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Reduktion der Anleihekäufe in Nordamerika?


01.03.21 11:15
Swisscanto Invest

Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Wirtschaft vermochte dem pandemiebedingten Abwärtsdruck im letzten Quartal 2020 besser als erwartet zu widerstehen, so die Experten von Swisscanto Invest.

Zudem habe sich der wirtschaftliche Ausblick im Vergleich zum Vormonat in fast allen Ländern und Regionen aufgehellt. Zum einen würden die Infektionszahlen weltweit stark sinken, derweil die Fortschritte beim Impfen Zuversicht auslösen würden. Zum anderen hätten sich sowohl Unternehmen als auch Konsumenten an die Pandemie-Situation angepasst. Spätestens zur Mitte dieses Jahres würden die Experten von Swisscanto Invest mit der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft eine starke globale Erholung erwarten. Die größte Wachstumsdynamik sähen sie in den asiatischen Schwellenländern sowie in den USA.

Zu Jahresanfang sei der Renditeanstieg durch höhere Inflationserwartungen getrieben gewesen. Mit der zunehmenden wirtschaftlichen Öffnung rund um den Globus würden sich auch die Realzinsen wieder von ihren Tiefständen entfernen. In der Summe würden die Experten von Swisscanto Invest von einem weiteren, graduellen Anstieg der Nominalrenditen ausgehen. Die Aktienmarktbewertungen seien zwar mittlerweile in vielen Regionen stattlich, der globale Wirtschaftsausblick der Experten von Swisscanto Invest spreche indes nach wie vor für konjunktursensitive Aktienmärkte. So hätten vor allem die Märkte der Schwellenländer Asiens und der US-Markt überdurchschnittliches Kurspotenzial.

Anders als im Januar, als die höheren Renditen fast gänzlich das Ergebnis höherer Inflationserwartungen gewesen seien, sei der Renditeanstieg im Februar zu einem beträchtlichen Teil realer Natur gewesen. So sei es beispielweise bei den US-Inflationserwartungen, gemessen an den 10-jährigen Breakeven-Inflationserwartungen, zu einer Konsolidierung gekommen, nachdem über die vergangenen Monate die Höchststände von 2018 von knapp 2,2 Prozent übertroffen worden seien. Allerdings hätten in früheren Phasen, beispielsweise vor und nach der globalen Finanzkrise 2008/09, die Inflationserwartungen erst bei über 2,5 Prozent ihr Zyklushoch erreicht. Angesichts dessen bestehe zurzeit also noch etwas Luft nach oben. Zudem dürften sich mit der zunehmenden wirtschaftlichen Öffnung die Realzinsen weiter von ihren Tiefständen im deutlich negativen Bereich lösen. Nach dem starken Anstieg würden die Experten von Swisscanto Invest eine Konsolidierung bei den Renditen für wahrscheinlich halten. Mittelfristig würden sie aber von einem weiteren, graduellen Anstieg der Nominalrenditen ausgehen.

Dabei dürfte der Renditeanstieg in Japan, Deutschland und der Schweiz weiterhin tendenziell weniger stark ausfallen als an den angelsächsischen Bondmärkten. So sähen die Experten von Swisscanto Invest gute Chancen, dass die Bank of Canada schon in diesem Sommer ihr Anleihekaufprogramm weiter drosseln werde. Auch die Erwartungen an die US-Notenbank FED bezüglich einer geldpolitischen Straffung seien zuletzt wieder etwas angestiegen. Allerdings deute derzeit wenig darauf hin, dass die US-Währungshüter eine rasche Rückführung der expansiven Geldpolitik planen würden. Insbesondere liege aufgrund der letztjährigen Strategieüberprüfung die Messlatte für eine Straffung höher als in früheren Phasen, sowohl was die Inflation als auch das Beschäftigungsziel betreffe.

US-Unternehmen hätten in der langsam zu Ende gehenden Gewinnberichtssaison erneut bewiesen, dass sie aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ihrer Flexibilität und Effizienz ein überdurchschnittlich hohes Gewinnwachstum erzielen würden. Während beispielsweise die Gewinne der europäischen Unternehmen im 4. Quartal noch um mehr als 15 Prozent gegenüber der gleichen Vorjahresperiode geschrumpft seien, hätten die US-Aktiengesellschaften bereits wieder ein Plus von fünf Prozent erzielt. Die Experten von Swisscanto Invest würden davon ausgehen, dass die US-Unternehmen ihre fundamentale Stärke auch in den kommenden Quartalen bewahren würden, und ihren Bewertungsaufschlag gegenüber denen anderer Regionen weiterhin als gerechtfertigt erachten. Zwar sähen die Experten von Swisscanto Invest die in Aussicht gestellte Anhebung der Unternehmenssteuern als Risiko, die bisherigen Verlautbarungen aus dem US-Finanzministerium würden aber nicht auf große Eile bei der Umsetzung hindeuten.

Die Experten von Swisscanto Invest hätten in den vergangenen Monaten darauf hingewiesen, dass Großbritanniens Aktienmarkt aufgrund der jetzt herrschenden Brexit-Planungssicherheit, der Fortschritte beim Corona-Impfprogramm und des damit verbundenen besseren Ausblicks für die konjunkturelle Dynamik deutlich attraktiver geworden sei. Die letztjährige relative Schwäche des Markts habe sich tatsächlich nicht fortgesetzt. Der jüngste Anstieg der Inflationserwartungen, der damit verbundene Anstieg der Anleiherenditen sowie die steilere Zinsstrukturkurve würden zudem die Sektoren Energie, Grundstoffe und Finanzdienstleister begünstigen, die am britischen Aktienmarkt besonders stark vertreten seien. Vor dem Hintergrund der nach wie vor niedrigen Bewertung britischer Aktien gegenüber denen anderer Märkte würden die Experten von Swisscanto Invest weiterhin mit überdurchschnittlichen Indexanstiegen in Großbritannien rechnen.

Das gelbe Edelmetall sei im Februar wie schon im Vormonat unter Abgabedruck geraten. Das steigende Renditeumfeld sei Hauptursache für den Preisrückgang von Gold gewesen. Nachdem über Monate hinweg nur steigende Inflationserwartungen für höhere Anleihenrenditen verantwortlich gewesen seien, hätten sich nun auch die Realrenditen von ihren Tiefstständen gelöst. Zwar würden die so genannten inflationsbereinigten Renditen noch längere Zeit im negativen Territorium verharren, jedoch sei ein weiterer Anstieg im Zuge der Konjunkturerholung wahrscheinlich. Folglich würden auch die Opportunitätskosten von Gold steigen, sodass die Experten von Swisscanto Invest vom aktuellen Niveau nur noch ein geringes Aufwärtspotenzial sähen. Solange die Notenbanken ihre expansive Geldpolitik fortsetzen würden, bleibe der Goldpreis noch gut unterstützt. Bei Anzeichen einer Reduktion der Wertpapierkäufe der Währungshüter dürften sich jedoch die Vorzeichen für Gold ändern, zumal dann mit einem stärkeren Realrenditeanstieg zu rechnen sei. (01.03.2021/alc/a/a)