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Renten: Droht weiteres Ungemach?
05.09.13 15:58
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Krisen über Krisen über Krisen. Anscheinend haben sich die Marktteilnehmer so sehr daran gewöhnt, dass es nicht mehr ohne geht, so die Analysten der Weberbank.
In jedem Fall höre die Suche nicht auf. Und ein altes Sprichwort sage bekanntlich: Wer suchet, der findet. Vermeintlich fündig geworden seien die Investoren nun in den Wachstumsländern. Seitdem die amerikanische Notenbank geringere Liquiditätszufuhren angedeutet habe, habe eine regelrechte Kapitalflucht aus Anleihen und Aktien dieser Regionen eingesetzt.
Hinzu würden die hierdurch hervorgerufenen deutlichen Wechselkursabwertungen kommen. Und als wäre dies nicht genug, würden nun schon Vergleiche mit der Asienkrise herangezogen. Parallelen zu den Entwicklungen in den 1990ern seien aber auch nicht von der Hand zu weisen. Jedoch habe sich seitdem viel getan: Damals habe der überwiegende Teil der Wachstumsländer hohe Leitungsbilanzdefizite aufgewiesen.
Gleichzeitig hätten die Staaten nur über geringe Devisenreserven verfügt und hätten sich hoch in US-Dollar verschuldet und nicht in ihrer jeweiligen eigenen Währung - eines der Hauptprobleme. Als sich die Krise zugespitzt habe, hätten die Währungsverluste umso schwerer gewirkt, da die Verschuldung für die Länder dadurch immer kostspieliger geworden sei. Heute habe sich die Situation gewandelt. Natürlich gebe es immer noch Länder, die mit vergleichbaren Problemen zu kämpfen hätten, beispielsweise Indien und Südafrika.
Aber es gebe noch mehr Beispiele, in denen sich die Situation gewandelt habe und damit kein vergleichbarer Flächenbrand wie in der damaligen Krise zu befürchten sei. Dennoch würden sowohl Aktien als auch Anleihen aus Wachstumsländern gemieden. Nach Ansicht der Analysten sei dies fundamental nicht gerechtfertigt. Und doch würden die Analysten ein gesundes Maß an Vorsicht in diesen Segmenten und auch empfehlen, taktisch Liquidität zu halten, bis sich die Situation wieder beruhigt habe.
Anders als in früheren Perioden würden die industrialisierten Staaten in diesem Konjunkturzyklus als treibende Kraft zu fungieren scheinen. Die zuletzt gemeldeten Daten sowohl aus den USA als auch aus Europa würden immer zuversichtlicher stimmen. Zumal mittlerweile sogar aus den Peripherieländern zunehmend freundlichere Signale kommen würden.
Aber auch Deutschland habe mit einer deutlichen Verbesserung der Investitionstätigkeit und damit einer insgesamt positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung die richtigen Impulse vermeldet. Für die Rentenmärkte seien das keine guten Voraussetzungen. Die Renditen seien daher in nahezu allen Rentensegmenten weiter angestiegen.
Mittlerweile seien hier aus technischer Sicht kritischere Niveaus erreicht. Bei weiteren negativen Kursentwicklungen könnte sich dadurch größeres Abwärtspotential auftun. Fraglich sei jedoch, ob nicht die Diskussionen über einen erneuten Schuldenschnitt in Griechenland und die damit verbundene Unsicherheit auch wieder stützen könnten.
Vorerst würden die Analysten jedoch empfehlen, lang laufende Papiere zu meiden und eine defensive Laufzeitenstruktur in den Portfolien einzunehmen. Alternativ würden sich aufgrund der positiven Vorgaben für die wirtschaftliche Entwicklung Anleihen anbieten, die eine höhere Aktiensensitivität aufweisen würden. Allen voran seien hier Wandelanleihen aus der Perspektive der Analysten eine interessante Möglichkeit.
Eigentlich sollten die Aktienmärkte mit den Vorgaben in der Lage gewesen sein, ihre alten Höchststände zu überwinden. Dies sei aber nicht der Fall gewesen. Doch warum? Ein Grund könnte in den nach wie vor verhaltenen Schätzungen für die Gewinnentwicklung der Unternehmen in Europa sein. Hier habe sich zuletzt insbesondere in den Peripherieländern keine Bodenbildung gezeigt.
Die freundlicheren Konjunktursignale würden scheinbar doch noch sehr misstrauisch beäugt. Daher werde für Europa noch keine Steigerung der Erlöse in den kommenden zwölf Monaten erwartet. Ganz so pessimistisch würden die Analysten die Situation allerdings nicht einschätzen. Jedoch sei auch hier die zumindest kurzfristig angespannte technische Situation ein Warnsignal. Taktisch sei daher für Europa ein wenig Vorsicht geboten. Besser sehe es weiterhin in den USA aus. Die Erwartungen seien klar auf Wachstum gerichtet und sollten die Aktienmärkte stützen.
Das Währungspaar Euro und US-Dollar werde immer mehr hin und her geschaukelt. Je nach dem, wo gerade die bessere Konjunkturzahl erscheine, würden frühere Zinserhöhungen erwartet, und die Valuta schwinge in die eine oder andere Richtung. Nach Ansicht der Analysten sollten zumindest kurzfristig die Argumente für den US-Dollar überwiegen. Insbesondere wenn die amerikanische Notenbank anfange, ihre Liquiditätsvergaben zu verringern, wäre dies eine Unterstützung für die Währung. Aber auch die Diskussionen über einen erneuten Schuldenschnitt in Griechenland könnten den Euro belasten. (05.09.2013/alc/a/a)
In jedem Fall höre die Suche nicht auf. Und ein altes Sprichwort sage bekanntlich: Wer suchet, der findet. Vermeintlich fündig geworden seien die Investoren nun in den Wachstumsländern. Seitdem die amerikanische Notenbank geringere Liquiditätszufuhren angedeutet habe, habe eine regelrechte Kapitalflucht aus Anleihen und Aktien dieser Regionen eingesetzt.
Hinzu würden die hierdurch hervorgerufenen deutlichen Wechselkursabwertungen kommen. Und als wäre dies nicht genug, würden nun schon Vergleiche mit der Asienkrise herangezogen. Parallelen zu den Entwicklungen in den 1990ern seien aber auch nicht von der Hand zu weisen. Jedoch habe sich seitdem viel getan: Damals habe der überwiegende Teil der Wachstumsländer hohe Leitungsbilanzdefizite aufgewiesen.
Gleichzeitig hätten die Staaten nur über geringe Devisenreserven verfügt und hätten sich hoch in US-Dollar verschuldet und nicht in ihrer jeweiligen eigenen Währung - eines der Hauptprobleme. Als sich die Krise zugespitzt habe, hätten die Währungsverluste umso schwerer gewirkt, da die Verschuldung für die Länder dadurch immer kostspieliger geworden sei. Heute habe sich die Situation gewandelt. Natürlich gebe es immer noch Länder, die mit vergleichbaren Problemen zu kämpfen hätten, beispielsweise Indien und Südafrika.
Aber es gebe noch mehr Beispiele, in denen sich die Situation gewandelt habe und damit kein vergleichbarer Flächenbrand wie in der damaligen Krise zu befürchten sei. Dennoch würden sowohl Aktien als auch Anleihen aus Wachstumsländern gemieden. Nach Ansicht der Analysten sei dies fundamental nicht gerechtfertigt. Und doch würden die Analysten ein gesundes Maß an Vorsicht in diesen Segmenten und auch empfehlen, taktisch Liquidität zu halten, bis sich die Situation wieder beruhigt habe.
Aber auch Deutschland habe mit einer deutlichen Verbesserung der Investitionstätigkeit und damit einer insgesamt positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung die richtigen Impulse vermeldet. Für die Rentenmärkte seien das keine guten Voraussetzungen. Die Renditen seien daher in nahezu allen Rentensegmenten weiter angestiegen.
Mittlerweile seien hier aus technischer Sicht kritischere Niveaus erreicht. Bei weiteren negativen Kursentwicklungen könnte sich dadurch größeres Abwärtspotential auftun. Fraglich sei jedoch, ob nicht die Diskussionen über einen erneuten Schuldenschnitt in Griechenland und die damit verbundene Unsicherheit auch wieder stützen könnten.
Vorerst würden die Analysten jedoch empfehlen, lang laufende Papiere zu meiden und eine defensive Laufzeitenstruktur in den Portfolien einzunehmen. Alternativ würden sich aufgrund der positiven Vorgaben für die wirtschaftliche Entwicklung Anleihen anbieten, die eine höhere Aktiensensitivität aufweisen würden. Allen voran seien hier Wandelanleihen aus der Perspektive der Analysten eine interessante Möglichkeit.
Eigentlich sollten die Aktienmärkte mit den Vorgaben in der Lage gewesen sein, ihre alten Höchststände zu überwinden. Dies sei aber nicht der Fall gewesen. Doch warum? Ein Grund könnte in den nach wie vor verhaltenen Schätzungen für die Gewinnentwicklung der Unternehmen in Europa sein. Hier habe sich zuletzt insbesondere in den Peripherieländern keine Bodenbildung gezeigt.
Die freundlicheren Konjunktursignale würden scheinbar doch noch sehr misstrauisch beäugt. Daher werde für Europa noch keine Steigerung der Erlöse in den kommenden zwölf Monaten erwartet. Ganz so pessimistisch würden die Analysten die Situation allerdings nicht einschätzen. Jedoch sei auch hier die zumindest kurzfristig angespannte technische Situation ein Warnsignal. Taktisch sei daher für Europa ein wenig Vorsicht geboten. Besser sehe es weiterhin in den USA aus. Die Erwartungen seien klar auf Wachstum gerichtet und sollten die Aktienmärkte stützen.
Das Währungspaar Euro und US-Dollar werde immer mehr hin und her geschaukelt. Je nach dem, wo gerade die bessere Konjunkturzahl erscheine, würden frühere Zinserhöhungen erwartet, und die Valuta schwinge in die eine oder andere Richtung. Nach Ansicht der Analysten sollten zumindest kurzfristig die Argumente für den US-Dollar überwiegen. Insbesondere wenn die amerikanische Notenbank anfange, ihre Liquiditätsvergaben zu verringern, wäre dies eine Unterstützung für die Währung. Aber auch die Diskussionen über einen erneuten Schuldenschnitt in Griechenland könnten den Euro belasten. (05.09.2013/alc/a/a)


