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Renten: Anleger harren der Dinge
08.08.25 15:32
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bundesanleihen stehen im Spannungsfeld einer im Euroraum weitgehend ausgereizten Geldpolitik, steigender Staatsschulden und diffuser Vorgaben aus den USA, so die Analysten der Helaba.
Am deutschen Rentenmarkt sei derzeit keine klare Tendenz erkennbar. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen würden seit Mai um die Marke von 2,6% schwanken. Dies dürfte unter anderem an der eher schwach ausgeprägten Zinsfantasie der Anleger liegen. Die Wahrscheinlichkeit einer EZB-Zinssenkung im September werde nicht mehr als hoch eingestuft. Die Rendite zweijähriger Bundesanleihen habe sich zuletzt im Bereich von 1,9% bewegt. Anfang Mai habe sie sich noch an der Marke von 1,7% orientiert. An den Terminmärkten für den Geldmarkt spiegele sich diese Entwicklung ebenfalls wider.
Es gebe zwei Hauptfaktoren. Erstens die Fiskalpolitik: Nach jahrelanger konjunktureller Stagnation verfüge die deutsche Wirtschaft über ein erhebliches Aufholpotenzial. Mithilfe staatlicher Investitions- und Ausgabenprogramme sollte die Handbremse endlich gelöst werden. Dabei sei die Gefahr durchaus gegeben, dass damit auch die Inflation im Euroraum angeschoben werde. Damit wären wir beim zweiten Faktor. Die jüngste Entwicklung der Euro-Verbraucherpreise gebe mit dem Erreichen des 2-Prozent-Zielwerts auf den ersten Blick zwar ein günstiges Bild ab. Die Jahresrate der Kernteuerung liege mit 2,3% aber immer noch über der Gesamtrate, die vor allem von sinkenden Energiepreisen profitiert habe. Und auf Basis der letzten sechs Monate ergebe sich bei der Kernrate sogar ein Anstieg von 2,7%. Viel Spielraum habe die EZB somit nicht.
Zahlreiche Euro-Länder stünden fiskalpolitisch unter massivem Druck, da sie gleichzeitig den Sozialstaat aufrechterhalten und militärisch aufrüsten müssten. Besonders kritisch scheine die Situation in Frankreich zu sein. Der Abschlag bei zehnjährigen französischen Laufzeiten gegenüber italienischen Papieren sei auf rund 10 Basispunkte geschrumpft. Im Mai habe der Abstand noch bei rund 40 Basispunkten gelegen. Der Aufschlag Frankreichs gegenüber Bunds sei jedoch in etwa gleich geblieben und liege bei rund 70 Basispunkten. Somit schrumpfe auch Deutschlands Zinsvorteil gegenüber Italien. Angesichts der aktuell stattfindenden Diskussion über die Staatsschulden könnte eine Zinssenkung ohne entsprechenden Inflationsrückgang unter die 2-Prozent-Marke in der Öffentlichkeit einen aus EZB-Sicht wenig wünschenswerten Eindruck vermitteln.
Ein Blick über den Atlantik zeige die schwierige Ausgangsposition der Notenbanken im Falle einer sehr expansiven Fiskalpolitik. Komme, wie in den USA, massiver politischer Druck hinzu, die Leitzinsen zu senken, stelle dies eine erhebliche Belastung für die Inflationserwartungen dar. Zwar hätten die schwächeren US-Arbeitsmarktdaten die Inflationserwartungen gedrückt und die Zinssenkungsfantasie wiederbelebt. Die US-Notenbank sehe die Datenlage jedoch weiterhin als unklar und damit kritisch an, was dafürspreche, dass sie vorerst ihre Stellung halte. Eine merkliche Verschiebung der Renditeniveaus sei somit kurzfristig nicht zu erwarten. (08.08.2025/alc/a/a)
Am deutschen Rentenmarkt sei derzeit keine klare Tendenz erkennbar. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen würden seit Mai um die Marke von 2,6% schwanken. Dies dürfte unter anderem an der eher schwach ausgeprägten Zinsfantasie der Anleger liegen. Die Wahrscheinlichkeit einer EZB-Zinssenkung im September werde nicht mehr als hoch eingestuft. Die Rendite zweijähriger Bundesanleihen habe sich zuletzt im Bereich von 1,9% bewegt. Anfang Mai habe sie sich noch an der Marke von 1,7% orientiert. An den Terminmärkten für den Geldmarkt spiegele sich diese Entwicklung ebenfalls wider.
Zahlreiche Euro-Länder stünden fiskalpolitisch unter massivem Druck, da sie gleichzeitig den Sozialstaat aufrechterhalten und militärisch aufrüsten müssten. Besonders kritisch scheine die Situation in Frankreich zu sein. Der Abschlag bei zehnjährigen französischen Laufzeiten gegenüber italienischen Papieren sei auf rund 10 Basispunkte geschrumpft. Im Mai habe der Abstand noch bei rund 40 Basispunkten gelegen. Der Aufschlag Frankreichs gegenüber Bunds sei jedoch in etwa gleich geblieben und liege bei rund 70 Basispunkten. Somit schrumpfe auch Deutschlands Zinsvorteil gegenüber Italien. Angesichts der aktuell stattfindenden Diskussion über die Staatsschulden könnte eine Zinssenkung ohne entsprechenden Inflationsrückgang unter die 2-Prozent-Marke in der Öffentlichkeit einen aus EZB-Sicht wenig wünschenswerten Eindruck vermitteln.
Ein Blick über den Atlantik zeige die schwierige Ausgangsposition der Notenbanken im Falle einer sehr expansiven Fiskalpolitik. Komme, wie in den USA, massiver politischer Druck hinzu, die Leitzinsen zu senken, stelle dies eine erhebliche Belastung für die Inflationserwartungen dar. Zwar hätten die schwächeren US-Arbeitsmarktdaten die Inflationserwartungen gedrückt und die Zinssenkungsfantasie wiederbelebt. Die US-Notenbank sehe die Datenlage jedoch weiterhin als unklar und damit kritisch an, was dafürspreche, dass sie vorerst ihre Stellung halte. Eine merkliche Verschiebung der Renditeniveaus sei somit kurzfristig nicht zu erwarten. (08.08.2025/alc/a/a)


