Polen: Trotz Inflation kaum Luft für Zinsanhebung


01.07.19 12:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die polnische Inflation lag im Juni mit 2,6 Prozent über den Markterwartungen von 2,4 Prozent, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die Rate habe ihren Aufwärtstrend zudem weiter fortsetzen können, der schon seit sechs Monaten anhalte und nun dazu geführt habe, dass sich die Inflation auf einem Sechs-Jahres-Hoch befinde. Der hohe Preisdruck könnte sich dabei noch eine Weile weiter fortsetzen, denn eine Dürre, die ungefähr ein Drittel der Anbauflächen erfasst habe, könnte in naher Zukunft zu höheren Nahrungsmittelpreisen führen.

Allerdings bezweifelt die Deutsche Bank AG, dass die Notenbank, die sich nächste Woche zu ihrer geldpolitischen Sitzung zusammenfindet, mit einer Leitzinsanhebung reagieren wird. Zwar bewege sich die Inflation außerhalb der Erwartungen seitens der Notenbank. Doch werde sich die Polnische Zentralbank kaum gegen den momentanen globalen Trend einer geldpolitischen Lockerung stellen. Die jüngste Renditeentwicklung von polnischen Staatsanleihen deute ebenfalls nicht in Richtung steigender Zinsen. Die Rendite sei zuletzt unter die Inflationsrate gefallen - das erste Mal seit Dekaden. Daher sieht die Deutsche Bank AG den Polnischen Zloty in den kommenden zwölf Monaten etwas schwächer zum Euro notieren. (01.07.2019/alc/a/a)