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Renditen von deutschen Staatsanleihen auf niedrigerem Niveau als zu Jahresbeginn
22.12.23 09:27
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Trotz der rapiden Leitzinsanhebungen der EZB notierten gegen Jahresende die Renditen von deutschen Staatsanleihen auf einem niedrigeren Niveau als zu Jahresbeginn, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Allerdings sei die Entwicklung im Jahresverlauf ausgesprochen volatil gewesen. Beispielsweise habe der Jahresanfangswert von zehnjährigen deutschen Anleihen bei rund 2,5% gelegen, das Renditetief sei im März bei 2% erreicht worden und das Renditehoch habe sich erst im Oktober bei rund 3% eingestellt. Ein prägendes Element im Zinsmarkt sei die inverse Zinskurve. Im Jahr 2023 sei die Verzinsung für deutsche Anleihen mit kurzer Laufzeit durchwegs höher als für lange Laufzeiten gewesen.
Auch die Risikoaufschläge europäischer Staaten hätten gegen Jahresende auf einem niedrigeren Niveau als zu Jahresbeginn gelegen. Die italienische Staatsanleihe rentiere nur noch 170 BP über der deutschen - zu Jahresbeginn seien es noch 210 BP gewesen. Zwar seien zwischenzeitlich die hohen erwarteten Defizite Italiens in den Mittelpunkt geraten, ausschlaggebend für die Volatilität seien jedoch hauptsächlich die Bewegungen am Bund-Markt gewesen. Die Reduktion des Anleihebestandes der EZB im Jahr 2023 habe bisher keine negativen Auswirkungen auf Staatsanleihe-Spreads gehabt.
EUR Corporates hätten im abgelaufenen Jahr das Gros der negativen Wertentwicklung in 2022 wieder wettmachen können. Erstens seien hierfür der Rückgang der Bundrenditen und zweitens deutlich niedrigere Risikoprämien im Jahresverlauf verantwortlich gewesen. Dabei sei die Performance des EUR High-Yield Segments hervorgestochen, das die 11%-Marke deutlich überschritten habe. Über weite Strecken des Jahres 2023 sei eine durchschnittliche bis niedrige Credit-Spreadvolatilität zu beobachten gewesen. In beiden Segmenten sei also klar die zugrundeliegende Renditebewegung der wichtigere Performancefaktor gewesen.
Emissionsseitig sei eine spürbare Zunahme der platzierten Volumen im Jahresvergleich verzeichnet worden (IG: +37%; HY: +104%). Dies habe im IG-Segment jedoch dem längerfristigen Durchschnittsvolumen entsprochen. Diese Credit-Klasse dürfte sich rasch an das höhere Zinsumfeld gewöhnt haben und sei aus fundamentalen Gesichtspunkten auch gut dafür gewappnet. Dagegen würden Credit-Kennzahlen im HY-Segment - der Net Leverage sei angestiegen, die Interest Coverage sei zurückgegangen - bereits seit Ende 2021 eine Eintrübung verbuchen. Allerdings habe es bei HY Unternehmen noch keinen akuten Refinanzierungsbedarf gegeben. Die Ratingänderungen seien in Westeuropa noch immer von mehr Down- als Upgrades geprägt gewesen, jedoch habe sich das Verhältnis etwas verbessert.
EUR Financials hätten im Jahr 2023 vom veränderten Zinsumfeld profitiert, welches vor allem die Nettozinserträge habe ansteigen lassen. Credit-Kennzahlen wie die NPL-Ratio bzw. Kapitalniveaus hätten stabil gehalten bzw. ausgebaut werden können und so starte der europäische Bankensektor auf einem soliden Fundament in das Jahr 2024. Die Spuren der US-Bankenkrise sowie der Fall der Credit Suisse hätten den Markt nur temporär zu verunsichern vermocht.
Risikoprämien sowohl im Senior als auch im Subordinated Segment stünden wieder deutlich unterhalb der Niveaus vom Frühjahr 2023. Durch die Renditeabwärtsrally zum Jahresausgang sei der ohnehin schon positive Gesamtertrag auf über 7% (Senior) bzw. 8,7% (Subordinated) hochgeschraubt worden. EUR Covered Bonds hätten ein erneut starkes Jahr auf dem EUR Primärmarkt gehabt. Nach knapp EUR 200 Mrd. im Vorjahr hätten im Jahr 2023 rund EUR 186 Mrd. gepreist werden können. Die begebenen Laufzeiten seien im Bereich von drei bis fünf Jahren verblieben und es seien mit Fortdauer des Jahres erhöhte Emissionsprämien zu beobachten gewesen. (Ausgabe vom 21.12.2023) (22.12.2023/alc/a/a)
Allerdings sei die Entwicklung im Jahresverlauf ausgesprochen volatil gewesen. Beispielsweise habe der Jahresanfangswert von zehnjährigen deutschen Anleihen bei rund 2,5% gelegen, das Renditetief sei im März bei 2% erreicht worden und das Renditehoch habe sich erst im Oktober bei rund 3% eingestellt. Ein prägendes Element im Zinsmarkt sei die inverse Zinskurve. Im Jahr 2023 sei die Verzinsung für deutsche Anleihen mit kurzer Laufzeit durchwegs höher als für lange Laufzeiten gewesen.
Auch die Risikoaufschläge europäischer Staaten hätten gegen Jahresende auf einem niedrigeren Niveau als zu Jahresbeginn gelegen. Die italienische Staatsanleihe rentiere nur noch 170 BP über der deutschen - zu Jahresbeginn seien es noch 210 BP gewesen. Zwar seien zwischenzeitlich die hohen erwarteten Defizite Italiens in den Mittelpunkt geraten, ausschlaggebend für die Volatilität seien jedoch hauptsächlich die Bewegungen am Bund-Markt gewesen. Die Reduktion des Anleihebestandes der EZB im Jahr 2023 habe bisher keine negativen Auswirkungen auf Staatsanleihe-Spreads gehabt.
Emissionsseitig sei eine spürbare Zunahme der platzierten Volumen im Jahresvergleich verzeichnet worden (IG: +37%; HY: +104%). Dies habe im IG-Segment jedoch dem längerfristigen Durchschnittsvolumen entsprochen. Diese Credit-Klasse dürfte sich rasch an das höhere Zinsumfeld gewöhnt haben und sei aus fundamentalen Gesichtspunkten auch gut dafür gewappnet. Dagegen würden Credit-Kennzahlen im HY-Segment - der Net Leverage sei angestiegen, die Interest Coverage sei zurückgegangen - bereits seit Ende 2021 eine Eintrübung verbuchen. Allerdings habe es bei HY Unternehmen noch keinen akuten Refinanzierungsbedarf gegeben. Die Ratingänderungen seien in Westeuropa noch immer von mehr Down- als Upgrades geprägt gewesen, jedoch habe sich das Verhältnis etwas verbessert.
EUR Financials hätten im Jahr 2023 vom veränderten Zinsumfeld profitiert, welches vor allem die Nettozinserträge habe ansteigen lassen. Credit-Kennzahlen wie die NPL-Ratio bzw. Kapitalniveaus hätten stabil gehalten bzw. ausgebaut werden können und so starte der europäische Bankensektor auf einem soliden Fundament in das Jahr 2024. Die Spuren der US-Bankenkrise sowie der Fall der Credit Suisse hätten den Markt nur temporär zu verunsichern vermocht.
Risikoprämien sowohl im Senior als auch im Subordinated Segment stünden wieder deutlich unterhalb der Niveaus vom Frühjahr 2023. Durch die Renditeabwärtsrally zum Jahresausgang sei der ohnehin schon positive Gesamtertrag auf über 7% (Senior) bzw. 8,7% (Subordinated) hochgeschraubt worden. EUR Covered Bonds hätten ein erneut starkes Jahr auf dem EUR Primärmarkt gehabt. Nach knapp EUR 200 Mrd. im Vorjahr hätten im Jahr 2023 rund EUR 186 Mrd. gepreist werden können. Die begebenen Laufzeiten seien im Bereich von drei bis fünf Jahren verblieben und es seien mit Fortdauer des Jahres erhöhte Emissionsprämien zu beobachten gewesen. (Ausgabe vom 21.12.2023) (22.12.2023/alc/a/a)


