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Renditeauftrieb verliert an Schwung
06.11.18 11:30
Swisscanto Invest
Zürich (www.anleihencheck.de) - In den USA sind die Wachstumskräfte nach wie vor ungebrochen stark, so die Experten von Swisscanto Invest.
In den übrigen Industriestaaten falle die Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung hingegen weniger optimistisch aus. In China sei die Wachstumsrate auf den niedrigsten Stand seit der globalen Finanzkrise 2009 gefallen. Die chinesische Regierung plane deshalb mit geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen gegenzusteuern. Der wirtschaftliche Ausblick für die Eurozone habe sich im Oktober überraschend eingetrübt. Die Unterschiede zwischen den Ländern nähmen weiter zu. Zwar sei 2019 mit einer weiteren globalen Wachstumsverlangsamung zu rechnen, das Risiko einer Rezession würden die Experten von Swisscanto Invest hingegen nach wie vor als gering erachten.
An den Aktienmärkten habe die Kombination aus steigenden US-Renditen, reduzierten Wachstumsaussichten und geopolitischen Risiken in den letzten Wochen zu einer rapiden Stimmungseintrübung geführt. Die Volatilität an den Aktienmärkten bleibe vorerst auf erhöhtem Niveau. Noch sei es aber zu früh, das Ende der langjährigen Börsenhausse auszurufen. Die US-Notenbank versuche, der US-Wirtschaft eine "weiche Landung" zu bescheren, indem sie mit der schrittweisen Anhebung der Leitzinsen fortfahre. Die Experten von Swisscanto Invest würden den nächsten Zinsschritt im Dezember erwarten und drei weiteren Zinsschritte im nächsten Jahr für realistisch halten.
An den Aktienmärkten habe die unangenehme Mischung aus steigenden US-Renditen, reduzierten Wachstumsaussichten und geopolitischen Risiken - allen voran der ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China - in den letzten Wochen zu einer rasanten Stimmungseintrübung und zu heftigen Kursrückgängen geführt. Die Volatilität sei in der Folge sprunghaft angestiegen und man brauche kein Prophet zu sein, um vorherzusagen, dass die Schwankungen wohl auf einem erhöhten Niveau verharren würden.
Noch sei es nach Meinung der Experten von Swisscanto Invest aber zu früh, um bereits das Ende der langjährigen Börsenhausse auszurufen. Der Blick in die Geschichtsbücher zeige nämlich, dass Bärenmärkte üblicherweise mit Rezessionen zusammenfallen würden. Oder genauer formuliert: Die Aktienmärkte würden ihren zyklischen Höchststand im Durchschnitt zwischen sechs bis zwölf Monate vor dem Beginn einer Rezession erreichen. Zwar ist 2019 mit einer weiteren globalen Wachstumsverlangsamung zu rechnen, das Risiko einer Rezession erachten wir hingegen weiterhin als gering, so die Experten von Swisscanto Invest. Die Federal Reserve Bank of New York schätze das Rezessionsrisiko für die USA in den nächsten zwölf Monaten auf knapp 15 Prozent. Bei einem solch tiefen Wert sei es in der Nachkriegszeit lediglich einmal, nämlich 1973 (Erdölkrise), zu einer Rezession gekommen. Die Experten von Swisscanto Invest würden deshalb die schwierige Phase, welche die Aktienmärkte im Moment durchlaufen würden, als Bewertungskorrektur und nicht als den Beginn eines Bärenmarkts erachten.
Im aktuellen Umfeld halten wir eine eher defensive Strategie für sinnvoll, so die Experten von Swisscanto Invest. Dementsprechend würden den Experten US-Aktien und Schweizer Dividendentitel gefallen. Der US-Markt besitze zwar einen überdurchschnittlich hohen Anteil an den stark gebeutelten Technologieunternehmen, seine Sektorstruktur sei aber insgesamt gut diversifiziert. Darüber hinaus sei er der liquideste Markt. Auch fundamental seien die Voraussetzungen gut. Die Experten von Swisscanto Invest sähen in den USA nach wie vor das höchste Gewinnwachstum im regionalen Vergleich. Durch die jüngsten Kursabschläge sei der Markt zudem im Vergleich zur eigenen Historie nicht mehr überdurchschnittlich bewertet. Der Schweizer Markt profitiere von seiner äußerst defensiven Sektorstruktur. Das Gewinnwachstum sähen die Experten annähernd so hoch wie in den USA. Der Grund liege hier anders als in den USA weniger in der Umsatzentwicklung als vielmehr in der Kostendisziplin der Unternehmen.
Der kräftige Anstieg der Renditen habe im September noch zu Kursverlusten an den Anleihenmärkten geführt. Durch die Korrektur an den Aktienmärkten habe der Renditeauftrieb im Oktober an Schwung verloren. Im Zuge dessen habe die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen bei Investoren zugenommen. So sei beispielsweise die Rendite der 10-jährigen Schweizer Staatsanleihen zwischenzeitlich wieder unter die Nullmarke gefallen. Der Renditeanstieg dürfte sich über die kommenden Wochen jedoch moderat fortsetzen, da sich die Konjunktur trotz leicht tieferer Dynamik immer noch im Wachstumsmodus befinde und die Notenbanken eine restriktivere Geldpolitik verfolgen würden.
Der Preis für die Rohölsorte Brent habe Anfang Oktober einen neuen Jahreshöchstwert von über 85 US-Dollar pro Barrel erreicht. Preistreibend habe insbesondere die Sorge gewirkt, dass das US-Handelsverbot gegenüber dem Iran das globale Rohölangebot deutlich verringern könnte. Die Verschärfung der Sanktionen sei zwar erst am 4. November in Kraft getreten, jedoch hätten sich die iranischen Ölexporte bereits im Vorfeld gegenüber Anfang 2018 deutlich reduziert. Steigende US-Lagerbestände und die Zusage Saudi-Arabiens, die Produktion falls erforderlich deutlich zu erhöhen, hätten den Brent-Preis jüngst wieder unter 80 US-Dollar pro Barrel gedrückt. Es bestünden jedoch Zweifel daran, dass Saudi-Arabien tatsächlich seine Produktion in kürzester Zeit deutlich ausweiten könne. Somit könnten die ungenutzten Kapazitätsreserven viel geringer sein. In Anbetracht dessen könnten weitere Produktionsausfälle in instabilen Produktionsländern wie Venezuela, Nigeria oder Libyen die Preise jederzeit in die Höhe treiben. Die Volatilität dürfte vorerst anhalten. (06.11.2018/alc/a/a)
In den übrigen Industriestaaten falle die Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung hingegen weniger optimistisch aus. In China sei die Wachstumsrate auf den niedrigsten Stand seit der globalen Finanzkrise 2009 gefallen. Die chinesische Regierung plane deshalb mit geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen gegenzusteuern. Der wirtschaftliche Ausblick für die Eurozone habe sich im Oktober überraschend eingetrübt. Die Unterschiede zwischen den Ländern nähmen weiter zu. Zwar sei 2019 mit einer weiteren globalen Wachstumsverlangsamung zu rechnen, das Risiko einer Rezession würden die Experten von Swisscanto Invest hingegen nach wie vor als gering erachten.
An den Aktienmärkten habe die Kombination aus steigenden US-Renditen, reduzierten Wachstumsaussichten und geopolitischen Risiken in den letzten Wochen zu einer rapiden Stimmungseintrübung geführt. Die Volatilität an den Aktienmärkten bleibe vorerst auf erhöhtem Niveau. Noch sei es aber zu früh, das Ende der langjährigen Börsenhausse auszurufen. Die US-Notenbank versuche, der US-Wirtschaft eine "weiche Landung" zu bescheren, indem sie mit der schrittweisen Anhebung der Leitzinsen fortfahre. Die Experten von Swisscanto Invest würden den nächsten Zinsschritt im Dezember erwarten und drei weiteren Zinsschritte im nächsten Jahr für realistisch halten.
Noch sei es nach Meinung der Experten von Swisscanto Invest aber zu früh, um bereits das Ende der langjährigen Börsenhausse auszurufen. Der Blick in die Geschichtsbücher zeige nämlich, dass Bärenmärkte üblicherweise mit Rezessionen zusammenfallen würden. Oder genauer formuliert: Die Aktienmärkte würden ihren zyklischen Höchststand im Durchschnitt zwischen sechs bis zwölf Monate vor dem Beginn einer Rezession erreichen. Zwar ist 2019 mit einer weiteren globalen Wachstumsverlangsamung zu rechnen, das Risiko einer Rezession erachten wir hingegen weiterhin als gering, so die Experten von Swisscanto Invest. Die Federal Reserve Bank of New York schätze das Rezessionsrisiko für die USA in den nächsten zwölf Monaten auf knapp 15 Prozent. Bei einem solch tiefen Wert sei es in der Nachkriegszeit lediglich einmal, nämlich 1973 (Erdölkrise), zu einer Rezession gekommen. Die Experten von Swisscanto Invest würden deshalb die schwierige Phase, welche die Aktienmärkte im Moment durchlaufen würden, als Bewertungskorrektur und nicht als den Beginn eines Bärenmarkts erachten.
Im aktuellen Umfeld halten wir eine eher defensive Strategie für sinnvoll, so die Experten von Swisscanto Invest. Dementsprechend würden den Experten US-Aktien und Schweizer Dividendentitel gefallen. Der US-Markt besitze zwar einen überdurchschnittlich hohen Anteil an den stark gebeutelten Technologieunternehmen, seine Sektorstruktur sei aber insgesamt gut diversifiziert. Darüber hinaus sei er der liquideste Markt. Auch fundamental seien die Voraussetzungen gut. Die Experten von Swisscanto Invest sähen in den USA nach wie vor das höchste Gewinnwachstum im regionalen Vergleich. Durch die jüngsten Kursabschläge sei der Markt zudem im Vergleich zur eigenen Historie nicht mehr überdurchschnittlich bewertet. Der Schweizer Markt profitiere von seiner äußerst defensiven Sektorstruktur. Das Gewinnwachstum sähen die Experten annähernd so hoch wie in den USA. Der Grund liege hier anders als in den USA weniger in der Umsatzentwicklung als vielmehr in der Kostendisziplin der Unternehmen.
Der kräftige Anstieg der Renditen habe im September noch zu Kursverlusten an den Anleihenmärkten geführt. Durch die Korrektur an den Aktienmärkten habe der Renditeauftrieb im Oktober an Schwung verloren. Im Zuge dessen habe die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen bei Investoren zugenommen. So sei beispielsweise die Rendite der 10-jährigen Schweizer Staatsanleihen zwischenzeitlich wieder unter die Nullmarke gefallen. Der Renditeanstieg dürfte sich über die kommenden Wochen jedoch moderat fortsetzen, da sich die Konjunktur trotz leicht tieferer Dynamik immer noch im Wachstumsmodus befinde und die Notenbanken eine restriktivere Geldpolitik verfolgen würden.
Der Preis für die Rohölsorte Brent habe Anfang Oktober einen neuen Jahreshöchstwert von über 85 US-Dollar pro Barrel erreicht. Preistreibend habe insbesondere die Sorge gewirkt, dass das US-Handelsverbot gegenüber dem Iran das globale Rohölangebot deutlich verringern könnte. Die Verschärfung der Sanktionen sei zwar erst am 4. November in Kraft getreten, jedoch hätten sich die iranischen Ölexporte bereits im Vorfeld gegenüber Anfang 2018 deutlich reduziert. Steigende US-Lagerbestände und die Zusage Saudi-Arabiens, die Produktion falls erforderlich deutlich zu erhöhen, hätten den Brent-Preis jüngst wieder unter 80 US-Dollar pro Barrel gedrückt. Es bestünden jedoch Zweifel daran, dass Saudi-Arabien tatsächlich seine Produktion in kürzester Zeit deutlich ausweiten könne. Somit könnten die ungenutzten Kapazitätsreserven viel geringer sein. In Anbetracht dessen könnten weitere Produktionsausfälle in instabilen Produktionsländern wie Venezuela, Nigeria oder Libyen die Preise jederzeit in die Höhe treiben. Die Volatilität dürfte vorerst anhalten. (06.11.2018/alc/a/a)


