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Polen: Zinssenkungen im Sommer sind nicht endgültig vom Tisch


31.03.25 08:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Konjunktur in Polen scheint sich weiterhin zu erholen, so die Postbank Research.

Investitionen, eine robuste Beschäftigungslage sowie der Ausblick auf einen mittelfristig nachlassenden Preisdruck würden als wichtige Säulen dieser Erholung gelten. Die Bauindustrie habe den zwölf Monaten andauernden Rückgang beenden können und die Produktion im Januar zum Vorjahr auf 4,2 Prozent gesteigert. Diese positive Entwicklung könnte sich dank der EU-Mittel aus dem Wiederaufbaufonds sowie dem Kohäsionsfonds über den Verlauf des Jahres hinweg weiter fortsetzen.

Der private Konsum habe sich im Januar überraschend stark gezeigt. Mit 4,9 Prozent seien die Einzelhandelsumsätze zum Vorjahr deutlich stärker als erwartet gestiegen, wenngleich sie dann im Februar etwas enttäuscht hätten. Die starke Nachfrage nach langlebigen Gütern deute auf ein anhaltend starkes Konsumentenvertrauen hin. Ein eventuell weniger dynamisches Lohnwachstum dürfte das Wachstum der Konsumnachfrage hin allerdings begrenzen.

Die Notenbank habe erwartungsgemäß den Leitzins im März unverändert belassen. Hinsichtlich der Entwicklung der Inflationsrate sehe Notenbankchef Glapinski weiterhin Aufwärtsrisiken, was gegen Zinssenkungen 2025 spräche. Allerdings hätten die Inflationsraten im Februar mit 4,9 Prozent bzw. 3,6 Prozent in der Kernrate unterhalb der Erwartungen gelegen, was die Tür für Leitzinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte öffnen könnte.

Die Deutsche Bank rechne in den kommenden sechs Monaten, für den Polnischen Zloty (PLN) mit einem leichten Rücksetzer auf EUR/PLN 4,25. (Währungsbulletin April 2025) (31.03.2025/alc/a/a)