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Polen: Die Entwicklung der Verbraucherpreise wird für die weitere Konjunkturentwicklung maßgeblich sein


29.12.23 09:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der private Konsum erwies sich im dritten Quartal als Wachstumstreiber und wurde durch die Erholung der Realeinkommen aufgrund steigender Löhne ermöglicht, so die Analysten von Postbank Research.

Auch die Investitionen sowie ein positiver Außenbeitrag hätten Wachstumsbeiträge geliefert. Infolge der sich abzeichnenden Erholung, insbesondere im privaten Konsum, könnte das Wachstum im kommenden Jahr bei 2,6 Prozent liegen, nach wahrscheinlich "nur" 0,5 Prozent im Jahr 2023.

Die Entwicklung der Verbraucherpreise werde für die weitere Konjunkturentwicklung maßgeblich sein, zumal eine mögliche Erholung des Konsums aufgrund von Zweitrundeneffekten und einer Anhebung des Mindestlohns für eine erneute Inflationsspirale sorgen könnten. Zuletzt habe die Inflation mit 7,4 Prozent im November spürbar niedriger gelegen als im Oktober (8,0 Prozent), bleibe damit jedoch noch deutlich von der Zielmarke der Zentralbank noch deutlich entfernt.

Zuletzt habe die Notenbank den Leitzins unverändert belassen und zur Begründung erklärt, dass fiskalpolitische Änderungen infolge des Regierungswechsels die Preisentwicklung beeinflussen könnten. Die europafreundliche Regierung um Ministerpräsident Tusk dürfte mittelfristig den Streit mit der EU beenden und so Zugriff auf die zurückgehaltenen EU-Mittel in Höhe von EUR 60 Milliarden enthalten.

Die Postbank Research rechne für die kommenden sechs Monaten, mit einer potenziellen Abwertung des Polnischen Zloty (PLN) auf EUR/PLN 4,60. (Währungsbulletin Januar 2024) (29.12.2023/alc/a/a)