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Regierungen und Notenbanken ziehen an einem Strang


29.05.20 10:45
Merck Finck Privatbankiers

München (www.anleihencheck.de) - Nach einer notenbanktechnisch kurzzeitig ruhigeren Phase eröffnet die EZB am kommenden Donnerstag den Reigen der Zentralbanktreffen im Juni, so die Experten von Merck Finck Privatbankiers.

"Die EZB dürfte trotz des Bundesverfassungsgerichtsurteils eine Aufstockung ihres Notfall-Anleihekaufprogramms beschließen", sage Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers weiter: "Sicher werden auch das BVerfG-Urteil und der aktuell sehr schwache Inflationstrend Themen sein. Im Zentrum wird aber die weitere Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung stehen." Greil verweist darauf, dass "jetzt anders als früher Regierungen und Notenbanken an einem Strang ziehen, indem die Zentralbankpolitik mit ihrer extrem expansiven Null- bzw. Niedrigzinspolitik der Finanzierung gewaltiger Hilfsprogramme wie dem EU-Wiederaufbaufonds den Weg ebnet."

In Sachen Konjunkturdaten stünden am Montag und zur Wochenmitte die finalen Einkaufsmanagerindices für Europa und die USA an. In Deutschland kämen am Freitag die Auftragseingänge der Industrie im April hinzu, in der Eurozone am Mittwoch der Arbeitsmarktbericht und die Produzentenpreise sowie am Donnerstag die Einzelhandelsumsätze - alles für April. Zudem geht die EU kommende Woche in die nächste Brexit-Verhandlungsrunde mit Großbritannien.

In den USA würden die ISM-Berichte am Montag für das verarbeitende Gewerbe sowie am Mittwoch für den Dienstleistungssektor im Mai weitere Aufschlüsse über die Stimmung der Unternehmen geben. Am Mittwoch würden wie in Deutschland an diesem Tag die Auftragseingänge der Industrie im April gemeldet, bevor am Freitag der wohl rabenschwarze Arbeitsmarktbericht für Mai die Woche abschließe. In China stünden von Sonntag bis Mittwoch die wichtigsten Mai-Einkaufsmanagerindices auf der Agenda. Am Sonntag in einer Woche folge dann noch die Handelsbilanz für Mai.

ZITATE:

"Anders als früher ziehen heute Regierungen und Notenbanken an einem Strang, indem die Zentralbankpolitik mit ihrer extrem expansiven Null- bzw. Niedrigzinspolitik der Finanzierung gewaltiger Hilfsprogramme wie dem EU-Wiederaufbaufonds den Weg ebnet."

"Die EZB dürfte trotz des Bundesverfassungsgerichtsurteils eine Aufstockung ihres Notfall-Anleihekaufprogramms beschließen."

"Sicher werden auch das BVerfG-Urteil und der aktuell sehr schwache Inflationstrend Themen sein, im Zentrum wird aber die weitere Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung stehen." (29.05.2020/alc/a/a)