Erweiterte Funktionen
Rätselraten um Draghis nächste Schritte
08.12.16 11:45
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht sich mit steigenden Risiken für die Finanzstabilität im Euroraum konfrontiert, wie aus ihrem Halbjahresbericht hervorgeht, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Nun dürfe man gespannt sein, wie sich ihr Präsident Mario Draghi auf der heutigen Pressekonferenz dazu äußern werde. Die Gründe für die Unsicherheit seien vielschichtig und würden von der zukünftigen US-Wirtschaftspolitik und dem Brexit bis hin zu den Schuldenkrisen in Griechenland und Italien reichen. Europa hinke zurzeit den stabilitätspolitischen Ansprüchen hinterher, denn die vielen nationalen Aspekte würden ein einheitliches politisches Erscheinungsbild nicht aufkommen lassen.
Die Risse am Gebäude "Europa" seien nicht mehr zu überspachteln, sondern würden einer Generalsanierung bedürfen. Doch hierzu fehle im Vorfeld der anstehenden Wahlen in diversen Kernländern der Eurozone (Deutschland, Frankreich, Niederlande und eventuell auch Italien) die politische Stabilität. Weiterhin auf Zeit zu spielen, sei keine sinnvolle Option, die sich Europa noch leisten könne. Somit nehme jetzt - wie mit Beginn der Finanzkrise im Jahre 2007 - die EZB eine Schlüsselposition ein. Bereits damals hätten die Notenbanker in die Bresche springen und den Politikern Zeit erkaufen müssen, die allerdings nicht wirklich genutzt worden sei.
Inzwischen habe sich aber die Situation derart gewandelt, dass durch die Folgen der Niedrigzinspolitik - wie bei einer Chemotherapie - auch gesunde Zellen (Kapitalsammelstellen, Versicherer, Banken, etc.) geschädigt worden seien, die für die Finanzstabilität notwendig seien. Daher seien die heutigen Beschlüsse und Kommentare der verantwortlichen EZB-Banker wichtig, um die zukünftige Geldpolitik einschätzen zu können. So würden die Meinungen der Experten von einer Ankündigung einer QE-Verlängerung um sechs oder neun Monate bei gleichem Volumen bis hin zu einer Kombination aus Verlängerung bei gleichzeitiger Reduzierung des Ankaufvolumens reichen. Doch der Medizinschrank der EZB beinhalte noch andere Arzneien. Beispielsweise könnte auch die "Rendite-Ankaufschwelle" außer Kraft gesetzt oder verschoben werden. Aber auch eine Erhöhung des maximalen Ankaufvolumens für Anleihen eines in Bedrängnis geratenen Staates wäre möglich.
Mit besonderem Interesse würden darüber hinaus auch die Inflationserwartungen für die Jahre 2017 bis 2019 sein, die Aufschluss über die Wirksamkeit der bisherigen Medikation seitens der EZB geben und somit einen Zeitrahmen für ein mögliches Tapering vorgeben würden. Die Herausforderung für Mario Draghi werde bei seiner letzten Pressekonferenz des Jahres sein, mit bedachten Worten hektische Marktreaktionen an den Finanzmärkten zu vermeiden.
Italien habe sich in eine Situation reinmanövriert, aus der es immer schwerer werde, wieder herauszukommen. Darauf deute auch der Umstand hin, dass Staatspräsident Sergio Mattarella den Ministerpräsidenten Matteo Renzi gebeten habe, nach seiner Schlappe beim Referendum nicht sofort zurückzutreten. Erst solle Renzi noch das Haushaltsgesetz für das kommende Jahr durch das Parlament bringen. Diese Aufgabe sei am Mittwochabend vollbracht worden, aber nun solle er noch bis zur Klärung seiner Nachfolge weiterhin die Regierungsgeschäfte leiten. Dieser Prozess solle bis Samstagabend abgeschlossen sein.
Nach dem deutlichen "No" für seine Verfassungsreform von knapp 60% der Referendumsteilnehmer habe Renzi zunächst seinen Rücktritt angekündigt. Doch auch mit der Verschiebung des Rücktritts bleibe unklar, wie es in Italien weitergehen werde. Sobald Mattarella Renzis Gesuch annehme, werde der Rücktritt wirksam. Dann könnte er eine Übergangsregierung ernennen. Die andere Möglichkeit wäre, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen bereits im Frühjahr oder Sommer 2017 anzusetzen. Voraussetzung hierfür wäre aber eine Änderung des Wahlrechts.
Es scheine so, als lähme sich Italien wieder einmal selbst. Denn in dem drittgrößten Euro-Land stehe die Lösung drängender Probleme an. Das Bruttosozialprodukt verharre auf dem Niveau von 2000, dem Jahr des Beitritts zur Euro-Zone. Eine Folge davon sei der Umstand, dass jeder dritte Jugendliche ohne Job sei. Außerdem würden die italienischen Banken faule Kredite von insgesamt 360 Mrd. Euro vor sich her schieben.
Die Rettung des größten Sorgenkindes unter den Kreditinstituten, die Traditionsbank Monte dei Paschi, könnte nun eingeleitet werden. Laut Reuters bereite sich das italienische Finanzministerium darauf vor, seinen Anteil an Monte dei Paschi di Siena aufzustocken. Der Plan sehe vor, dass die Behörde von Privatinvestoren nachrangige Schulden erwerben und diese in Aktien umwandeln könnte. Mit diesem Schritt wolle die Bank gut 1 Mrd. Euro einnehmen. Außerdem könnte das Finanzministerium nachrangige Forderungen von Privatinvestoren aufkaufen, um diese vor Verlusten zu schützen. Ca. 40.000 Privatanleger würden Anleihen der Krisenbank über rund 2 Mrd. Euro halten.
Eigentlich wäre ein solcher Schritt zulasten des Steuerzahlers nicht mit EU-Recht vereinbar. Vielmehr müsste Monte dei Paschi per Bail-In von den Gläubigern gerettet werden. Dann aber würden tausende Kleinanleger Gefahr laufen, einen Teil ihrer Ersparnisse zu verlieren. Erstaunlich sei, dass die Marktreaktionen, die man nach dem Abstimmungsergebnis in Italien hätte erwarten können, bisher ausgeblieben seien. So wäre ein Kursverfall des Euro nach dem "No" beim Referendum nicht verwunderlich gewesen. Doch wie schon nach den im Grunde milden Reaktionen der Börsen infolge des Brexit-Referendums und der Wahl von Trump würden einen die Märkte in trügerischer Sicherheit wiegen. Davon dürfe man sich als Anleger allerdings nicht einlullen lassen. Es sei vielmehr ratsam, wachsam zu bleiben. Denn der Zeitpunkt werde kommen, an dem plötzlich wieder die harten Fakten die Stimmung an den Börsen bestimmen würden.
Während man in Großbritannien keine Eile mit einem Ausscheiden aus der Europäischen Union zu haben scheine, mache die Europäische Kommission (EU) Dampf. Der auf EU-Seite mit den Verhandlungen betraute Michel Barnier habe diese Woche klar gemacht, dass man statt voller zwei Jahre nur 15 bis höchstens 18 Monate für die Detailgespräche der Trennung zur Verfügung habe. Die restliche Zeit benötige man für die Ratifizierung des Abkommens.
Die in Artikel 50 der EU-Verträge festgelegte Frist von zwei Jahren beginne, sobald Großbritannien offiziell ein Austrittsgesuch gestellt habe. Premierministerin Theresa May habe dies bis Ende März avisiert. Der Prozess könnte sich aber verzögern, weil ein Gericht in London unlängst entschieden habe, dass es der Regierung nicht zustehe, den EU-Austritt ohne Einbeziehung des Parlaments auf den Weg zu bringen.
EU-Chefunterhändler Barnier habe in den vergangenen Wochen bereits 18 der verbleibenden 27 EU-Länder besucht und Einigkeit über vier Grundprinzipien für die Verhandlungen mit London konstatiert. Demnach solle die EU einig bleiben. Drittländer, zu denen dann auch Großbritannien zählen werde, könnten nie dieselben Rechte haben wie Mitgliedsländer. Außerdem werde es vor Einreichung des Austrittsgesuchs keine Verhandlungen geben. Und schließlich würden für den Binnenmarkt vier Freiheiten gelten, also auch die Freizügigkeit. Rosinenpickerei, wie sie vielleicht manchen in London vorschwebe, habe Barnier explizit eine Absage erteilt. Auch habe er gesagt, mit den Begriffen "harter oder weicher Brexit" könne er nichts anfangen.
Barnier habe damit klare Kante gezeigt und in erfrischender Weise klar gemacht, was die Prinzipien und Werte der EU sowie die damit verbundenen Vorteile seien. Die Briten müssten sich wohl daran gewöhnen, dass es wie bei der Schwangerschaft sei: Ein bisschen EU gehe nicht.
Der Umstand, dass Barnier in Brüssel Englisch spreche, möge für einen Franzosen seiner Generation nicht selbstverständlich sein. Es sei aber wohl das einzige Zugeständnis, das er gegenüber den Briten machen werde. Denn ansonsten dürfte der Regierung in London klar geworden sein, dass ihr der 65-Jährige bei den Austrittsverhandlungen nichts schenken werde.
Während des US-Wahlkampfs habe Donald Trump auch Janet Yellen beschimpft. Der Republikaner habe der Chefin der US-Notenbank FED vorgeworfen, die Zinsen auf Geheiß des amtierenden Präsidenten Barack Obama künstlich niedrig zu halten, um das Platzen einer Preisblase an der Wall Street während dessen Amtszeit zu verhindern. Yellen solle sich dafür schämen, was sie dem Land antue, so Trump.
Nun seien aus Trumps Lager versöhnlichere Töne zu hören. Der designierte Finanzminister Steven Mnuchin habe gar die FED-Präsidentin mit den Worten gelobt, sie habe gute Arbeit geleistet. Trump habe ja bekanntlich im Wahlkampf angekündigt, Yellen nach Ablauf ihrer Amtszeit 2018 nicht für weitere vier Jahre nominieren zu wollen. Auch der künftige Handelsminister Wilbur Ross habe gesagt, Yellen habe einen "ziemlich guten Job" gemacht.
Dennoch würden sich die Stimmen von Beobachtern in den USA mehren, die einen Streit zwischen Trump und der FED über die Verantwortung bezüglich der Preisstabilität heraufziehen sehen würden. Nachdem die FED seit der Finanzmarktkrise 2008/2009 die Zinsen nahe null gehalten habe, sei sie nun dabei, die Zinssätze wieder zu normalisieren. Daher gelte auch der nächste Schritt einer Zinserhöhung bei der Sitzung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch als ausgemacht.
Allerdings könnte der Plan von Trump, die Infrastrukturausgaben massiv zu erhöhen, zu einem starken Anziehen der Inflation führen. Um dann eine Überhitzung der Konjunktur zu verhindern, könnte sich die FED gezwungen sehen, die Zinssätze schneller anzuheben als bisher gedacht. Eine solche Reaktion schließlich könnte Trumps geplante Impulse für die Konjunktur unterlaufen und zu einem Showdown zwischen dem Präsidenten und der Notenbank führen. Die Frage, ob die Zinsen weiter erhöht würden, scheine eine ausgemachte Sache zu sein. Nur eben die Geschwindigkeit, mit der dies geschehen werde, sei unklar.
In der griechischen Schuldenkrise hätten die Europartner die Kreditbedingungen für Athen erneut verbessert. So seien die Rückzahlungsfristen für Kredite aus dem zweiten Hilfsprogramm von 28 auf 32 Jahre gestreckt und damit eine Lösung der Schuldenkrise weiter in die Zukunft verschoben worden. Mit derart "technischen Maßnahmen", wie Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem es nenne, sollten die Kosten des griechischen Schuldendiensts reduziert werden.
Außerdem solle Athen von den derzeit extrem günstigen Zinsen profitieren. Als Ganzes könnten diese Maßnahmen den Schuldenstand von Athen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt bis zum Jahr 2060 um etwa 20 Prozentpunkte verringern, rechne der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) vor. Aktuell würden die griechischen Staatsschulden rund 315 Mrd. Euro betragen, was ca. 180% der Wirtschaftsleistung entspreche.
Die neuen Schuldenerleichterungen seien unabhängig von der laufenden Überprüfung des Spar- und Reformprogramms des Landes zu sehen, bei der es vor allem bei der Arbeitsmarktreform noch Differenzen gebe. Für das dritte Hilfsprogramm über maximal 86 Mrd. Euro hätten sich die griechische Regierung und die Geldgeber auf ein umfangreiches Reformprogramm bis zum Jahr 2018 verständigt.
Wie Reuters berichte, habe Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos die jüngste Entscheidung zwar als einen "bemerkenswerten Erfolg" bezeichnet. Er habe die Geldgeber aber vor weiteren Auflagen nach Ende des laufenden Sparprogramms 2018 gewarnt. Außerdem habe er die Forderung wiederholt, griechische Staatspapiere müssten schon im ersten Quartal 2017 in das Anleihen-Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgenommen werden, was Athen der Rückkehr an den Kapitalmarkt näher bringen würde.
Offen sei weiterhin, ob sich der Internationale Währungsfonds (IWF) an dem griechischen Hilfsprogramm auch künftig beteiligen werde. Der Fonds habe wiederholt weitreichende Schuldenerleichterungen für Griechenland gefordert, damit das Land längerfristig wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen stehen könne. Diesen Forderungen stand und steht insbesondere Deutschland sehr kritisch gegenüber, das in der Vergangenheit stets davon gesprochen hat, dass der IWF bis Ende 2016 auf jedem Fall mit an Bord sei, so Stopp. Doch das werde nicht machbar sein und so werde man sich mit dem Thema Hellas auch im nächsten Jahr beschäftigen müssen.
Der eine oder andere denke darüber nach, mit einem günstigen Last-Minute-Angebot dem Stress, dem kalten und teilweise regnerischen Wetter zu entfliehen und etwas Sonne in südlichen Gefilden zu tanken. Am Primärmarkt für Corporate Bonds herrsche auch eine gewisse Last-Minute-Stimmung bei der Refinanzierung kommender Aufgaben. So sei es gekommen, dass sich das in der Tourismusbranche tätige Unternehmen Thomas Cook frisches Kapital im Gesamtvolumen von 750 Mio. Euro durch die Emission einer 5,5-jährigen Anleihe (ISIN XS1531306717 / WKN A1895A) beschafft habe. Das Unternehmen zahle dem Anleger einen jährlichen Kupon in Höhe von 6,25% bis zur Fälligkeit am 15.06.2022. Der Emissionspreis habe bei Pari und somit bei +655 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gelegen. Thomas Cook habe sich ein optionales Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) sowie eine Mindeststückelung von 100.000 Euro in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen.
Zur Freude vieler Privatanleger habe die LANXESS AG eine Hybrid Anleihe mit einer Mindestanlagesumme von 1.000 Euro emittiert. Die Anleihe (ISIN XS1405763019 / WKN A2DACG) sei 500 Mio. Euro schwer und biete dem Anleger jährlich einen fixen Kupon in Höhe von 4,50% bis zum 06.06.2023. Nach diesem Termin orientiere sich der Kupon an dem dann aktuellen fünfjährigen Euro Swap und bis zum 06.06.2028 werde ein Aufschlag von +451 bps gezahlt. Danach erhöhe sich der Aufschlag für die Zeit bis zum 06.06.2043 auf +476 bps und im Anschluss bis zur Fälligkeit am 06.12.2076 auf +551 bps. Die Anleihe sei mit einem jährlichen Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten am 6. Juni jeden Jahres (erstmals 2023) ausgestattet. Das Papier sei mit 98,655% emittiert worden und somit bei +451 bps über Mid Swap.
Dem Beispiel der anderen Emittenten folgend habe Knorr-Bremse am Markt debütiert und erstmals eine fünfjährige Anleihe (ISIN XS1531060025 / WKN A2DARP) im Gesamtvolumen von 500 Mio. Euro begeben. Der Investor erhalte eine Verzinsung von 0,50% p.a. Das Pricing sei mit +45 bps über Mid Swap erfolgt, was einem Ausgabepreis von 99,651% entsprochen habe. Die Mindestanlagesumme betrage wie bei der zuvor genannten Anleihe 1.000 Euro. Allerdings habe sich Knorr Bremse ein optionales Kündigungsrecht (Make-Whole-Option) festschreiben lassen.
Der Abwärtstrend sei weiterhin intakt, auch wenn man infolge des Roll-Overs vom Dezember- in den März-Kontrakt einen anderen Eindruck habe. Betrachte man den heute auslaufenden Dezember-Kontrakt, so hätten zwar die diversen Unterstützungslinien und insbesondere die psychologische Marke von 160% gehalten, aber der Trend sei seit September gen Süden gerichtet. Verfälscht werde das Bild auf den ersten Blick durch den höheren Kurs des neuen März-Kontrakts.
Bei jedem Kontraktwechsel verändere sich der Wert aus mathematischen Gründen nicht zuletzt wegen der zugrundeliegenden Anleihen. So werde der neue Buxl-Future um ca. 1,90 Prozentpunkte tiefer, der neue Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sowie der entsprechende Bobl-Future um ca. 1,25 Prozentpunkte höher und der Schatz-Future wiederum um ca. 0,10 Prozentpunkte tiefer gehandelt.
In Phasen des Kontraktwechsels und im Hinblick auf die heutige EZB-Sitzung sei es angebracht, sich mit den für das Rentenbarometer charttechnisch relevanten Unterstützungs- und Widerstandslinien zu beschäftigen. Der Bereich um 160,72% sei eine erste leichte Unterstützungslinie und als Widerstand fungiere der Bereich um 163,80%. Aktuell handle der Euro-Bund-Future bei 161,70%. Die Tatsache, dass die Notenbanken im Zweifelsfall die hohen Erwartungen nicht immer und ewig erfüllen könnten, sei ein Test der Unterstützung wahrscheinlicher als ein nachhaltiges Überspringen der 163%-Marke.
In den USA sei das Emissionsjahr noch lange nicht vorüber, aber dennoch habe man in dieser Woche lediglich Geldmarkttitel zum Kauf angeboten. Für insgesamt 127 Mrd. USD seien T-Bills mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei, sechs und 12 Monaten aufgelegt worden. Aber bereits in der kommenden Woche werde das Angebot mit Fälligkeiten von drei, zehn und 30 Jahren erweitert.
In der Eurozone sei in dieser Handelswoche lediglich Deutschland am Primärmarkt in Erscheinung getreten und habe am diesjährigen Emissionskalender das letzte Türchen geöffnet. Hierbei habe es sich um eine Aufstockung der aktuellen zweijährigen Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001104669 / WKN 110466) im Volumen von 3 Mrd. Euro auf total 8 Mrd. Euro gehandelt. Insgesamt seien Gebote für ca. 4,7 Mrd. Euro abgegeben worden und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,71% erfolgt. Zur Marktpflege seien lediglich ca. 366 Mio. Euro zurückbehalten worden.
Außerhalb der Eurozone sei darüber hinaus die Aufstockung der beiden Anleihen Großbritanniens mit Fälligkeit 7/2026 und 7/2047 beachtet worden. Die zu erzielende Rendite habe sich hierbei auf 1,394% bzw. 1,956% belaufen.
Der allseits beliebte Adventskalender, welcher inzwischen nahezu alle Altersgruppen erfreue, versüße die Adventszeit bis Weihnachten und verberge hinter den Türchen manchmal die oder andere Überraschung.
Was die europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer heutigen Pressekonferenz für die Marktteilnehmer bereit halte, bleibe abzuwarten. Mit großen Überraschungen sei allerdings nicht unbedingt zu rechnen. So würden der Einheitswährung im Vorfeld der Ratssitzung die entscheidenden Impulse fehlen.
Zum Wochenauftakt sei noch deutlich mehr Bewegung am Devisenmarkt aufgrund des Referendums in Italien gewesen und der Euro sei in der Nacht zum Montag in einer ersten Reaktion bis auf 1,0506 US-Dollar zurückgefallen. Damit habe er so niedrig wie zuletzt im März vergangenen Jahres notiert. Doch nur wenige Handelsstunden später sei die europäische Gemeinschaftswährung deutlich ins Plus gedreht und am selben Tag noch auf 1,0796 USD gestiegen. Seither bewege sich das Devisenpaar EUR/USD in einer sehr engen Bandbreite zwischen 1,0698 USD und 1,0785 USD. Die Marktakteure würden auf die EZB warten und so starte der Euro heute Morgen wenig verändert bei 1,0780 US-Dollar in den Handel.
Neben der EZB habe in dieser Woche auch die Reserve Bank of Australia (RBA) getagt. Wie erwartet habe die RBA den Leitzins bei 1,50% belassen. Darüber hinaus seien Konjunkturdaten veröffentlicht worden, demnach sei das BIP im dritten Quartal auf 1,80% gefallen. Im Vorjahr sei die Wirtschaft noch um 3,10% gewachsen, dies entspreche dem stärksten Rückgang seit 2008. So habe auch die Landeswährung geschwächelt und sich zum Euro in dieser Woche von 1,41471 AUD bis auf 1,45023 AUD verbilligt. Im weiteren Handelsverlauf habe sich der Aussie-Dollar allerdings wieder etwas erholen können und notiere aktuell um die Marke von 1,4370 AUD.
Bei den Fremdwährungsanleihen hätten in dieser Woche Bonds lautend auf Türkische Lira, Brasilianische Real und Norwegische Krone im Fokus der Privatanleger gestanden, aber auch US-Dollar-Bonds seien verstärkt nachgefragt worden.
Disclaimer
Die Baader Bank AG sei eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker sei die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleseiungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (08.12.2016/alc/a/a)
Nun dürfe man gespannt sein, wie sich ihr Präsident Mario Draghi auf der heutigen Pressekonferenz dazu äußern werde. Die Gründe für die Unsicherheit seien vielschichtig und würden von der zukünftigen US-Wirtschaftspolitik und dem Brexit bis hin zu den Schuldenkrisen in Griechenland und Italien reichen. Europa hinke zurzeit den stabilitätspolitischen Ansprüchen hinterher, denn die vielen nationalen Aspekte würden ein einheitliches politisches Erscheinungsbild nicht aufkommen lassen.
Die Risse am Gebäude "Europa" seien nicht mehr zu überspachteln, sondern würden einer Generalsanierung bedürfen. Doch hierzu fehle im Vorfeld der anstehenden Wahlen in diversen Kernländern der Eurozone (Deutschland, Frankreich, Niederlande und eventuell auch Italien) die politische Stabilität. Weiterhin auf Zeit zu spielen, sei keine sinnvolle Option, die sich Europa noch leisten könne. Somit nehme jetzt - wie mit Beginn der Finanzkrise im Jahre 2007 - die EZB eine Schlüsselposition ein. Bereits damals hätten die Notenbanker in die Bresche springen und den Politikern Zeit erkaufen müssen, die allerdings nicht wirklich genutzt worden sei.
Inzwischen habe sich aber die Situation derart gewandelt, dass durch die Folgen der Niedrigzinspolitik - wie bei einer Chemotherapie - auch gesunde Zellen (Kapitalsammelstellen, Versicherer, Banken, etc.) geschädigt worden seien, die für die Finanzstabilität notwendig seien. Daher seien die heutigen Beschlüsse und Kommentare der verantwortlichen EZB-Banker wichtig, um die zukünftige Geldpolitik einschätzen zu können. So würden die Meinungen der Experten von einer Ankündigung einer QE-Verlängerung um sechs oder neun Monate bei gleichem Volumen bis hin zu einer Kombination aus Verlängerung bei gleichzeitiger Reduzierung des Ankaufvolumens reichen. Doch der Medizinschrank der EZB beinhalte noch andere Arzneien. Beispielsweise könnte auch die "Rendite-Ankaufschwelle" außer Kraft gesetzt oder verschoben werden. Aber auch eine Erhöhung des maximalen Ankaufvolumens für Anleihen eines in Bedrängnis geratenen Staates wäre möglich.
Mit besonderem Interesse würden darüber hinaus auch die Inflationserwartungen für die Jahre 2017 bis 2019 sein, die Aufschluss über die Wirksamkeit der bisherigen Medikation seitens der EZB geben und somit einen Zeitrahmen für ein mögliches Tapering vorgeben würden. Die Herausforderung für Mario Draghi werde bei seiner letzten Pressekonferenz des Jahres sein, mit bedachten Worten hektische Marktreaktionen an den Finanzmärkten zu vermeiden.
Italien habe sich in eine Situation reinmanövriert, aus der es immer schwerer werde, wieder herauszukommen. Darauf deute auch der Umstand hin, dass Staatspräsident Sergio Mattarella den Ministerpräsidenten Matteo Renzi gebeten habe, nach seiner Schlappe beim Referendum nicht sofort zurückzutreten. Erst solle Renzi noch das Haushaltsgesetz für das kommende Jahr durch das Parlament bringen. Diese Aufgabe sei am Mittwochabend vollbracht worden, aber nun solle er noch bis zur Klärung seiner Nachfolge weiterhin die Regierungsgeschäfte leiten. Dieser Prozess solle bis Samstagabend abgeschlossen sein.
Nach dem deutlichen "No" für seine Verfassungsreform von knapp 60% der Referendumsteilnehmer habe Renzi zunächst seinen Rücktritt angekündigt. Doch auch mit der Verschiebung des Rücktritts bleibe unklar, wie es in Italien weitergehen werde. Sobald Mattarella Renzis Gesuch annehme, werde der Rücktritt wirksam. Dann könnte er eine Übergangsregierung ernennen. Die andere Möglichkeit wäre, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen bereits im Frühjahr oder Sommer 2017 anzusetzen. Voraussetzung hierfür wäre aber eine Änderung des Wahlrechts.
Es scheine so, als lähme sich Italien wieder einmal selbst. Denn in dem drittgrößten Euro-Land stehe die Lösung drängender Probleme an. Das Bruttosozialprodukt verharre auf dem Niveau von 2000, dem Jahr des Beitritts zur Euro-Zone. Eine Folge davon sei der Umstand, dass jeder dritte Jugendliche ohne Job sei. Außerdem würden die italienischen Banken faule Kredite von insgesamt 360 Mrd. Euro vor sich her schieben.
Die Rettung des größten Sorgenkindes unter den Kreditinstituten, die Traditionsbank Monte dei Paschi, könnte nun eingeleitet werden. Laut Reuters bereite sich das italienische Finanzministerium darauf vor, seinen Anteil an Monte dei Paschi di Siena aufzustocken. Der Plan sehe vor, dass die Behörde von Privatinvestoren nachrangige Schulden erwerben und diese in Aktien umwandeln könnte. Mit diesem Schritt wolle die Bank gut 1 Mrd. Euro einnehmen. Außerdem könnte das Finanzministerium nachrangige Forderungen von Privatinvestoren aufkaufen, um diese vor Verlusten zu schützen. Ca. 40.000 Privatanleger würden Anleihen der Krisenbank über rund 2 Mrd. Euro halten.
Eigentlich wäre ein solcher Schritt zulasten des Steuerzahlers nicht mit EU-Recht vereinbar. Vielmehr müsste Monte dei Paschi per Bail-In von den Gläubigern gerettet werden. Dann aber würden tausende Kleinanleger Gefahr laufen, einen Teil ihrer Ersparnisse zu verlieren. Erstaunlich sei, dass die Marktreaktionen, die man nach dem Abstimmungsergebnis in Italien hätte erwarten können, bisher ausgeblieben seien. So wäre ein Kursverfall des Euro nach dem "No" beim Referendum nicht verwunderlich gewesen. Doch wie schon nach den im Grunde milden Reaktionen der Börsen infolge des Brexit-Referendums und der Wahl von Trump würden einen die Märkte in trügerischer Sicherheit wiegen. Davon dürfe man sich als Anleger allerdings nicht einlullen lassen. Es sei vielmehr ratsam, wachsam zu bleiben. Denn der Zeitpunkt werde kommen, an dem plötzlich wieder die harten Fakten die Stimmung an den Börsen bestimmen würden.
Während man in Großbritannien keine Eile mit einem Ausscheiden aus der Europäischen Union zu haben scheine, mache die Europäische Kommission (EU) Dampf. Der auf EU-Seite mit den Verhandlungen betraute Michel Barnier habe diese Woche klar gemacht, dass man statt voller zwei Jahre nur 15 bis höchstens 18 Monate für die Detailgespräche der Trennung zur Verfügung habe. Die restliche Zeit benötige man für die Ratifizierung des Abkommens.
Die in Artikel 50 der EU-Verträge festgelegte Frist von zwei Jahren beginne, sobald Großbritannien offiziell ein Austrittsgesuch gestellt habe. Premierministerin Theresa May habe dies bis Ende März avisiert. Der Prozess könnte sich aber verzögern, weil ein Gericht in London unlängst entschieden habe, dass es der Regierung nicht zustehe, den EU-Austritt ohne Einbeziehung des Parlaments auf den Weg zu bringen.
EU-Chefunterhändler Barnier habe in den vergangenen Wochen bereits 18 der verbleibenden 27 EU-Länder besucht und Einigkeit über vier Grundprinzipien für die Verhandlungen mit London konstatiert. Demnach solle die EU einig bleiben. Drittländer, zu denen dann auch Großbritannien zählen werde, könnten nie dieselben Rechte haben wie Mitgliedsländer. Außerdem werde es vor Einreichung des Austrittsgesuchs keine Verhandlungen geben. Und schließlich würden für den Binnenmarkt vier Freiheiten gelten, also auch die Freizügigkeit. Rosinenpickerei, wie sie vielleicht manchen in London vorschwebe, habe Barnier explizit eine Absage erteilt. Auch habe er gesagt, mit den Begriffen "harter oder weicher Brexit" könne er nichts anfangen.
Barnier habe damit klare Kante gezeigt und in erfrischender Weise klar gemacht, was die Prinzipien und Werte der EU sowie die damit verbundenen Vorteile seien. Die Briten müssten sich wohl daran gewöhnen, dass es wie bei der Schwangerschaft sei: Ein bisschen EU gehe nicht.
Der Umstand, dass Barnier in Brüssel Englisch spreche, möge für einen Franzosen seiner Generation nicht selbstverständlich sein. Es sei aber wohl das einzige Zugeständnis, das er gegenüber den Briten machen werde. Denn ansonsten dürfte der Regierung in London klar geworden sein, dass ihr der 65-Jährige bei den Austrittsverhandlungen nichts schenken werde.
Während des US-Wahlkampfs habe Donald Trump auch Janet Yellen beschimpft. Der Republikaner habe der Chefin der US-Notenbank FED vorgeworfen, die Zinsen auf Geheiß des amtierenden Präsidenten Barack Obama künstlich niedrig zu halten, um das Platzen einer Preisblase an der Wall Street während dessen Amtszeit zu verhindern. Yellen solle sich dafür schämen, was sie dem Land antue, so Trump.
Nun seien aus Trumps Lager versöhnlichere Töne zu hören. Der designierte Finanzminister Steven Mnuchin habe gar die FED-Präsidentin mit den Worten gelobt, sie habe gute Arbeit geleistet. Trump habe ja bekanntlich im Wahlkampf angekündigt, Yellen nach Ablauf ihrer Amtszeit 2018 nicht für weitere vier Jahre nominieren zu wollen. Auch der künftige Handelsminister Wilbur Ross habe gesagt, Yellen habe einen "ziemlich guten Job" gemacht.
Dennoch würden sich die Stimmen von Beobachtern in den USA mehren, die einen Streit zwischen Trump und der FED über die Verantwortung bezüglich der Preisstabilität heraufziehen sehen würden. Nachdem die FED seit der Finanzmarktkrise 2008/2009 die Zinsen nahe null gehalten habe, sei sie nun dabei, die Zinssätze wieder zu normalisieren. Daher gelte auch der nächste Schritt einer Zinserhöhung bei der Sitzung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch als ausgemacht.
Allerdings könnte der Plan von Trump, die Infrastrukturausgaben massiv zu erhöhen, zu einem starken Anziehen der Inflation führen. Um dann eine Überhitzung der Konjunktur zu verhindern, könnte sich die FED gezwungen sehen, die Zinssätze schneller anzuheben als bisher gedacht. Eine solche Reaktion schließlich könnte Trumps geplante Impulse für die Konjunktur unterlaufen und zu einem Showdown zwischen dem Präsidenten und der Notenbank führen. Die Frage, ob die Zinsen weiter erhöht würden, scheine eine ausgemachte Sache zu sein. Nur eben die Geschwindigkeit, mit der dies geschehen werde, sei unklar.
In der griechischen Schuldenkrise hätten die Europartner die Kreditbedingungen für Athen erneut verbessert. So seien die Rückzahlungsfristen für Kredite aus dem zweiten Hilfsprogramm von 28 auf 32 Jahre gestreckt und damit eine Lösung der Schuldenkrise weiter in die Zukunft verschoben worden. Mit derart "technischen Maßnahmen", wie Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem es nenne, sollten die Kosten des griechischen Schuldendiensts reduziert werden.
Die neuen Schuldenerleichterungen seien unabhängig von der laufenden Überprüfung des Spar- und Reformprogramms des Landes zu sehen, bei der es vor allem bei der Arbeitsmarktreform noch Differenzen gebe. Für das dritte Hilfsprogramm über maximal 86 Mrd. Euro hätten sich die griechische Regierung und die Geldgeber auf ein umfangreiches Reformprogramm bis zum Jahr 2018 verständigt.
Wie Reuters berichte, habe Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos die jüngste Entscheidung zwar als einen "bemerkenswerten Erfolg" bezeichnet. Er habe die Geldgeber aber vor weiteren Auflagen nach Ende des laufenden Sparprogramms 2018 gewarnt. Außerdem habe er die Forderung wiederholt, griechische Staatspapiere müssten schon im ersten Quartal 2017 in das Anleihen-Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgenommen werden, was Athen der Rückkehr an den Kapitalmarkt näher bringen würde.
Offen sei weiterhin, ob sich der Internationale Währungsfonds (IWF) an dem griechischen Hilfsprogramm auch künftig beteiligen werde. Der Fonds habe wiederholt weitreichende Schuldenerleichterungen für Griechenland gefordert, damit das Land längerfristig wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen stehen könne. Diesen Forderungen stand und steht insbesondere Deutschland sehr kritisch gegenüber, das in der Vergangenheit stets davon gesprochen hat, dass der IWF bis Ende 2016 auf jedem Fall mit an Bord sei, so Stopp. Doch das werde nicht machbar sein und so werde man sich mit dem Thema Hellas auch im nächsten Jahr beschäftigen müssen.
Der eine oder andere denke darüber nach, mit einem günstigen Last-Minute-Angebot dem Stress, dem kalten und teilweise regnerischen Wetter zu entfliehen und etwas Sonne in südlichen Gefilden zu tanken. Am Primärmarkt für Corporate Bonds herrsche auch eine gewisse Last-Minute-Stimmung bei der Refinanzierung kommender Aufgaben. So sei es gekommen, dass sich das in der Tourismusbranche tätige Unternehmen Thomas Cook frisches Kapital im Gesamtvolumen von 750 Mio. Euro durch die Emission einer 5,5-jährigen Anleihe (ISIN XS1531306717 / WKN A1895A) beschafft habe. Das Unternehmen zahle dem Anleger einen jährlichen Kupon in Höhe von 6,25% bis zur Fälligkeit am 15.06.2022. Der Emissionspreis habe bei Pari und somit bei +655 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gelegen. Thomas Cook habe sich ein optionales Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) sowie eine Mindeststückelung von 100.000 Euro in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen.
Zur Freude vieler Privatanleger habe die LANXESS AG eine Hybrid Anleihe mit einer Mindestanlagesumme von 1.000 Euro emittiert. Die Anleihe (ISIN XS1405763019 / WKN A2DACG) sei 500 Mio. Euro schwer und biete dem Anleger jährlich einen fixen Kupon in Höhe von 4,50% bis zum 06.06.2023. Nach diesem Termin orientiere sich der Kupon an dem dann aktuellen fünfjährigen Euro Swap und bis zum 06.06.2028 werde ein Aufschlag von +451 bps gezahlt. Danach erhöhe sich der Aufschlag für die Zeit bis zum 06.06.2043 auf +476 bps und im Anschluss bis zur Fälligkeit am 06.12.2076 auf +551 bps. Die Anleihe sei mit einem jährlichen Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten am 6. Juni jeden Jahres (erstmals 2023) ausgestattet. Das Papier sei mit 98,655% emittiert worden und somit bei +451 bps über Mid Swap.
Dem Beispiel der anderen Emittenten folgend habe Knorr-Bremse am Markt debütiert und erstmals eine fünfjährige Anleihe (ISIN XS1531060025 / WKN A2DARP) im Gesamtvolumen von 500 Mio. Euro begeben. Der Investor erhalte eine Verzinsung von 0,50% p.a. Das Pricing sei mit +45 bps über Mid Swap erfolgt, was einem Ausgabepreis von 99,651% entsprochen habe. Die Mindestanlagesumme betrage wie bei der zuvor genannten Anleihe 1.000 Euro. Allerdings habe sich Knorr Bremse ein optionales Kündigungsrecht (Make-Whole-Option) festschreiben lassen.
Der Abwärtstrend sei weiterhin intakt, auch wenn man infolge des Roll-Overs vom Dezember- in den März-Kontrakt einen anderen Eindruck habe. Betrachte man den heute auslaufenden Dezember-Kontrakt, so hätten zwar die diversen Unterstützungslinien und insbesondere die psychologische Marke von 160% gehalten, aber der Trend sei seit September gen Süden gerichtet. Verfälscht werde das Bild auf den ersten Blick durch den höheren Kurs des neuen März-Kontrakts.
Bei jedem Kontraktwechsel verändere sich der Wert aus mathematischen Gründen nicht zuletzt wegen der zugrundeliegenden Anleihen. So werde der neue Buxl-Future um ca. 1,90 Prozentpunkte tiefer, der neue Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sowie der entsprechende Bobl-Future um ca. 1,25 Prozentpunkte höher und der Schatz-Future wiederum um ca. 0,10 Prozentpunkte tiefer gehandelt.
In Phasen des Kontraktwechsels und im Hinblick auf die heutige EZB-Sitzung sei es angebracht, sich mit den für das Rentenbarometer charttechnisch relevanten Unterstützungs- und Widerstandslinien zu beschäftigen. Der Bereich um 160,72% sei eine erste leichte Unterstützungslinie und als Widerstand fungiere der Bereich um 163,80%. Aktuell handle der Euro-Bund-Future bei 161,70%. Die Tatsache, dass die Notenbanken im Zweifelsfall die hohen Erwartungen nicht immer und ewig erfüllen könnten, sei ein Test der Unterstützung wahrscheinlicher als ein nachhaltiges Überspringen der 163%-Marke.
In den USA sei das Emissionsjahr noch lange nicht vorüber, aber dennoch habe man in dieser Woche lediglich Geldmarkttitel zum Kauf angeboten. Für insgesamt 127 Mrd. USD seien T-Bills mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei, sechs und 12 Monaten aufgelegt worden. Aber bereits in der kommenden Woche werde das Angebot mit Fälligkeiten von drei, zehn und 30 Jahren erweitert.
In der Eurozone sei in dieser Handelswoche lediglich Deutschland am Primärmarkt in Erscheinung getreten und habe am diesjährigen Emissionskalender das letzte Türchen geöffnet. Hierbei habe es sich um eine Aufstockung der aktuellen zweijährigen Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001104669 / WKN 110466) im Volumen von 3 Mrd. Euro auf total 8 Mrd. Euro gehandelt. Insgesamt seien Gebote für ca. 4,7 Mrd. Euro abgegeben worden und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,71% erfolgt. Zur Marktpflege seien lediglich ca. 366 Mio. Euro zurückbehalten worden.
Außerhalb der Eurozone sei darüber hinaus die Aufstockung der beiden Anleihen Großbritanniens mit Fälligkeit 7/2026 und 7/2047 beachtet worden. Die zu erzielende Rendite habe sich hierbei auf 1,394% bzw. 1,956% belaufen.
Der allseits beliebte Adventskalender, welcher inzwischen nahezu alle Altersgruppen erfreue, versüße die Adventszeit bis Weihnachten und verberge hinter den Türchen manchmal die oder andere Überraschung.
Was die europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer heutigen Pressekonferenz für die Marktteilnehmer bereit halte, bleibe abzuwarten. Mit großen Überraschungen sei allerdings nicht unbedingt zu rechnen. So würden der Einheitswährung im Vorfeld der Ratssitzung die entscheidenden Impulse fehlen.
Zum Wochenauftakt sei noch deutlich mehr Bewegung am Devisenmarkt aufgrund des Referendums in Italien gewesen und der Euro sei in der Nacht zum Montag in einer ersten Reaktion bis auf 1,0506 US-Dollar zurückgefallen. Damit habe er so niedrig wie zuletzt im März vergangenen Jahres notiert. Doch nur wenige Handelsstunden später sei die europäische Gemeinschaftswährung deutlich ins Plus gedreht und am selben Tag noch auf 1,0796 USD gestiegen. Seither bewege sich das Devisenpaar EUR/USD in einer sehr engen Bandbreite zwischen 1,0698 USD und 1,0785 USD. Die Marktakteure würden auf die EZB warten und so starte der Euro heute Morgen wenig verändert bei 1,0780 US-Dollar in den Handel.
Neben der EZB habe in dieser Woche auch die Reserve Bank of Australia (RBA) getagt. Wie erwartet habe die RBA den Leitzins bei 1,50% belassen. Darüber hinaus seien Konjunkturdaten veröffentlicht worden, demnach sei das BIP im dritten Quartal auf 1,80% gefallen. Im Vorjahr sei die Wirtschaft noch um 3,10% gewachsen, dies entspreche dem stärksten Rückgang seit 2008. So habe auch die Landeswährung geschwächelt und sich zum Euro in dieser Woche von 1,41471 AUD bis auf 1,45023 AUD verbilligt. Im weiteren Handelsverlauf habe sich der Aussie-Dollar allerdings wieder etwas erholen können und notiere aktuell um die Marke von 1,4370 AUD.
Bei den Fremdwährungsanleihen hätten in dieser Woche Bonds lautend auf Türkische Lira, Brasilianische Real und Norwegische Krone im Fokus der Privatanleger gestanden, aber auch US-Dollar-Bonds seien verstärkt nachgefragt worden.
Disclaimer
Die Baader Bank AG sei eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker sei die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleseiungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (08.12.2016/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0482 € | 125,1945 € | 0,8537 € | +0,68% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



