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Powells Zinssignale und europäische Banken: Wo Anleger 2025 die besten Chancen haben


27.08.25 11:00
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Auf dem jährlichen Treffen der weltweiten Notenbank-Chefs in Jackson Hole verkündete der US-Notenbankpräsident Jerome Powell eine Adjustierung der bisherigen geldpolitischen Einschätzung, die zu mehreren Zinssenkungsschritten führen könnte, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

Die Kapitalmärkte hätten positiv reagiert und vor allem US-Regionalbanken hätten zu den Top-Performern gezählt. Andrea Dendorfer, Fondsmanagerin der Fürst Fugger Privatbank, rate jedoch dazu, sich nicht blenden zu lassen: "Amerikanische Finanztitel sind bereits hoch bewertet. Wir sehen jedoch weiterhin Kurschancen bei europäischen Finanzwerten. Europäische Banken sind eine Top-Branche im Jahr 2025." Der aus 50 Bank-Aktien bestehende Index STOXX Europe 600 Banks liege seit Jahresbeginn 50 Prozent im Plus, habe damit aber erst einen Teil seiner Unterbewertung gegenüber amerikanischen Finanztiteln aufgeholt.

Und es sprächen weitere gute Gründe für europäische Banken, so Dendorfer: "Europa muss sich von seiner Exportlastigkeit stärker auf das Wachstum im europäischen Binnenmarkt umorientieren. Politik und Notenbanken versuchen, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen - und davon dürften die europäischen Banken am meisten profitieren." Die Bewertungen würden auch noch nicht die bereits verbesserten Eigenkapitalrenditen widerspiegeln. Selbst wenn die deutschen Platzhirsche Deutsche Bank und Commerzbank bereits etwas höher bewertet seien, sei das KGV spanischer und italienischer Banken noch günstig. Hinzu kämen attraktive Dividendenrenditen.

"Die europäischen Banken haben ihre Hausaufgaben nach der Finanzkrise gemacht und ihre Kapitalbasis gestärkt", sei Andrea Dendorfer überzeugt. Dies lasse sich an den Kernkapitalquoten (CETI) erkennen, also dem harten Kernkapital, das den Banken zur Deckung von Verlusten zur Verfügung stehe. Da seien die Banken gut und sicher aufgestellt. Dennoch seien europäische Banken in den Portfolios einiger Vermögensverwalter unterrepräsentiert, zum einen aufgrund der schwieriger zu analysierenden Bankbilanzen, aber auch wegen ihrer verhaltenen Performance nach der Finanzkrise. Das könnte sich nun ändern. (27.08.2025/alc/a/a)