Renten: Abruptes Ende der Anleihekäufe durch die EZB bleibt unwahrscheinlich


16.01.18 10:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - "Eigentlich" war es der erwartete Tag mit geringen Handelsvolumina an den Rentenmärkten, weil es keine Aktivität aus den USA gab, so die Analysten der National-Bank AG.

Außerdem seien Konjunkturdaten, die dem Markt Impulse hätten geben können, Mangelware gewesen. Die EZB habe ihre Ankaufaktivität in der letzten Woche wieder in gewohnter Manier, wenn auch mit verringerten Volumen aufgenommen. Die Daten dazu seien wenig überraschend ausgefallen.

Für Bewegung habe die Vorabveröffentlichung eines Interviews in der BöZ des lettischen Notenbankchefs gesorgt, der sich sehr wohl ein abruptes Ende der Anleihekäufe durch die EZB vorstellen könne. Ähnlich wie der österreichische Vertreter im EZB-Gremium gehe er davon aus, dass bei entsprechender konjunktureller Lage ein Ende der Ankäufe bereits im Oktober denkbar und möglich sei. Das stehe jedoch im Gegensatz zu den Aussagen von Mario Draghi und zahlreicher anderer EZB-Vertreter. Bislang sei es Konsens, dass die EZB das QE-Programm auslaufen und nicht abrupt beendet werde. Man würde damit auch dem Beispiel der FED folgen, die das genauso gehandhabt habe.

Wenn es tatsächlich ein umfangreicheres Umdenken zum Verlauf des QE-Programms geben sollte, werde die EZB die Anleger darauf bald vorbereiten. Zu diesem Themenkomplex werde sich der Notenbankchef auf der Pressekonferenz nach der nächsten Tagung des EZB-Rats sicher äußern. Es bleibe aber sehr wahrscheinlich, dass die Mehrheit der EZB-Vertreter an dem bislang geplanten Verlauf von dem QE-Programm festhalten werde. Ein Umdenken dürfte nur in dem Fall stattfinden. In dem die Teuerung unerwartet deutlich anziehe und die 2%-Marke auf Jahresbasis schnell näher komme. Durch die jüngste Währungsentwicklung sollte die Teuerungsentwicklung jedoch eher zusätzlich gedämpft werden, auch wenn die EZB durch solche Effekte hindurch schauen werde.

Datenseitig stünden heute vor allem endgültige Preisdaten auf der Agenda. Impulse bzw. Überraschungen würden von diesen sicher nicht ausgehen. Konjunkturdaten aus den USA würden vorerst Mangelware bleiben. Ansonsten würden sich die Blicke ein wenig nach Griechenland richten. Die Regierung mühe sich, die zugesagten Reformschritte, wenn auch wie immer in letzter Minute, doch noch größtenteils umzusetzen. Das gestern beschlossene Reformpaket sehe einmal mehr zahlreiche Eingriffe vor, die das Land auf einen Wachstumskurs bringen und den Staatshaushalt konsolidieren sollten. Begleitet worden seien diese Vorhaben jedoch von Massenprotesten, obwohl die Regierung auf der andere Seite bei einigen Programm die Ausgabenbremse deutlich gelockert habe.

In den USA scheine mit dem näher rücken des Termins für den shut down Bewegung in die republikanische Seite zu kommen. An eine Einigung mit den Demokraten würden viele republikanische Abgeordnete jedoch nicht glauben, denn sie wollten auf eine weitere befristete Anhebung der Verschuldungsobergrenze bis zum 16. Februar setzen, um sich bis dahin mit den Demokraten in zahlreichen Detailfragen zu einigen – "Kicking the can down the road" - scheine ihr Motto zu sein.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte heute Morgen erneut mit leichten Kursgewinnen in den Tag starten. Er bleibe angeschlagen. Im weiteren Handelsverlauf sollte er sich zwischen 159,70 und 161,20 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,45 und 2,62% schwanken. (16.01.2018/alc/a/a)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
125,5072 € 125,371 € 0,1362 € +0,11% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 131,95 € 124,26 €