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Nürnberg und Würzburg begeben gemeinsamen Bond
10.05.13 15:36
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die angespannte Haushaltslage macht nicht nur Staatsregierungen und Unternehmen zu schaffen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Nein, auch Kommunen würden Ausschau nach neuen Refinanzierungsmöglichkeiten halten. So sei gestern unter Führung der Bayerischen Landesbank, der Deutschen Bank und der Hypo Vereinsbank Unicredit Bank AG eine Gemeinschaftsemission der bayerischen Städte Nürnberg und Würzburg begeben worden. Für die beiden Gemeinden sei es die erste Inhaberschuldverschreibung (ISIN DE000A1TNFP6 / WKN A1TNFP), die in dieser Form aufgelegt worden sei. Aufgrund des guten Emittentenprofils - sowohl Nürnberg als auch Würzburg hätten in den vergangenen Jahren Haushaltsüberschüsse erzielen können - sei eine Anleihe mit einem Kupon von 1,875% und einer Endfälligkeit 16. Mai 2023 aufgelegt worden. Das Emissionsvolumen in Höhe von 100 Mio. Euro sei bereits nach kurzer Zeit platziert gewesen.
Es könne durchaus sein, dass diese Idee des doppelten Bonds von anderen Gemeinden aufgegriffen und somit für andere Städte als Blaupause dienen werde. Mit der Festlegung von nominal 1.000,00 Euro als kleinste handelbare Einheit sei sogar den Bedürfnissen der Privatanleger Rechnung getragen worden. Auch ohne Rating, aber mit einem ansprechenden Wirtschaftsprofil würden die beiden Universitätsstädte zu den führenden Gemeinden der Bundesrepublik Deutschland gehören und hätten die gesetzlichen Rahmenbedingungen ausgeschöpft.
In der aktuellen Niedrigzinsphase könnten solche Kommunalanleihen eine willkommene Ergänzung für Investoren darstellen, denen die Zinsen für öffentliche Anleihen zu gering seien und Mittelstandsanleihen als zu risikobehaftet erscheinen würden. Somit könnte es sein, dass es sich hierbei um die Geburtsstunde einer "neuen" Assetklasse handle.
Portugal melde sich mit einem zehnjährigen Bond am Kapitalmarkt zurück. Zwei Jahre nach Inanspruchnahme internationaler Milliardenhilfen habe Portugal erstmals wieder eine Staatsanleihe (ISIN PTOTEQOE0015 / WKN A1HKUP) mit zehnjähriger Laufzeit platziert. "Die Emission war ein großer Erfolg", habe Finanzminister Vítor Gaspar gejubelt. Immerhin habe die Nachfrage um das Dreifache über dem Emissionsvolumen von 3 Mrd. Euro gelegen. Der Zinssatz bewege sich mit 5,6% auf dem Niveau von August 2010, als Portugal noch keine Finanzhilfe beantragt habe.
Allerdings müsse diese Emission vor dem Hintergrund der extrem niedrigen Zinsen beurteilt werden, seien doch die Anleger weltweit auf der Suche nach hohen Renditen - ein Trend, von dem Lissabon hier klar profitiert habe. Im Übrigen würden die Anleger, die die portugiesische Anleihe gezeichnet hätten, offenbar davon ausgehen, dass die EU den Euro weiter verteidigen werde.
Indessen würden die Nachrichten, wonach die anderen Sorgenkinder der Eurozone mit neuen Problemen zu kämpfen hätten, nicht abreißen. So drohe Italien noch tiefer in die Schuldenkrise zu schliddern. Die OECD habe ihre Prognose für die Konjunkturentwicklung des Landes weiter nach unten korrigiert. Statt einem Minus von 1%, von dem man noch im November 2012 ausgegangen sei, werde jetzt für 2013 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,5% gerechnet. Auch die Neuverschuldung werde laut OECD statt 2,9% nun 3,3% vom BIP betragen.
Dass sich Italiens Politiker uneins seien, sei nicht gerade ungewöhnlich. Deshalb verwundere es auch nicht, dass nun in Rom um die Frage gestritten werde, ob man von der EU-Kommission einen Aufschub erbeten solle, um die angesetzten Sparziele zu erreichen - so wie das bereits Frankreich und Spanien zugestanden worden sei. Uneins seien sich auch Paris und die EU-Kommission über die zu erwartende Konjunkturentwicklung in Frankreich. Während Paris für 2013 mit einem kleinen Plus rechne, gehe Brüssel von einem kleinen Minus aus. Wie dem auch sei, Frankreich erhalte weitere zwei Jahre Aufschub, um seine Sparziele zu erfüllen und das Pflänzchen des Wirtschaftswachstums nicht kaputt zu sparen. Hauptsache, man habe Zeit gewonnen. Spanien lasse grüßen.
Einen Anteil an den so genannten Krisengewinnen aus der europäischen Schuldenkrise klage unterdessen Griechenland ein. Länder, deren Schuldzinsen kräftig gefallen seien, sollten diesen Vorteil doch gefälligst mit allen Ländern des Euroraums teilen, fordere man in Athen. Das wäre freilich der gleiche Effekt, den die immer wieder diskutierten Eurobonds hätten - nur eben dass man es nicht so nennen würde. In Vergessenheit scheine bei griechischen Politikern hingegen die Tatsache geraten zu sein, dass bereits in vielerlei Hinsicht nachgebessert und auch Gewinne von Berlin nach Athen überwiesen worden seien.
An den internationalen Kapitalmärkten würden die Aktenindices neue Höchststände erreichen. Früher hätte das bedeutet, dass Börsianer und Investoren nur noch gefeiert hätten. Inzwischen gebe es allerdings viele Finanzinstrumente, die eine Spekulation auf fallende Notierungen ermöglichen würden, und somit sei es nicht verwunderlich, dass man nicht nur Freudentränen wahrnehme.
Für die unbelehrbaren "Bullen" unter den Börsianern sei das Szenario lange überfällig und auch alternativlos gewesen. Denn bevor das Geld wertlos werde, werde es ausgegeben bzw. in wertbeständige Unternehmen mit einer entsprechenden Marktposition investiert. Auch die niedrigen zu erzielenden Renditen im Rentenbereich würden viele Anleger die Fronten wechseln lassen und nochmals die Aktiennotierungen befeuern. Investoren, die noch nicht engagiert seien, würden nun auf eine Gegenreaktion hoffen, um auf den fahrenden Zug noch aufspringen zu können.
Die niedrigen Zinsen würden aber für das gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche System immer mehr zum Problem. Freue sich einerseits der Bauherr über die günstigen Darlehen, so müsse der Privatanleger schon zum "Trüffelschwein" werden, um noch eine vernünftige Rendite erzielen zu können. Das gleiche Problem hätten allerdings auch Rentenversicherungsanstalten und Lebensversicherungen. Denn die notwendigen Renditen, die zum Erhalt der Sozialsysteme erzielt werden müssten, seien in solchen Kapitalmarktzeiten nicht erreichbar. Und somit würden durch die Niedrigzinsen der Gegenwart in der Zukunft Probleme geschaffen, die nur wenige auf dem Radar hätten.
Wer vor 25 Jahren eine private Lebensversicherung zur Darlehenstilgung abgeschlossen habe (mit entsprechendem Aufschlag, um sich im Rentenalter noch Wünsche erfüllen zu können), der könne sich inzwischen schon glücklich schätzen, wenn der Betrag zur Tilgung noch ausreiche. Somit ticke durch die Finanzkrise auch in vielen privaten Haushalten eine Zeitbombe, über deren Ausmaß nur spekuliert werden könne.
Nicht anders sehe es aber bei den gesetzlichen Rentenversicherungen aus. Deren finanzieller Rahmen werde nicht zuletzt durch das Zinsniveau und die steigende Anzahl der Rentenbezieher - bei gleichzeitig rückläufiger Zahl der Erwerbstätigen - immer kleiner. In diesem Zusammenhang erinnere sich Stopp immer wieder gerne an den Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm, der bereits 1986 mit dem Spruch: "Denn eines ist sicher - Die Rente!" die Ängste der Deutschen zu zerstreuen versucht habe. Diese Denkweise sei obsolet und inzwischen könne festgestellt werden: "Doch eines ist sicher: Die Rente wird immer weniger!" Gesamtwirtschaftlich seien steigende Zinsen nicht erwünscht, aber im Hinblick auf die Rente wären sie notwendig. Einen Tod müsse man wohl sterben.
Nach der Entscheidung der EZB in der vergangenen Woche, den Leitzins nochmals zu senken, sei der Rentenmarkt noch stärker als zuvor von einem anhaltenden Anlagenotstand der Investoren geprägt. In ihrem Bemühen, der Realzinsfalle zu entkommen, würden viele Anleger in Titel ausweichen, die im Vergleich zu Bundesanleihen ein höheres, aber einigermaßen überschaubares Risiko darstellen würden. Vor diesem Hintergrund sei die Neuemission einer Unternehmensanleihe der STRABAG gut vom Markt aufgenommen worden. Das bis 5/2020 laufende Papier rentiere mit immerhin rund 2,8%. Ebenso sei in dieser Woche ein Bond (ISIN XS0458230322 / WKN A1A6PG) von HeidelbergerCement gesucht gewesen, der 1/2017 fällig werde, weit über pari notiere und eine Rendite von ca. 2,3% aufweise.
Weiterhin gefragt seien auch Anleihen, die auf Norwegische Kronen lauten würden. So habe eine Staatsanleihe (ISIN NO0010313356 / WKN A0GS9C) aus Oslo, die bis 5/2017 laufe und knapp 1,2% Rendite bringe, ebenso auf den Kauflisten gestanden wie ein auf Kronen lautender Corporate Bond (ISIN XS0909324039 / WKN A1HHTW) von Volkswagen, der mit 2,1% rentiere und bis 4/2016 laufe. Hierbei würden Anleger offenbar auch auf einem Wertzuwachs der Norwegischen Krone spekulieren, was den Effekt einer Versicherung gegenüber einer möglichen Euro-Schwäche habe.
Niedrig, niedriger, am niedrigsten - ja, es seien noch Steigerungen nach unten möglich, wie die Europäische Zentralbank mit ihrer Entscheidung, den eh schon niedrigen Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,5% zu senken, vergangene Woche bewiesen habe. Die Erkenntnis, dass die Wirkung, die eine solche Maßnahme haben könne, irgendwann ausgereizt sein möge, sei inzwischen offenbar auch bei der EZB mehrheitsfähig.
Denn immerhin mache sich die Notenbank nun Gedanken darüber, wie sie erreichen könne, dass Gelder dort ankämen, wo Arbeitsplätze geschaffen würden - vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen. So wolle man zusammen mit anderen EU-Institutionen neue Wege finden, um die Kreditvergabe an solche Firmen zu fördern. Im Schulterschluss mit der europäischen Investitionsbank EIB sollten Initiativen entwickelt werden, die einen funktionierenden Markt für Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities, ABS) schaffen würden, die mit Krediten an die Realwirtschaft unterlegt seien. Diese Überlegungen könnten darauf hindeuten, dass die EZB die Wirksamkeit ihrer Zinspolitik als begrenzt ansehe und man nun neue Pfade suchen müsse.
Ungeachtet dessen wolle EZB-Präsident Mario Draghi freilich einen negativen Einlagezins nicht mehr ausschließen. "Am niedrigsten" sei demnach also doch noch zu steigern?
Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks würden verschiedene Unternehmen von dem niedrigen Zinsniveau profitieren. Allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern weil der Gesetzgeber den gesetzlichen Rahmen den neuen Gegebenheiten nicht angepasst habe. 6% Zins, wer könne das heutzutage ohne Risiko noch erwirtschaften? Otto Normalverbraucher nicht. Aber wenn ein Unternehmen im Jahr des bisher letzten Gewerbesteuerbescheids zu Vorauszahlungen verpflichtet worden sei und diese Vorauszahlungen anschließend von den Gemeinden wieder rückerstattet werden müssten, dann sei auf diesen Betrag eine Verzinsung von 6% p.a. zu zahlen. Somit sei es nicht verwunderlich, dass Unternehmen gerne die überhöhten Vorauszahlungen leisten würden und sich eine Finanzspritze aus dem Gemeindehaushalt im Rahmen der juristischen Vorgaben würden verabreichen lassen.
Hier wiehere wieder einmal der Amtsschimmel und führe einem die Flexibilität eines Berufsstandes dramatisch vor Augen.
Am Dienstag habe der österreichische Baukonzern STRABAG SE eine vielbeachtete Unternehmensanleihe mit einer Laufzeit von sieben Jahren bis 5/2020 und einem Volumen von 200 Mio. Euro emittiert. Erwartet worden sei ein Kupon im Bereich von 3,25% bis 3,375%. Die finalen Orderbücher hätten bei ca. 2,4 Mrd. Euro gelegen. Dies habe einer zwölffachen Überzeichnung entsprochen. Gepreist worden sei die Anleihe bei einem Spread von +186,7 BP über Mid Swap, was einem Kurs von 99,907% entsprochen habe. Der jährliche Kupon betrage 3,00% und die Anleihe habe eine Stückelung von nominal 1.000,00 Euro. Zuletzt habe sie bei 100,90/101,10% notiert.
Ebenso am Dienstag habe das finnische Verpackungsunternehmen Huhtamaki eine 150 Mio. Euro große Anleihe platziert, die im Mai 2020 zur Rückzahlung anstehe. Der Kupon sei mit 3,375% fixiert worden und bei einem Emissionskurs von 99,571% habe sich ein Spread von 230 BP über Mid Swap ergeben.
Bereits jetzt das Handelsgeschehen beim Euro-Bund-Future mit "Das Hoch sehen und sterben!" zu umschreiben, sei sicherlich noch zu früh, aber zumindest habe man eine Korrektur um eineinhalb Punkte vollzogen. Dies sei angesichts der Aktienindices nicht verwunderlich, aber die Probleme in Euroland seien weiterhin nicht gelöst. Somit werde der Markt nicht in sich zusammenbrechen, sondern die Gegenbewegung sei notwendig gewesen.
Denn wer einmal am Strand versucht habe auf einem Berg aus trockenem Sand zu stehen, der habe festgestellt, dass dies nur sehr schwer möglich sei. Das Festtreten mache die Sache allerdings leichter. Da niemand die Kursentwicklung an den Aktienmärkten weltweit zuverlässig vorhersagen könne, könne im Falle einer Korrektur schnell wieder eine Flucht in Zinspapiere initiiert werden. Daher gelte auch weiterhin: "Holzauge, sei wachsam!"
Charttechnisch habe das Sorgenbarometer den mittelfristigen Aufwärtstrend verlassen und orientiere sich nach unten. Die Unterstützungslinien würden aktuell im Bereich zwischen 144,60% und 145,00% verlaufen (diverse Hochs und Tiefs Ende März/Anfang April). Nach oben würden vorerst 146,30% und 147,20% (Allzeithoch vom 02.05.2013) Widerstände darstellen.
Manchmal würden einem die Worte fehlen und man könne die Konditionen für Refinanzierungen nicht immer nachvollziehen. So sei in der vergangenen Woche bereits Slowenien von Moody's herabgestuft worden, aber das habe nichts an der Tatsache geändert, dass man sich 3,5 Mrd. USD am Kapitalmarkt leihen durfte. Auch Frankreich als Sorgenkind Nummer 1 habe sich für zehn Jahre verschulden können und bei einer zweifachen Überzeichnung lediglich eine Rendite von 1,81% ausloben müssen. Wie groß sei eigentlich die Verzweiflung der Investoren, wenn man das Reißen von Defizitgrenzen noch mit erhöhter Nachfrage quittiere?
Noch schlimmer erscheine aber die Tatsache, dass selbst der ESM davon profitiere. Eigentlich nur als Zwischenhändler mit entsprechender Bürgschaft anderer Staaten ausgestattet schaffe es der ESM, sich 3 Mrd. Euro mittels dreimonatiger Schatzwechsel zu einer Minusrendite (-0,0237%) zu beschaffen. Verrückte Welt.
Deshalb sollten die Konditionen Österreichs für die Aufstockung der zehnjährigen Anleihe (ISIN AT0000A105W3 / WKN A1HJL5, 2023) zu 1,621% und der ehemals siebenjährigen Anleihe (ISIN AT0000A0VRF9 / WKN A1G6UU, 2019) zu 0,794% nicht allzu überraschen. Obwohl Deutschland in 2013 voraussichtlich weniger Kredite als geplant aufnehmen werde, sei in dieser Handelswoche die inflationsindexierte Anleihe um 1 Mrd. Euro auf insgesamt 10 Mrd. Euro aufgestockt worden. Bei einer 1,6fachen Überzeichnung habe sich die Durchschnittsrendite auf minus 0,40% belaufen.
Planmäßig habe aber gestern auch die Begebung der neuen Bundesobligation (ISIN DE0001141661 / WKN 114166) auf der Agenda gestanden. Bei einer 2,1fachen Überzeichnung seien 5 Mrd. Euro der fünfjährigen Titel bei einer Durchschnittsrendite von 0,38% zugeteilt worden.
An den Finanzmärkten scheine es so, als ob der Frühling endlich angekommen sei. Wo man auch hinschaue, würden neue Rekorde aus dem Boden sprießen, ob bei Aktien oder auch zeitweise bei Anleihen. Am Devisenmarkt hingegen sei man von den einst erreichten Höchstständen weit entfernt. Zur Erinnerung, im Juli 2008 habe sich die Gemeinschaftswährung um die Marke von 1,60 USD bewegt. Während den vergangenen Handelstagen sei die Kursentwicklung des Euro gegenüber dem USD als sehr moderat zu bezeichnen und pendle aktuell in einer Tradingrange zwischen 1,3050 und 1,3175 USD.
Ein weiterer Rekord sei aus dem weiten Australien zu vermelden. Dort habe die australische Notenbank den Leitzins um 25 Basispunkte auf ein Rekordtief von 2,75% gesenkt. Daraufhin sei es für die heimische Währung allerdings bergab gegangen und der Euro habe dadurch ein Zwei-Monats-Hoch bei 1,2948 AUD erreicht. Auch zum Kiwi-Dollar sei ein neues Monats-Hoch (1,5716 NZD) markiert worden.
Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus in Euroland seien Privatanleger auf der Suche nach Alternativen. So seien Fremdwährungsanleihen nach wie vor ein interessantes Investment und Euroskeptiker würden stets Ausschau nach einer günstigen Kaufgelegenheit halten - die Währung betreffend. Zu den Favoriten würden weiterhin Anleihen auf Australische Dollar, USD, Norwegische Kronen und auch vereinzelt Brasilianische Real zählen.
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (10.05.2013/alc/a/a)
Nein, auch Kommunen würden Ausschau nach neuen Refinanzierungsmöglichkeiten halten. So sei gestern unter Führung der Bayerischen Landesbank, der Deutschen Bank und der Hypo Vereinsbank Unicredit Bank AG eine Gemeinschaftsemission der bayerischen Städte Nürnberg und Würzburg begeben worden. Für die beiden Gemeinden sei es die erste Inhaberschuldverschreibung (ISIN DE000A1TNFP6 / WKN A1TNFP), die in dieser Form aufgelegt worden sei. Aufgrund des guten Emittentenprofils - sowohl Nürnberg als auch Würzburg hätten in den vergangenen Jahren Haushaltsüberschüsse erzielen können - sei eine Anleihe mit einem Kupon von 1,875% und einer Endfälligkeit 16. Mai 2023 aufgelegt worden. Das Emissionsvolumen in Höhe von 100 Mio. Euro sei bereits nach kurzer Zeit platziert gewesen.
Es könne durchaus sein, dass diese Idee des doppelten Bonds von anderen Gemeinden aufgegriffen und somit für andere Städte als Blaupause dienen werde. Mit der Festlegung von nominal 1.000,00 Euro als kleinste handelbare Einheit sei sogar den Bedürfnissen der Privatanleger Rechnung getragen worden. Auch ohne Rating, aber mit einem ansprechenden Wirtschaftsprofil würden die beiden Universitätsstädte zu den führenden Gemeinden der Bundesrepublik Deutschland gehören und hätten die gesetzlichen Rahmenbedingungen ausgeschöpft.
In der aktuellen Niedrigzinsphase könnten solche Kommunalanleihen eine willkommene Ergänzung für Investoren darstellen, denen die Zinsen für öffentliche Anleihen zu gering seien und Mittelstandsanleihen als zu risikobehaftet erscheinen würden. Somit könnte es sein, dass es sich hierbei um die Geburtsstunde einer "neuen" Assetklasse handle.
Portugal melde sich mit einem zehnjährigen Bond am Kapitalmarkt zurück. Zwei Jahre nach Inanspruchnahme internationaler Milliardenhilfen habe Portugal erstmals wieder eine Staatsanleihe (ISIN PTOTEQOE0015 / WKN A1HKUP) mit zehnjähriger Laufzeit platziert. "Die Emission war ein großer Erfolg", habe Finanzminister Vítor Gaspar gejubelt. Immerhin habe die Nachfrage um das Dreifache über dem Emissionsvolumen von 3 Mrd. Euro gelegen. Der Zinssatz bewege sich mit 5,6% auf dem Niveau von August 2010, als Portugal noch keine Finanzhilfe beantragt habe.
Allerdings müsse diese Emission vor dem Hintergrund der extrem niedrigen Zinsen beurteilt werden, seien doch die Anleger weltweit auf der Suche nach hohen Renditen - ein Trend, von dem Lissabon hier klar profitiert habe. Im Übrigen würden die Anleger, die die portugiesische Anleihe gezeichnet hätten, offenbar davon ausgehen, dass die EU den Euro weiter verteidigen werde.
Indessen würden die Nachrichten, wonach die anderen Sorgenkinder der Eurozone mit neuen Problemen zu kämpfen hätten, nicht abreißen. So drohe Italien noch tiefer in die Schuldenkrise zu schliddern. Die OECD habe ihre Prognose für die Konjunkturentwicklung des Landes weiter nach unten korrigiert. Statt einem Minus von 1%, von dem man noch im November 2012 ausgegangen sei, werde jetzt für 2013 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,5% gerechnet. Auch die Neuverschuldung werde laut OECD statt 2,9% nun 3,3% vom BIP betragen.
Dass sich Italiens Politiker uneins seien, sei nicht gerade ungewöhnlich. Deshalb verwundere es auch nicht, dass nun in Rom um die Frage gestritten werde, ob man von der EU-Kommission einen Aufschub erbeten solle, um die angesetzten Sparziele zu erreichen - so wie das bereits Frankreich und Spanien zugestanden worden sei. Uneins seien sich auch Paris und die EU-Kommission über die zu erwartende Konjunkturentwicklung in Frankreich. Während Paris für 2013 mit einem kleinen Plus rechne, gehe Brüssel von einem kleinen Minus aus. Wie dem auch sei, Frankreich erhalte weitere zwei Jahre Aufschub, um seine Sparziele zu erfüllen und das Pflänzchen des Wirtschaftswachstums nicht kaputt zu sparen. Hauptsache, man habe Zeit gewonnen. Spanien lasse grüßen.
Einen Anteil an den so genannten Krisengewinnen aus der europäischen Schuldenkrise klage unterdessen Griechenland ein. Länder, deren Schuldzinsen kräftig gefallen seien, sollten diesen Vorteil doch gefälligst mit allen Ländern des Euroraums teilen, fordere man in Athen. Das wäre freilich der gleiche Effekt, den die immer wieder diskutierten Eurobonds hätten - nur eben dass man es nicht so nennen würde. In Vergessenheit scheine bei griechischen Politikern hingegen die Tatsache geraten zu sein, dass bereits in vielerlei Hinsicht nachgebessert und auch Gewinne von Berlin nach Athen überwiesen worden seien.
An den internationalen Kapitalmärkten würden die Aktenindices neue Höchststände erreichen. Früher hätte das bedeutet, dass Börsianer und Investoren nur noch gefeiert hätten. Inzwischen gebe es allerdings viele Finanzinstrumente, die eine Spekulation auf fallende Notierungen ermöglichen würden, und somit sei es nicht verwunderlich, dass man nicht nur Freudentränen wahrnehme.
Für die unbelehrbaren "Bullen" unter den Börsianern sei das Szenario lange überfällig und auch alternativlos gewesen. Denn bevor das Geld wertlos werde, werde es ausgegeben bzw. in wertbeständige Unternehmen mit einer entsprechenden Marktposition investiert. Auch die niedrigen zu erzielenden Renditen im Rentenbereich würden viele Anleger die Fronten wechseln lassen und nochmals die Aktiennotierungen befeuern. Investoren, die noch nicht engagiert seien, würden nun auf eine Gegenreaktion hoffen, um auf den fahrenden Zug noch aufspringen zu können.
Die niedrigen Zinsen würden aber für das gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche System immer mehr zum Problem. Freue sich einerseits der Bauherr über die günstigen Darlehen, so müsse der Privatanleger schon zum "Trüffelschwein" werden, um noch eine vernünftige Rendite erzielen zu können. Das gleiche Problem hätten allerdings auch Rentenversicherungsanstalten und Lebensversicherungen. Denn die notwendigen Renditen, die zum Erhalt der Sozialsysteme erzielt werden müssten, seien in solchen Kapitalmarktzeiten nicht erreichbar. Und somit würden durch die Niedrigzinsen der Gegenwart in der Zukunft Probleme geschaffen, die nur wenige auf dem Radar hätten.
Wer vor 25 Jahren eine private Lebensversicherung zur Darlehenstilgung abgeschlossen habe (mit entsprechendem Aufschlag, um sich im Rentenalter noch Wünsche erfüllen zu können), der könne sich inzwischen schon glücklich schätzen, wenn der Betrag zur Tilgung noch ausreiche. Somit ticke durch die Finanzkrise auch in vielen privaten Haushalten eine Zeitbombe, über deren Ausmaß nur spekuliert werden könne.
Nicht anders sehe es aber bei den gesetzlichen Rentenversicherungen aus. Deren finanzieller Rahmen werde nicht zuletzt durch das Zinsniveau und die steigende Anzahl der Rentenbezieher - bei gleichzeitig rückläufiger Zahl der Erwerbstätigen - immer kleiner. In diesem Zusammenhang erinnere sich Stopp immer wieder gerne an den Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm, der bereits 1986 mit dem Spruch: "Denn eines ist sicher - Die Rente!" die Ängste der Deutschen zu zerstreuen versucht habe. Diese Denkweise sei obsolet und inzwischen könne festgestellt werden: "Doch eines ist sicher: Die Rente wird immer weniger!" Gesamtwirtschaftlich seien steigende Zinsen nicht erwünscht, aber im Hinblick auf die Rente wären sie notwendig. Einen Tod müsse man wohl sterben.
Nach der Entscheidung der EZB in der vergangenen Woche, den Leitzins nochmals zu senken, sei der Rentenmarkt noch stärker als zuvor von einem anhaltenden Anlagenotstand der Investoren geprägt. In ihrem Bemühen, der Realzinsfalle zu entkommen, würden viele Anleger in Titel ausweichen, die im Vergleich zu Bundesanleihen ein höheres, aber einigermaßen überschaubares Risiko darstellen würden. Vor diesem Hintergrund sei die Neuemission einer Unternehmensanleihe der STRABAG gut vom Markt aufgenommen worden. Das bis 5/2020 laufende Papier rentiere mit immerhin rund 2,8%. Ebenso sei in dieser Woche ein Bond (ISIN XS0458230322 / WKN A1A6PG) von HeidelbergerCement gesucht gewesen, der 1/2017 fällig werde, weit über pari notiere und eine Rendite von ca. 2,3% aufweise.
Weiterhin gefragt seien auch Anleihen, die auf Norwegische Kronen lauten würden. So habe eine Staatsanleihe (ISIN NO0010313356 / WKN A0GS9C) aus Oslo, die bis 5/2017 laufe und knapp 1,2% Rendite bringe, ebenso auf den Kauflisten gestanden wie ein auf Kronen lautender Corporate Bond (ISIN XS0909324039 / WKN A1HHTW) von Volkswagen, der mit 2,1% rentiere und bis 4/2016 laufe. Hierbei würden Anleger offenbar auch auf einem Wertzuwachs der Norwegischen Krone spekulieren, was den Effekt einer Versicherung gegenüber einer möglichen Euro-Schwäche habe.
Niedrig, niedriger, am niedrigsten - ja, es seien noch Steigerungen nach unten möglich, wie die Europäische Zentralbank mit ihrer Entscheidung, den eh schon niedrigen Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,5% zu senken, vergangene Woche bewiesen habe. Die Erkenntnis, dass die Wirkung, die eine solche Maßnahme haben könne, irgendwann ausgereizt sein möge, sei inzwischen offenbar auch bei der EZB mehrheitsfähig.
Denn immerhin mache sich die Notenbank nun Gedanken darüber, wie sie erreichen könne, dass Gelder dort ankämen, wo Arbeitsplätze geschaffen würden - vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen. So wolle man zusammen mit anderen EU-Institutionen neue Wege finden, um die Kreditvergabe an solche Firmen zu fördern. Im Schulterschluss mit der europäischen Investitionsbank EIB sollten Initiativen entwickelt werden, die einen funktionierenden Markt für Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities, ABS) schaffen würden, die mit Krediten an die Realwirtschaft unterlegt seien. Diese Überlegungen könnten darauf hindeuten, dass die EZB die Wirksamkeit ihrer Zinspolitik als begrenzt ansehe und man nun neue Pfade suchen müsse.
Ungeachtet dessen wolle EZB-Präsident Mario Draghi freilich einen negativen Einlagezins nicht mehr ausschließen. "Am niedrigsten" sei demnach also doch noch zu steigern?
Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks würden verschiedene Unternehmen von dem niedrigen Zinsniveau profitieren. Allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern weil der Gesetzgeber den gesetzlichen Rahmen den neuen Gegebenheiten nicht angepasst habe. 6% Zins, wer könne das heutzutage ohne Risiko noch erwirtschaften? Otto Normalverbraucher nicht. Aber wenn ein Unternehmen im Jahr des bisher letzten Gewerbesteuerbescheids zu Vorauszahlungen verpflichtet worden sei und diese Vorauszahlungen anschließend von den Gemeinden wieder rückerstattet werden müssten, dann sei auf diesen Betrag eine Verzinsung von 6% p.a. zu zahlen. Somit sei es nicht verwunderlich, dass Unternehmen gerne die überhöhten Vorauszahlungen leisten würden und sich eine Finanzspritze aus dem Gemeindehaushalt im Rahmen der juristischen Vorgaben würden verabreichen lassen.
Hier wiehere wieder einmal der Amtsschimmel und führe einem die Flexibilität eines Berufsstandes dramatisch vor Augen.
Ebenso am Dienstag habe das finnische Verpackungsunternehmen Huhtamaki eine 150 Mio. Euro große Anleihe platziert, die im Mai 2020 zur Rückzahlung anstehe. Der Kupon sei mit 3,375% fixiert worden und bei einem Emissionskurs von 99,571% habe sich ein Spread von 230 BP über Mid Swap ergeben.
Bereits jetzt das Handelsgeschehen beim Euro-Bund-Future mit "Das Hoch sehen und sterben!" zu umschreiben, sei sicherlich noch zu früh, aber zumindest habe man eine Korrektur um eineinhalb Punkte vollzogen. Dies sei angesichts der Aktienindices nicht verwunderlich, aber die Probleme in Euroland seien weiterhin nicht gelöst. Somit werde der Markt nicht in sich zusammenbrechen, sondern die Gegenbewegung sei notwendig gewesen.
Denn wer einmal am Strand versucht habe auf einem Berg aus trockenem Sand zu stehen, der habe festgestellt, dass dies nur sehr schwer möglich sei. Das Festtreten mache die Sache allerdings leichter. Da niemand die Kursentwicklung an den Aktienmärkten weltweit zuverlässig vorhersagen könne, könne im Falle einer Korrektur schnell wieder eine Flucht in Zinspapiere initiiert werden. Daher gelte auch weiterhin: "Holzauge, sei wachsam!"
Charttechnisch habe das Sorgenbarometer den mittelfristigen Aufwärtstrend verlassen und orientiere sich nach unten. Die Unterstützungslinien würden aktuell im Bereich zwischen 144,60% und 145,00% verlaufen (diverse Hochs und Tiefs Ende März/Anfang April). Nach oben würden vorerst 146,30% und 147,20% (Allzeithoch vom 02.05.2013) Widerstände darstellen.
Manchmal würden einem die Worte fehlen und man könne die Konditionen für Refinanzierungen nicht immer nachvollziehen. So sei in der vergangenen Woche bereits Slowenien von Moody's herabgestuft worden, aber das habe nichts an der Tatsache geändert, dass man sich 3,5 Mrd. USD am Kapitalmarkt leihen durfte. Auch Frankreich als Sorgenkind Nummer 1 habe sich für zehn Jahre verschulden können und bei einer zweifachen Überzeichnung lediglich eine Rendite von 1,81% ausloben müssen. Wie groß sei eigentlich die Verzweiflung der Investoren, wenn man das Reißen von Defizitgrenzen noch mit erhöhter Nachfrage quittiere?
Noch schlimmer erscheine aber die Tatsache, dass selbst der ESM davon profitiere. Eigentlich nur als Zwischenhändler mit entsprechender Bürgschaft anderer Staaten ausgestattet schaffe es der ESM, sich 3 Mrd. Euro mittels dreimonatiger Schatzwechsel zu einer Minusrendite (-0,0237%) zu beschaffen. Verrückte Welt.
Deshalb sollten die Konditionen Österreichs für die Aufstockung der zehnjährigen Anleihe (ISIN AT0000A105W3 / WKN A1HJL5, 2023) zu 1,621% und der ehemals siebenjährigen Anleihe (ISIN AT0000A0VRF9 / WKN A1G6UU, 2019) zu 0,794% nicht allzu überraschen. Obwohl Deutschland in 2013 voraussichtlich weniger Kredite als geplant aufnehmen werde, sei in dieser Handelswoche die inflationsindexierte Anleihe um 1 Mrd. Euro auf insgesamt 10 Mrd. Euro aufgestockt worden. Bei einer 1,6fachen Überzeichnung habe sich die Durchschnittsrendite auf minus 0,40% belaufen.
Planmäßig habe aber gestern auch die Begebung der neuen Bundesobligation (ISIN DE0001141661 / WKN 114166) auf der Agenda gestanden. Bei einer 2,1fachen Überzeichnung seien 5 Mrd. Euro der fünfjährigen Titel bei einer Durchschnittsrendite von 0,38% zugeteilt worden.
An den Finanzmärkten scheine es so, als ob der Frühling endlich angekommen sei. Wo man auch hinschaue, würden neue Rekorde aus dem Boden sprießen, ob bei Aktien oder auch zeitweise bei Anleihen. Am Devisenmarkt hingegen sei man von den einst erreichten Höchstständen weit entfernt. Zur Erinnerung, im Juli 2008 habe sich die Gemeinschaftswährung um die Marke von 1,60 USD bewegt. Während den vergangenen Handelstagen sei die Kursentwicklung des Euro gegenüber dem USD als sehr moderat zu bezeichnen und pendle aktuell in einer Tradingrange zwischen 1,3050 und 1,3175 USD.
Ein weiterer Rekord sei aus dem weiten Australien zu vermelden. Dort habe die australische Notenbank den Leitzins um 25 Basispunkte auf ein Rekordtief von 2,75% gesenkt. Daraufhin sei es für die heimische Währung allerdings bergab gegangen und der Euro habe dadurch ein Zwei-Monats-Hoch bei 1,2948 AUD erreicht. Auch zum Kiwi-Dollar sei ein neues Monats-Hoch (1,5716 NZD) markiert worden.
Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus in Euroland seien Privatanleger auf der Suche nach Alternativen. So seien Fremdwährungsanleihen nach wie vor ein interessantes Investment und Euroskeptiker würden stets Ausschau nach einer günstigen Kaufgelegenheit halten - die Währung betreffend. Zu den Favoriten würden weiterhin Anleihen auf Australische Dollar, USD, Norwegische Kronen und auch vereinzelt Brasilianische Real zählen.
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