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Renten: Alle Augen auf G20-Gipfel gerichtet, gute Nachrichten für Deutsche Bank
01.07.19 09:15
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der vergangenen Handelswoche setzte sich der positive Trend an den europäischen Rentenmärkten fort, wenn auch mit weniger Dynamik als noch in der Vorwoche, so die Experten von Union Investment.
Anleihen aus den Kernländern hätten weitere Kursgewinne verzeichnet. Die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen habe am Dienstag ein Rekordtief bei -0,335 Prozent markiert. Zum Ende der Berichtswoche sei es dann jedoch zu einer kleinen Gegenbewegung gekommen. Insgesamt hätten sich die Marktteilnehmer von der abwartenden Seite gezeigt und würden nun gebannt nach Osaka schauen, wo am Wochenende der G20-Gipfel stattfinde. Es falle den Staats- und Regierungschefs zunehmend schwer, mit einer Stimme zu sprechen. Große Gipfelergebnisse seien daher wohl kaum zu erwarten.
Spannender dürfte hingegen das "Rahmenprogramm" werden, wenn sich US-Präsident Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping treffen würden, um eine Lösung im Handelsstreit zu finden. Das US-Finanzministerium habe im Vorfeld durchaus Hoffnung verbreitet. Trump habe hingegen widersprüchliche Signale gesendet und bleibe wohl einmal mehr unberechenbar.
Auch Staatsanleihen aus den Peripherieländern hätten leicht zugelegt. Der Handelsstreit spreche zwar eigentlich gegen risikobehaftete Papiere, doch die inzwischen nicht nur in Deutschland präsenten, negativen Renditen würden Anleger verstärkt nach Alternativen suchen lassen. Für Rückenwind sorge zudem die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Ankündigung von Mario Draghi, notfalls die Ankaufprogramme wieder aufleben zu lassen, sei eine wichtige Stütze.
In diesen Tagen seien erste Gerüchte aufgekommen, wonach die Währungshüter Möglichkeiten suchen würden, die Emittenten-Limite zu umgehen oder anzupassen. Dann wären sie in der Lage, auch wieder verstärkt Peripherieanleihen zu erwerben. Als einer der größter Profiteure seien hier sicherlich italienische Anleihen zu nennen. Mit der EZB hätte man selbst dann einen Käufer, wenn sich der Haushaltsstreit mit der Europäischen Union wieder zuspitzen würde. Insgesamt hätten europäische Staatsanleihen in der Berichtswoche, gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index, um 0,4 Prozent leicht zugelegt.
Nach unzähligen Negativmeldungen gebe es endlich einmal gute Nachrichten für die Deutsche Bank. Das Geldhaus habe erfolgreich den zweigeteilten Banken-Stresstest der US-Notenbank Federal Reserve bestanden. In den vergangenen Jahren sei dies nicht immer gelungen. Den ersten Teil der Belastungsprobe, bei der die FED verschiedene Krisenszenarien simuliere und dabei die Auswirkungen auf die Kapitalbasis prüfe. Habe die Deutsche Bank bereits letzte Woche bestanden. Problematischer sei in der Vergangenheit aber der zweite Teil gewesen. Hier würden interne Kontrollmechanismen und das Risikomanagement bewertet. Angesichts einer Vielzahl an Klagen in den USA habe die FED dem Geldhaus in diesem Bereich im vergangenen Jahr erhebliche Schwächen attestiert.
Deutsche Bank-Chef Sewing habe den Stresstest bei seinem Antritt zur Chefsache erklärt und nun auch geliefert. Der bestandene Stresstest dürfte das Image des Kreditinstitutes verbessern. Dieses habe zuletzt unter einem Verdacht auf Geldwäsche gelitten. In dieser Sache stünden zudem noch weitere Untersuchungen an. Die Anleihen der Deutschen Bank hätten darauf zunächst mit Kursaufschlägen reagiert.
Mit diesem Freitag ende das erste Börsenhalbjahr. Rentenanleger würden dabei auf sehr erfolgreiche sechs Monate zurückblicken. Schwache Konjunkturdaten, sinkende Inflationsraten und vor allem aber der Richtungswechsel in der Geldpolitik der großen Notenbanken hätten den Rentenmarkt gestützt. Europäische Staatsanleihen hätten rund sechs Prozent zugelegt, US-Staatsanleihen hätten knapp dahinter gelegen. Die Aussicht auf sinkende US-Zinsen habe bei Papieren aus den aufstrebenden Volkswirtschaften sogar für ein Plus von elf Prozent gesorgt. Angesichts der niedrigeren Renditen bei Staatspapieren seien auch Unternehmensanleihen gefragt gewesen. Nachrangpapiere hätten besonders stark zugelegt. In diesem Segment habe der Zuwachs über acht Prozent betragen. (Ausgabe vom 28.06.2019)
(01.07.2019/alc/a/a)
Anleihen aus den Kernländern hätten weitere Kursgewinne verzeichnet. Die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen habe am Dienstag ein Rekordtief bei -0,335 Prozent markiert. Zum Ende der Berichtswoche sei es dann jedoch zu einer kleinen Gegenbewegung gekommen. Insgesamt hätten sich die Marktteilnehmer von der abwartenden Seite gezeigt und würden nun gebannt nach Osaka schauen, wo am Wochenende der G20-Gipfel stattfinde. Es falle den Staats- und Regierungschefs zunehmend schwer, mit einer Stimme zu sprechen. Große Gipfelergebnisse seien daher wohl kaum zu erwarten.
Spannender dürfte hingegen das "Rahmenprogramm" werden, wenn sich US-Präsident Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping treffen würden, um eine Lösung im Handelsstreit zu finden. Das US-Finanzministerium habe im Vorfeld durchaus Hoffnung verbreitet. Trump habe hingegen widersprüchliche Signale gesendet und bleibe wohl einmal mehr unberechenbar.
In diesen Tagen seien erste Gerüchte aufgekommen, wonach die Währungshüter Möglichkeiten suchen würden, die Emittenten-Limite zu umgehen oder anzupassen. Dann wären sie in der Lage, auch wieder verstärkt Peripherieanleihen zu erwerben. Als einer der größter Profiteure seien hier sicherlich italienische Anleihen zu nennen. Mit der EZB hätte man selbst dann einen Käufer, wenn sich der Haushaltsstreit mit der Europäischen Union wieder zuspitzen würde. Insgesamt hätten europäische Staatsanleihen in der Berichtswoche, gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index, um 0,4 Prozent leicht zugelegt.
Nach unzähligen Negativmeldungen gebe es endlich einmal gute Nachrichten für die Deutsche Bank. Das Geldhaus habe erfolgreich den zweigeteilten Banken-Stresstest der US-Notenbank Federal Reserve bestanden. In den vergangenen Jahren sei dies nicht immer gelungen. Den ersten Teil der Belastungsprobe, bei der die FED verschiedene Krisenszenarien simuliere und dabei die Auswirkungen auf die Kapitalbasis prüfe. Habe die Deutsche Bank bereits letzte Woche bestanden. Problematischer sei in der Vergangenheit aber der zweite Teil gewesen. Hier würden interne Kontrollmechanismen und das Risikomanagement bewertet. Angesichts einer Vielzahl an Klagen in den USA habe die FED dem Geldhaus in diesem Bereich im vergangenen Jahr erhebliche Schwächen attestiert.
Deutsche Bank-Chef Sewing habe den Stresstest bei seinem Antritt zur Chefsache erklärt und nun auch geliefert. Der bestandene Stresstest dürfte das Image des Kreditinstitutes verbessern. Dieses habe zuletzt unter einem Verdacht auf Geldwäsche gelitten. In dieser Sache stünden zudem noch weitere Untersuchungen an. Die Anleihen der Deutschen Bank hätten darauf zunächst mit Kursaufschlägen reagiert.
Mit diesem Freitag ende das erste Börsenhalbjahr. Rentenanleger würden dabei auf sehr erfolgreiche sechs Monate zurückblicken. Schwache Konjunkturdaten, sinkende Inflationsraten und vor allem aber der Richtungswechsel in der Geldpolitik der großen Notenbanken hätten den Rentenmarkt gestützt. Europäische Staatsanleihen hätten rund sechs Prozent zugelegt, US-Staatsanleihen hätten knapp dahinter gelegen. Die Aussicht auf sinkende US-Zinsen habe bei Papieren aus den aufstrebenden Volkswirtschaften sogar für ein Plus von elf Prozent gesorgt. Angesichts der niedrigeren Renditen bei Staatspapieren seien auch Unternehmensanleihen gefragt gewesen. Nachrangpapiere hätten besonders stark zugelegt. In diesem Segment habe der Zuwachs über acht Prozent betragen. (Ausgabe vom 28.06.2019)
(01.07.2019/alc/a/a)


