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Polen: Stimulus-Paket lässt die erste Zinsanhebung seit 2012 wahrscheinlicher erscheinen


01.03.19 12:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In Polen hat ein starkes Wirtschaftswachstum von 5,1 Prozent im vergangenen Jahr dazu geführt, dass das Haushaltsdefizit auf unter 1 Prozent gefallen ist, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Im Vorfeld der Europa-Wahlen im Mai und der Parlamentswahlen im Herbst möchte sich die regierende Partei "Recht und Gerechtigkeit" diesen fiskalpolitischen Spielraum zu Nutze machen. Am vergangenen Wochenende habe der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki fiskalpolitische Stimuli in Höhe von umgerechnet 4,65 Milliarden Euro für dieses und weitere 9,3 Milliarden Euro für das kommende Jahr angekündigt. Die zeitnah in Kraft tretenden Maßnahmen würden 1 bzw. 2 Prozent des polnischen Bruttoinlandsproduktes entsprechen und eine Ausweitung der Kindergeldzahlungen, extra Rentenzahlungen, eine Absenkung der Einkommensteuer für Arbeiter unter 26 Jahre und Infrastrukturinvestitionen beinhalten.

Der Polnische Zloty, der Ende letzter Woche mit einem Minus von 1,2 Prozent seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro noch zu einer der schwächsten Schwellenländerwährungen gehört habe, habe im Wochenverlauf 0,7 Prozent zulegen können. Denn die Polnische Zentralbank habe bereits angedeutet, dass das Stimulus-Paket die erste Zinsanhebung seit 2012 wahrscheinlicher erscheinen lasse. (01.03.2019/alc/a/a)