Polen: Rückkehr der Inflation belastet Konjunktur


03.12.24 08:21
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Wirtschaft in Polen wuchs im dritten Quartal lediglich um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so die Analysten von Postbank Research.

Blicke man auf das saisonbereinigte Quartalswachstum, habe sich gar ein Rückgang um 0,2 Prozent zum Vorquartal ergeben. Ursächlich dürfte der nachlassende private Konsum der privaten Haushalte sein, da sich Reallohnzuwächse zuletzt aufgrund steigender Preise schwächer entwickelt hätten. Verstärkt worden sei die abnehmende Wachstumsdynamik von einer schwächeren Exportkonjunktur, insbesondere gegenüber den Handelspartnern in der EU.

Im Oktober seien die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr auf 5,0 Prozent gestiegen. Neben anziehenden Nahrungsmittelpreisen hätten Spritpreise die Inflation nicht mehr gedämpft. Einige Analysten würden davon ausgehen, dass aufgrund der auslaufenden staatlichen Preisbremsen bei Energie die Inflation ihren Höchstwert Anfang 2025 erreichen könnte. Zuletzt habe die Regierung allerdings eine Verlängerung dieser Preisbremse angedeutet. Damit sei unter Analysten die Erwartung gestiegen, dass die Inflation im Frühjahr 2025 wahrscheinlich nahe der 6 Prozent liege und nicht über dieses Niveau hinaus ansteigen solle.

Die Notenbank sei in diesem Umfeld bei ihrer zurückhaltenden Haltung verblieben. Allerdings könnte nach dem erwarteten Inflationshöhepunkt im Frühjahr aus Sicht der Analysten eine erste Zinssenkung zur Konjunkturbelebung folgen, insbesondere, falls die US-Zölle auf Importe Realität würden.

Die Postbank rechne in den kommenden sechs Monaten mit einer leichten Abwertung des Polnischen Zloty (PLN) Richtung EUR/PLN 4,50. (Ausgabe Währungsbulletin Dezember 2024) (03.12.2024/alc/a/a)