Reagiert die japanische Notenbank auf niedrige Inflation?


31.10.16 09:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die neue Woche bietet keine Zeit für Langeweile, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dafür würden neben wichtigen Vorlaufindikatoren unter anderem mehrere bedeutsame Notenbankentscheidungen sorgen - getagt werde direkt heute Nacht in Japan und Australien, im weiteren Wochenverlauf dann in Großbritannien und den USA.

In Japan mache dabei die anhaltend niedrige Inflation den Währungshütern das Leben schwer. Die Teuerung habe im September erneut bei nur -0,5% gg. Vj. und damit weiter im deflationären Bereich gelegen. Trotz umfassender und teils kreativer geldpolitischer Maßnahmen hätten sich die Inflationserwartungen zuletzt erneut verschlechtert. Auf ihrer letzten Sitzung habe die Bank of Japan dazu angekündigt, die Anleihenkäufe fortan so flexibel zu gestalten, dass die Zinskurve stabilisiert werde. Die Ausweitung der Geldbasis solle aber solange fortgeführt werden, bis die Inflation stabil oberhalb der 2%-Zielgröße liege. Und das werde noch dauern. Die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnen damit, dass die japanischen Währungshüter ihre Inflationsprognosen senken und das Inflationsziel erst im späteren Jahresverlauf 2018 erreicht sehen. Eine weitere Senkung des Leitzinses sollte derweil heute Nacht nicht erfolgen.

Auch die australische Notenbank (Reserve Bank of Australia, RBA) sollte ihr Pulver trocken halten und mit Blick auf das solide Wachstum, die sinkende Arbeitslosenquote und die steigenden Rohstoffpreise von einer weiteren Zinssenkung absehen, wenngleich die Inflation das gesetzte Ziel der RBA von 2% bis 3% unterschreite.

In der Eurozone würden derweil zu Wochenbeginn harte Fakten geschaffen: Man rechne damit, dass die Wirtschaft im 3. Quartal um 0,2% und damit moderater gewachsen sei als noch im Vorquartal (Q2: 0,3% gg. Vq.). In Anbetracht der überraschend guten Zahlen zur Industrieproduktion bestehe aber ein leichtes Aufwärtsrisiko für die Prognose der Analysten. Mit Blick auf die jüngsten Inflationszahlen aus Deutschland gelte selbiges wohl auch für die Teuerung in der Eurozone. Die Analysten würden mit einer Jahresrate von 0,5% rechnen. Damit sollte der zuletzt etablierte leichte Aufwärtstrend bei der Preisentwicklung bestätigt werden. Man gehe vor allem aufgrund von Basiseffekten auch in den kommenden Monaten von leicht anziehenden Notierungen aus. Dennoch bleibe der zugrunde liegende Preisdruck gering.

In Großbritannien sei dagegen am Dienstag einen Blick wert, ob sich die Stimmung britischer Industrieunternehmen in den neuesten EinkaufsmanagerIndices für Oktober im Hinblick auf das zunehmend wahrscheinliche Szenario eines "hard exit" bereits verschlechtert habe. (31.10.2016/alc/a/a)