Erweiterte Funktionen
Potenziell gefährliche Trends bei der Inflation und den langfristigen Zinsen noch sehr moderat
04.03.21 10:30
Fisch Asset Management
Zürich (www.anleihencheck.de) - Der Kampf der positiven Kräfte gegenüber den potenziellen Gefahren am Finanzmarkt geht in die nächste Runde, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management.
Die globale Konjunktur sowie die Aktien- und Kreditmärkte würden weiter kräftig unterstützt: Genannt seien beispielsweise die Ausweitung des staatlichen Stimulus in den USA sowie in den EU-Einzelstaaten und natürlich die Geldpolitik, welche enorm expansiv bleibe. Aktuell würden die FED und die EZB monatlich für USD 120 Milliarden beziehungsweise EUR 90 Milliarden Wertpapiere am Markt kaufen (Quantitative Easing) und dadurch ihre Bilanzen weiter aufblähen. Die für das konjunkturelle Wachstum wichtigen Geldmengen M1 und M2 würden entsprechend ansteigen und damit belegen, dass die Geldpolitik derzeit noch wirke. Die Geldmenge M2 wachse in den USA derzeit sogar schneller als jemals zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.
Und es entstünden positive Rückkoppelungen aus der globalen Konjunkturentwicklung (auch zwischen einzelnen Ländern) und der äußerst lockeren Geldpolitik. Insbesondere die exportlastige EU-Industrie erhalte starke Impulse vom Ausland. Europa profitiere besonders stark von der konjunkturellen Erholung in Asien und hier insbesondere in China. Des Weiteren seien die Bargeldbestände der privaten Haushalte wie auch der Unternehmen sowohl in den USA als auch in Europa auf Rekordhoch. Zusammen mit einem soliden Häusermarkt würden hier für die kommenden Monate starke positive Wohlstands- und Vermögenseffekte wirken, die erfreuliche Auswirkungen auf den Güterkonsum haben sollten.
Doch wo Licht sei, da gebe es bekanntlich auch Schatten. Anleger würden gut daran tun, die Risiken für die Konjunkturentwicklung und die Finanzmärkte, die das positive Umfeld zunichtemachen könnten, nicht aus den Augen zu verlieren: Zum Beispiel sinkendes Konsumentenvertrauen aufgrund von Impfstoffproblemen, was eine Double-Dip-Rezession nach sich ziehen könnte. Auch eine konjunkturelle Überhitzung, ausgelöst von einer zu starken Stimulierung durch die staatlichen Hilfspakete, wäre für einen langfristig gesunden Aufschwung kontraproduktiv. Tapering-Diskussionen, also die Furcht vor einer Straffung der lockeren Geldpolitik, wären ebenfalls Gift für die Finanzmärkte. Damit einhergehend würden generell die hohe Bewertung der Aktienmärkte und eine entsprechend große Sensitivität auf negative Meldungen eine Gefahr darstellen wie auch die zunehmende Staatsverschuldung, die zu einem stärker als erwartetem Zinsaufwärtsdruck führen könnte.
Ein verhältnismäßig neues Problem sei die erhöhte Anfälligkeit der Märkte auf kleine Störungen, etwa der Anstieg langfristiger Zinsen oder höhere Inflationsraten. Es würden aufgrund von Rückkoppelungseffekten plötzliche hohe Volatilität bereits bei kleinen Zinsänderungen und ganz allgemein nicht-lineare Verstärkungsmechanismen drohen. Die Aktienmärkte würden zudem bei einem Zinsanstieg von tiefem Niveau aus zur Schwäche tendieren. Dabei würde es sich aber nur um temporäre Korrekturen handeln, solange die Notenbanken ihre Geldpolitik nicht ändern würden.
Generell würden derzeit noch die positiven Treiber überwiegen. Die potenziell gefährlichen Trends beim US-Dollar, der Inflation und den langfristigen Zinsen seien noch sehr moderat und von den Notenbanken sogar erwünscht. Insofern lägen die positiven Kräfte gegen die potenziellen Gefahren leicht nach Punkten vorne - aber in Sicherheit wiegen sollten sich Investoren nicht. (04.03.2021/alc/a/a)
Die globale Konjunktur sowie die Aktien- und Kreditmärkte würden weiter kräftig unterstützt: Genannt seien beispielsweise die Ausweitung des staatlichen Stimulus in den USA sowie in den EU-Einzelstaaten und natürlich die Geldpolitik, welche enorm expansiv bleibe. Aktuell würden die FED und die EZB monatlich für USD 120 Milliarden beziehungsweise EUR 90 Milliarden Wertpapiere am Markt kaufen (Quantitative Easing) und dadurch ihre Bilanzen weiter aufblähen. Die für das konjunkturelle Wachstum wichtigen Geldmengen M1 und M2 würden entsprechend ansteigen und damit belegen, dass die Geldpolitik derzeit noch wirke. Die Geldmenge M2 wachse in den USA derzeit sogar schneller als jemals zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.
Doch wo Licht sei, da gebe es bekanntlich auch Schatten. Anleger würden gut daran tun, die Risiken für die Konjunkturentwicklung und die Finanzmärkte, die das positive Umfeld zunichtemachen könnten, nicht aus den Augen zu verlieren: Zum Beispiel sinkendes Konsumentenvertrauen aufgrund von Impfstoffproblemen, was eine Double-Dip-Rezession nach sich ziehen könnte. Auch eine konjunkturelle Überhitzung, ausgelöst von einer zu starken Stimulierung durch die staatlichen Hilfspakete, wäre für einen langfristig gesunden Aufschwung kontraproduktiv. Tapering-Diskussionen, also die Furcht vor einer Straffung der lockeren Geldpolitik, wären ebenfalls Gift für die Finanzmärkte. Damit einhergehend würden generell die hohe Bewertung der Aktienmärkte und eine entsprechend große Sensitivität auf negative Meldungen eine Gefahr darstellen wie auch die zunehmende Staatsverschuldung, die zu einem stärker als erwartetem Zinsaufwärtsdruck führen könnte.
Ein verhältnismäßig neues Problem sei die erhöhte Anfälligkeit der Märkte auf kleine Störungen, etwa der Anstieg langfristiger Zinsen oder höhere Inflationsraten. Es würden aufgrund von Rückkoppelungseffekten plötzliche hohe Volatilität bereits bei kleinen Zinsänderungen und ganz allgemein nicht-lineare Verstärkungsmechanismen drohen. Die Aktienmärkte würden zudem bei einem Zinsanstieg von tiefem Niveau aus zur Schwäche tendieren. Dabei würde es sich aber nur um temporäre Korrekturen handeln, solange die Notenbanken ihre Geldpolitik nicht ändern würden.
Generell würden derzeit noch die positiven Treiber überwiegen. Die potenziell gefährlichen Trends beim US-Dollar, der Inflation und den langfristigen Zinsen seien noch sehr moderat und von den Notenbanken sogar erwünscht. Insofern lägen die positiven Kräfte gegen die potenziellen Gefahren leicht nach Punkten vorne - aber in Sicherheit wiegen sollten sich Investoren nicht. (04.03.2021/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


