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Positives Umfeld für High-Yield-Anleihen auf Jahressicht zu erwarten


26.05.21 12:30
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Anleiheninvestoren stellen sich aktuell verstärkt die Frage, ob sie über Zins und Kreditaufschläge bei High-Yield-Anleihen noch ausreichend für das eingegangene Risiko entschädigt werden, so Kyle Kloc, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management.

Betrachte man die beiden Faktoren lediglich auf aggregiertem High-Yield-Index-Level, könnte man vorschnell zum Ergebnis kommen, dass dies nicht der Fall sei. Doch bei genauerer Betrachtung werde deutlich, warum die Kreditaufschläge insgesamt historisch niedrig erscheinen würden.

Der Grund liege darin, dass sich seit Auflage der High-Yield-Indices des Datenanbieters ICE BofA die Zusammenstellung des Gesamtindex hinsichtlich der Ratingkategorien maßgeblich verändert habe. Der Teil der qualitativ höherwertigen Emissionen mit einem durchschnittlichen Rating von BB sei mit einem Anteil von rund 54 Prozent auf einem Allzeithoch, wohingegen der mit B sowie CCC und niedriger geratete Anteil im unteren Bereich des historischen Anteils liege. Dies drücke die Kreditaufschläge auf aggregierter Ebene zusätzlich nach unten und vermittle den Anschein, die Kreditaufschläge befänden sich auf einem historischen Allzeittief. Das seien sie zwar auch - jedoch einhergehend mit einem historischen Allzeithoch in der Gesamtqualität des Index.

Trotz der vermeintlich historisch niedrigen Verzinsung seien High-Yield-Bonds in Relation zu anderen liquiden festverzinslichen Anlageklassen, etwa globalen Staats- oder Unternehmensanleihen, absolut betrachtet immer noch sehr attraktiv. Ein weiteres Argument, das gerade an Relevanz gewinne: Hochverzinsliche Anleihen seien normalerweise auch weniger anfällig gegenüber steigenden Zinsen. Zum einen biete die höhere Verzinsung etwas Schutz und zum anderen sei die durchschnittliche Duration, das heiße die Zinssensitivität, aufgrund der häufig kürzeren Laufzeiten und Call-Optionen wesentlich geringer.

Es gebe zudem gute Argumente dafür, dass der Scheitelpunkt des Kreditzyklus noch nicht erreicht worden sei. Die zwei offensichtlichsten seien eine weitere Erholung der globalen Weltwirtschaft bei gleichbleibender oder nur wenig restriktiverer Geldpolitik sowie die Erwartung, dass die Ausfallraten unter ihren historischen Mittelwert von etwa zwei Prozent fallen würden. Dies dürfte zumindest über die nächsten zwölf bis 18 Monate ein positives Umfeld für hochverzinsliche Anleihen darstellen. Somit sollten die Kreditaufschläge niedrig bleiben beziehungsweise sich sogar noch etwas weiter einengen können. (26.05.2021/alc/a/a)