Polen, Tschechien und Ungarn: Die Inflation zieht weiter an


21.06.21 12:30
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze legten in Polen, Tschechien und Ungarn weiter kräftig zu, verfehlten dabei aber zum Teil die Markterwartungen, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".

Auch die Inflation ziehe weiter an, teilweise stärker als prognostiziert. Die tschechische Notenbank habe erste Zinsanhebungen für den weiteren Jahresverlauf angedeutet und auch die ungarische Notenbank könnte sich zu einer strafferen Geldpolitik genötigt sehen. Die Erholung in Ungarn schreite rasch voran und die Zentralbank sehe gute Chancen, dass das Wirtschaftswachstum 2021 am oberen Rand ihrer prognostizierten Spanne von 4% bis 6% liegen könnte.

Innenpolitisch könnte es in Tschechien bei den Wahlen im Herbst einen Regierungswechsel geben. Die ANO-Partei, die derzeit eine Minderheitsregierung anführe, komme in Umfragen nur noch auf den dritten Platz, während ihr sozialdemokratischer Koalitionspartner nach derzeitigem Stand gar nicht mehr ins Parlament einziehen werde.

Die Aktienmärkte der drei Länder hätten sich im Mai in Feierlaune gezeigt. Die Warschauer Börse habe wie schon im Vormonat zu den stärksten Emerging Markets-Aktienmärkten überhaupt gehört, mit einem Plus von fast 10%. Gleichwohl sei der Warschauer Aktienindex noch sehr weit (rund 40%) von seinem Rekordhoch von 2007 entfernt. In Budapest hingegen sei der Aktienindex auf ein neues Allzeithoch geklettert (Zuwachs im Mai rund 7,4%). In Prag schließlich habe der Aktienindex ein ebenfalls gutes Plus von knapp 6% verbucht. (Ausgabe Juni 2021) (21.06.2021/alc/a/a)