Polens Notenbank belässt Leitzins bei 1,50%


06.10.16 09:10
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Der geldpolitische Ausschuss der Notenbank (NBP) von Polen hat gestern den Leitzins zum 17. Mal in Folge unverändert bei 1,50% belassen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Im Vorfeld sei diese Entscheidung mehrheitlich erwartet worden und sei im Terminhandel an den Finanzmärkten so vorweggenommen worden. Obwohl die Inflation sich seit der Zinssenkung vom März 2015 weitgehend im negativen Bereich bewege, habe sich die Notenbank seither einer weiteren Lockerung der Geldpolitik verweigert. In den kommenden Monaten sollten harte Wirtschaftsdaten diese Haltung endlich goutieren: Die Analysten würden mit einer vor allem durch den erhöhten Konsum der Privathaushalte zur Jahresmitte 2017 vorübergehend ansteigenden Inflation auf 2% rechnen. Damit würde das von der NBP angestrebte zentrale Inflationsziel von 2,5% (± 1%) annähernd erreicht.

Neben der durch Lohnzuwächse erhöhten Kaufkraft der polnischen Verbraucher würden bei der Inflationseinschätzung auch die Auswirkungen der Ölpreise auf den Preisdruck eine wichtige Rolle spielen. Die jüngsten Preisdaten würden für den September in der Jahresrechnung aber noch einen Rückgang der Verbraucherausgaben um 0,4% ausweisen. Ab diesem Berichtsmonat kehre sich indes der bislang disinflationäre Effekt durch die im vergangenen Jahr gefallenen Weltmarktpreise für Öl um. Würden die Ölpreise auf dem aktuellen Niveau bleiben, werde der sich daraus ergebende Basiseffekt in den kommenden Monaten bis zu rund einen Prozentpunkt zur Inflation beitragen.

Zugleich wirke sich die Preisentwicklung in der EU, der wichtigsten Lieferregion Polens, auch auf die Inflationsraten in Polen aus. Zusätzlich lässt uns ein etwas flacherer Konjunkturverlauf in der 2.Jahreshälfte 2017 in der Gesamtjahresbetrachtung wieder eine etwas niedrigere Teuerung von 1,7% erwarten, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der Gründe dafür seien das Auslaufen einzelner wirtschaftspolitischer Maßnahmen, die den privaten Konsum bislang Auftrieb geben würden, sowie die unverändert landesweit nur verhaltene Investitionsbereitschaft. In diesem Umfeld sollten die Zinsen in Polen weiter unverändert bleiben. Für den Handel mit Zloty-Anleihen bedeute das voraussichtlich die Fortsetzung der zuletzt zu beobachtenden Seitwärtsbewegung. (06.10.2016/alc/a/a)




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