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Powell-Statement treibt US-Dollar nicht an, aber US-Verbraucher geben Impuls


28.02.18 12:10
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Man kann den gestrigen Handelstag thematisch in zwei große Abschnitte unterteilen so die Analysten der Deutsche Bank in der aktuellen Ausgabe von "Märkte am Morgen".

Der eine umfasse die vorveröffentlichte Rede von FED-Chef Jerome Powell anlässlich seiner Anhörung vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses. Dass die FED eine Geldpolitik verfolgen werde, so Powell, bei der es nicht zu einer "Überhitzung der Wirtschaft" kommen und eine konstante Inflation von 2 Prozent geschaffen werden solle, dürfte niemanden überrascht haben. Auch nicht, dass zu den neuen ökonomischen Antriebskräften die Steuerpolitik und eine starke Nachfrage aus dem Ausland nach US-Exportgütern gehören würden - auch wenn die gestrigen Handelsbilanzzahlen für den Januar dieses Statement ein wenig konterkarieren würden.

Und sofern man sich Powells Prognose anschließe, dass die Inflation sowie das Lohnwachstum in diesem Jahr Fahrt aufnehmen würden, könnte man zu dem Schluss gelangen, dass sich die Risiken einer aggressiveren geldpolitischen Antwort erhöht hätten. Zumal die FED-Prognosen aus dem Dezember (u. a. drei Zinserhöhungen für das Jahr 2018) noch in einem Umfeld getroffen worden seien, als sowohl die Auswirkungen der Steuerreform als auch die später beschlossene Ausgabenpolitik noch längst nicht so klar umrissen gewesen seien wie heute. Es spreche so gesehen viel für die von den Analysten für 2018 erwarteten vier Leitzinsschritte der FED.

Seitens der Bundesbank habe sich deren Präsident Jens Weidmann zu Wort gemeldet, der sich gewohnt falkenhaft gegeben habe. Er erklärte, Hinweise darauf zu erkennen, dass sich Wechselkursbewegungen heute schwächer als früher auf die Inflationsrate auswirken würden. Mit anderen Worten: Auch ein starker Euro würde eine straffere Geldpolitik nicht so schnell gefährden.

Der zweite große Themenabschnitt beschäftige sich mit den gestern publizierten ökonomischen Daten, darunter auch die deutsche Inflationsrate, die auf Jahresbasis leicht hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Dies habe jedoch genauso wenig Auswirkungen auf das Handelsgeschehen gehabt wie die später publizierte und enttäuschend ausgefallene Entwicklung langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA. Erst das deutlich besser als erwartet festgestellte US-Verbrauchervertrauen - es handle sich um den besten Wert seit dem Jahr 2000 - habe dem US-Dollar etwas Schwung verschafft. Damit gerate auch der Euro unter weiteren korrektiven Abgabedruck im Rahmen seiner Konsolidierungszone zwischen 1,2215/20 und 1,2560/65 - darunter verliefe ein neuer Korrekturkanal zwischen 1,2085/90 und 1,2345/50. (28.02.2018/alc/a/a)