halten können, sei jedoch fraglich. Er sollte sich zwischen 159,50 und 160,90 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,56 und 2,71% schwanken. (26.01.2018/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,5267 € | 125,371 € | 0,1557 € | +0,12% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie


