An der Notenbankpolitik scheiden sich die Geister


24.11.16 12:45
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Der Wahlausgang in den USA und die daraus resultierenden Unsicherheiten überschatten zurzeit alle Volkswirtschaften, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Habe während des Wahlkampfes noch jede Hochrechnung zugunsten Trumps zu Kursverlusten an den Finanzmärkten geführt, so seien mit dem Verkünden des Wahlergebnisses alle Bedenken über Bord geworfen worden. Allem Anschein nach erhoffe man sich von dem designierten Präsidenten Donald Trump eine deutliche Belebung der US-Konjunktur, und die "alten Finanzmarkthasen" würden sich an die Ära Ronald Reagan erinnert fühlen. Auch damals sei Verschuldung ganz groß geschrieben worden. Allerdings hätten die USA aktuell bereits eine Verschuldungsquote von 105% des BIPs erreicht und die jüngsten Hochrechnungen würden für die Regentschaft Trumps von einem möglichen Anstieg bis auf 130% ausgehen.

Solche Perspektiven würden die Notenbanker der Welt auf den Plan rufen, um Gefahren von den heimischen Wirtschaftsgebieten fernzuhalten. So habe die Bank of Japan (BoJ) mit einem unbegrenzten Anleihekaufprogramm die erste Karte ausgespielt und die im Dezember des Jahres zu verkündende Zinsanhebung in den USA werde auch andere Notenbanken wie beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) zum Handeln zwingen. Die Märkte würden diese diametrale Entwicklung der Geldpolitik zwischen den USA und Euroland bereits einpreisen. Die Spreadentwicklung bei 10-jährigen deutschen und amerikanischen Staatsanleihen habe in den vergangenen Handelstagen mit 2,09 Prozentpunkten ein 27-Jahreshoch erreicht - und ein Ende sei noch nicht in Sicht.

Sicherlich werde die EZB in den kommenden Wochen und Monaten unter Aufbringung aller zur Verfügung stehenden Mittel versuchen, das Zinsniveau in der Eurozone auf einem tiefen Level zu halten, was allerdings nicht einfach sein werde. Nicht erst seit der Kapitulation der Schweizer Notenbank bei der Verteidigung des CHF-Außenwertes sollte allen Beteiligten klar sein, dass solche regulatorischen Maßnahmen begrenzt seien.

Alle Marktteilnehmer sollten sich darüber hinaus der Tatsache bewusst sein, dass die amerikanischen Zinssätze schon immer alle Kapitalmärkte beeinflusst hätten und es früher oder später zu Anpassungen gekommen sei. Geld könne zwar nicht denken, aber die Anleger würden versuchen das Optimum aus ihren Investitionen herauszuholen und dadurch Kapitalströme erzeugen, die eine Eigendynamik entwickeln könnten. Es werde also die Kunst der Notenbankpolitik sein, den Spagat zwischen sinnvollen, notwendigen und übereilten Beschlüssen zu schaffen - abgestimmt auf die nationalen Bedürfnisse und unter Berücksichtigung der Gesamtlage.

Wie umstritten die Notenbankpolitik sei, habe Mario Draghi bei der diesjährigen Bankenkonferenz in Frankfurt erfahren können. So sei unter anderem angeprangert worden, dass die Geldpolitik mit ihren ultraniedrigen Zinsen den europäischen Banken entgegenwirke und der Aufbau von Eigenkapital erschwert werde. Nachvollziehbar sei auch der Vorwurf gewesen, dass das niedrige Zinsniveau hauptsächlich den Staaten nütze. Der Hinweis auf die fehlende Liquidität an den Anleihemärkten infolge irrationaler EZB-Käufe scheine allerdings nicht auf taube Ohren gestoßen zu sein. So habe sich am gestrigen Mittwoch abgezeichnet, dass die EZB den Banken mehr Anleihen für eine Ausleihe zur Verfügung stellen möchte. Doch seien solche Maßnahmen keine Änderung der Notenbankpolitik, sondern sie sollten nur Nebenwirkungen mildern, ohne die Therapie anzupassen.

Nach dem Brexit-Votum der Briten und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten gehe an den Kapitalmärkten ein neues Gespenst um: Das Wort vom "Italexit" mache an den Börsen die Runde. Gemeint sei ein möglicher Austritt Italiens aus der Europäischen Union - eine Gefahr, die eng mit dem am 4. Dezember anstehenden Referendum verknüpft sei, an dem die Italiener über eine neue Verfassung abstimmen würden.

Die Crux daran sei, dass Ministerpräsident Matteo Renzi sein politisches Schicksal mit dem Ausgang der Wahl verbunden habe. Würden seine Landsleute den geplanten Veränderungen nicht zustimmen, müsste er eigentlich zurücktreten, was die Krise in der EU wiederum verschärfen würde. Schon sei an den Märkten davon die Rede, dass das Referendum der Wendepunkt zwischen Himmel und Hölle sein könnte.

Aber um was gehe es Renzi? Der Ministerpräsident wolle lediglich über Einschränkungen bei der Rolle des Senats und Zuständigkeiten der Regionalregierungen abstimmen lassen. Damit könnten Blockaden aufgelöst und Reformen in Italien besser durchgesetzt werden als bisher. Weil aber Renzi hoch gepokert und sein politisches Schicksal mit dem Ausgang des Votums verknüpft habe, sei die Situation eine diffizile.

Meinungsforscher würden Renzi als großen Verlierer für den 4. Dezember erwarten. Beobachter würden nun fürchten, dass im Falle eines Rückzugs von Renzi Rechtspopulisten wie die Protestpartei der so genannten Fünf-Sterne-Bewegung unter der Führung des Komikers Beppe Grillo Oberwasser bekommen könnten. Als relativ sicher gelte, dass ein Rücktritt Renzis Italien, wo die Arbeitslosenquote bei hohen 12% verharre, wieder in ein politisches Chaos stürzen dürfte, obwohl noch jede Menge Hausaufgaben zu machen wären.

Diese Entwicklung hinterlasse auch am Rentenmarkt ihre Spuren. So würden sich die größten Volkswirtschaften Südeuropas, Italien und Spanien, immer weiter auseinander entwickeln. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen sei knapp zwei Wochen vor dem Referendum auf den höchsten Stand seit Juli 2015 gestiegen und liege damit rund einen halben Prozentpunkt über der von spanischen Titeln. In dieser Entwicklung drücke sich das gestiegene politische Risiko im Vorfeld des Referendums aus. Spanien komme dagegen die Entspannung seiner politischen Situation entgegen. Außerdem sei dort das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit Einführung des Euro im Jahr 1999 um über 14% gestiegen. In Italien liege diese Quote dagegen um 3,8% darunter.

In Italien würden die Banken weiterhin unter einem 360 Mrd. EUR schweren Berg an faulen Krediten leiden. Allein die angeschlagene Banca Monte dei Paschi di Siena benötige eine milliardenschwere Kapitalspritze. Eine Rettungsaktion für die italienischen Banken dürfte bei einem "No" zu dem Referendum und damit einer politischen Niederlage für Renzi noch schwerer werden, als sie ohnehin schon sei.

Die Frage werde dann sein, ob die EZB, die bereits vier Tage nach dem Referendum unter ihrem Chef Mario Draghi zusammenkomme, gegebenenfalls eine Verkaufswelle italienischer Staatsanleihen an den Rentenmärkten zu verhindern wisse.

Bekämen die Briten Angst vor der eigenen Courage? Oder sei es die pure Einsicht in die Realitäten, die Theresa May dazu gebracht habe anzudeuten, dass Großbritannien, über 2019 hinaus keine klare Trennung von der Europäischen Union (EU) vollziehen könnte. Die Premierministerin habe durchblicken lassen, dass die Administration in London eine Übergangslösung (transitional deal) untersuchen würde, in deren Rahmen Elemente der bisherigen Beziehungen zur EU beibehalten werden könnten. Diese Äußerungen hätten sofort für Ärger bei den Hardlinern der Brexit-Befürworter gesorgt, die bei einer Übergangslösung eine noch größere Unsicherheit als bei einem klaren Schnitt befürchten würden.

Überhaupt wachse die Furcht der Briten vor negativen Folgen für die Wirtschaft durch den Austritt aus der EU. So würden inzwischen nach einer Erhebung des Finanzdatenanbieters Markit 49% der befragten Privathaushalte angeben, sie würden mit schlechteren Aussichten rechnen. Angesichts eines um 10% geschrumpften Vermögens der britischen Haushalte zwischen Mitte 2015 und Mitte 2016 sei das auch kein Wunder. Wie die Credit Suisse in ihrem jährlichen Wohlstandsbericht ausführe, sei dies eine direkte Konsequenz des Brexit-Votums. Als Hauptgrund nenne die Schweizer Großbank insbesondere den Kurseinbruch des GBP. Dies wirke sich auch auf die USD-Millionäre aus, deren Zahl in Großbritannien um 15% geschrumpft sei.

Dass nun die Regierung in 10 Downing Street einen Wettlauf für Steuerdumping anzuzetteln drohe, stoße nicht zuletzt bei Finanzminister Wolfgang Schäuble auf scharfe Kritik. Noch sei Großbritannien Mitglied der EU und damit an europäisches Recht gebunden, habe er gesagt. Laut May sollten die Unternehmenssteuern auf den niedrigsten Stand der führenden 20 Industrieländer (G20) gesenkt werden. Möglicherweise wolle London die Körperschaftsteuer auf unter 15% drücken, schreibe die Tageszeitung "The Telegraph".

Aber auch nach einem Austritt aus der EU sehe Schäuble Großbritannien gebunden - und zwar an die Versprechungen beim G20-Gipfel in Antalya von 2015, wo von den Teilnehmern einschließlich UK versichert worden sei, in keinen Steuerwettlauf mit immer niedrigeren Sätzen einzutreten.

Wenn nun Großbritanniens Finanzminister Philip Hammond den ersten Staatshaushalt seit dem Brexit-Votum vom Juni vorlegen werde, steuere die Regierung in den kommenden fünf Jahren auf ein Haushaltsloch von 100 Mrd. GBP zu, wie die "Financial Times" schreibe. Die Ursachen sehe das Traditionsblatt in geringeren Steuereinnahmen und einem abgeschwächten Wirtschaftswachstum - alles eine Folge des Brexit-Votums.

Jetzt habe Portugal der Diskussion um einen Schuldenschnitt für Griechenland neue Nahrung gegeben. Die Regierung in Lissabon spreche sich für einen solchen Schritt aus und stelle sich damit gegen die deutsche Position. Portugal sei darüber hinaus der Überzeugung, dass die Euro-Länder das bereits laufende dritte Hilfspaket für Griechenland auch ohne den Internationalen Währungsfonds (IWF) stemmen könnten. Der IWF mache seine künftigen Hilfen bekanntlich davon abhängig, wie Athen bei der Schuldentilgung geholfen werde. Auch der griechische Finanzminister Efklidis Tsakalotos dränge die Gläubiger dazu, einer Umschuldung seines Landes zuzustimmen. Sonst werde die beste Gelegenheit vertan, die seit sieben Jahren anhaltende Krise in Hellas zu beenden. Schließlich habe sich auch der scheidende US-Präsident Barack Obama für einen Schuldenerlass Griechenlands stark gemacht.

Wer sich gegen einen solchen Schritt am vehementesten stemme, sei Deutschland in Person von Finanzminister Wolfgang Schäuble. Er habe gerade zum wiederholten Male erklärt, Griechenlands Problem seien nicht die hohen Schulden, sondern die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Daher lehne man in Berlin einen Schuldenschnitt kategorisch ab. Schäuble wisse natürlich auch, dass eine Schuldenerleichterung für Hellas im kommenden Wahlkampf in Deutschland den Rechtspopulisten in die Hände spielen würde und die CDU entscheidende Stimmen kosten könnte.

Für Tsakalotos und seine Regierung würden die kommenden Monate nun entscheidend. Dann müsse Athen seinen Geldgebern darlegen können, dass alle vereinbarten wirtschaftlichen Reformen einschließlich Verbesserungen am Arbeitsmarkt und die Privatisierungen umgesetzt worden seien. Dies wären die Voraussetzungen für Erleichterungen beim Schuldenabbau. Tsakalotos wisse, dass die Zeit dränge. Sollte bis Anfang 2017 kein Schuldenerlass erreicht werden, könne sein Land im März nicht in das EZB-Programm für den Ankauf von Anleihen aufgenommen werden. Dies, so Tsakalotos' Hoffnung, könnte dazu beitragen, den lang ersehnten Wirtschaftsaufschwung einzuleiten. Immerhin, für 2017 rechne Athen mit einem Wachstum von 2,7%.

Bereits in einem Monat sei Heiligabend und es sei nun langsam an der Zeit, die Weihnachtsbäckerei zu eröffnen. Neben Mandeln, Nüssen, Marzipan und vielen anderen guten Zutaten steige dann auch die Nachfrage nach Zucker.

Beim Kauf der Backutensilien begegne man stets dem weltweit tätigen Unternehmen Südzucker, das passend zur Weihnachtszeit eine Anleihe (ISIN XS1524573752 / WKN A189JF) im Gesamtvolumen von 300 Mio. EUR mit einer "privatanleger-freundlichen" Stückelung von 1.000 EUR emittiert habe. Das Unternehmen versüße den Investoren das Engagement mit einem jährlichen Kupon von 1,25% bis zur Fälligkeit am 29.11.2023. Die Anleihe sei zu 99,687% und somit bei +97 Bps über Mid Swap emittiert worden. Südzucker habe sich zur Aufnahme eines Sonderkündigungsrechts (Make-Whole-Option) in die Anleihebedingungen entschieden.

Dem Beispiel Südzuckers folgend habe sich auch Grenke Finance mittels einer 5,25-jährigen, 150 Mio. EUR schweren Anleihe (ISIN XS1527138272 / WKN A189PU) refinanziert, die am 02.02.2022 endfällig sei. Auch in diesem Fall belaufe sich die Mindestanlagesumme auf 1.000 EUR und das Unternehmen zahle hierfür jährlich Zinsen in Höhe von 1,125%. Der Ausgabepreis habe 99,368% (Mid Swap +113 Bps) betragen.

Auch BP sei die erfolgreiche Platzierung einer 7,25-jährigen Anleihe (ISIN XS1527126772 / WKN A189PV) im Volumen von 925 Mio. EUR gelungen. Das im Raffinerie- und Erdölsektor tätige Unternehmen zahle dem Investor einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,117% bis zum Laufzeitende am 25.01.2024. Die Begebung sei zum Kurs von 100% und damit bei +77 Bps über Mid Swap erfolgt. BP habe sich ein vorzeitiges Kündigungsrecht per 25.10.2023 zu pari festschreiben lassen und sich für eine Mindeststückelung von 100.000 EUR entschieden.

In der vergangenen Handelswoche sei im Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) die 160er Marke erfolgreich verteidigt worden und infolge einer logischen Gegenbewegung habe sogar der Widerstand bei 161,46% überwunden werden können. Dennoch gelte weiterhin: "Augen auf beim Euro-Bund-Future-Handel". Dies sei am gestrigen Mittwoch wieder überdeutlich ins Bewusstsein der Rentenhändler eingebrannt worden. Nachdem es zuvor infolge von Kommentaren diverser EZB-Notenbanker zu einer Stabilisierung auf höherem Niveau gekommen sei, habe die Ankündigung der EZB, Teile der im Rahmen des QE erworbenen Wertpapiere im Repo den Banken zur Verfügung zu stellen, die Zinsfutures wieder auf Talfahrt geschickt.

Diese Aussage sei bei verschiedenen Investoren als Demontage des Fangnetzes interpretiert worden, aber die Tatsache alleine, dass Material wieder in Umlauf gebracht werde, sage nichts über die Kosten eines solchen Repos aus. Denn erst daraus könnten Rückschlüsse auf die zukünftige Vorgehensweise gezogen werden. Somit sei mit einer Beruhigung auf dem aktuellen Level zu rechnen und erst in den kommenden Tagen werde sich herauskristallisieren, ob die eindeutig nach unten gerichtete Treppenformation fortgeführt werde. Aktuell handle das Sorgenbarometer bei 161,27%.

Unterstützungslinien würden weiterhin bei ca. 160,46%, der psychologischen Marke von 160% sowie dem Tief vom 14.11. bei 159,14% gesehen und Widerstände seien bei 161,46% und 162,56% existent.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten würden in dieser Woche insgesamt 228 Mrd. USD refinanziert. Sollte Donald Trump seine Pläne zur Konjunkturbelebung umsetzen, so könnten solche Summen zur Norm werden. Neben Geldmarkttiteln für 127 Mrd. USD seien auch T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren zum Kauf angeboten worden.

In der Eurozone würden sich in dieser Handelswoche fünf Staaten ca. 11 Mrd. EUR teilen, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Eröffnet worden sei der Reigen gleich zum Wochenstart von der Slowakei. Belgien habe am gleichen Tag drei OLOs (ISIN BE0000337460 / WKN A18W1U, 2026; ISIN BE0000335449 / WKN A1ZWX5, 2031; ISIN BE0000340498 / WKN A180Z6, 2047) mit Restlaufzeiten von zehn, 15 und 31 Jahren auf gestockt. Am nächsten Tag sei mit Finnland (ISIN FI4000219787/ A185WG, 2023) ein eher seltener Emittent in Erscheinung getreten, bevor Portugal (ISIN PTOTEYOE0007 / WKN A0DY6V, 2021) und Deutschland zur Wochenmitte aktiv geworden seien.

Im Rahmen eines Tenderverfahrens sei das Emissionsvolumen der aktuellen 10-jährigen Bundesanleihe (ISIN DE0001102408 / WKN 110240) um 3 Mrd. EUR auf insgesamt 25 Mrd. EUR erhöht worden. In der Summe seien Aufträge für ca. 5,1 Mrd. EUR aufgegeben worden. Die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,21% erfolgt und für die Marktpflege seien ca. 485 Mio. EUR zurückbehalten worden.

Den krönenden Abschluss der Refinanzierungen nehme am morgigen Freitag Italien mit der Aufstockung einer 2-jährigen inflationsindexierten Anleihe für sich in Anspruch. Diese Bonds würden allerdings auch weiterhin aus steuerlichen Gründen nicht an den deutschen Börsen gehandelt.

Im März vergangenen Jahres habe der EUR mit 1,0458 USD ein 14-Jahrestief markiert und aktuell schicke sich die Gemeinschaftswährung an, dies zumindest nochmals testen zu wollen. Die Andeutungen diverser Notenbanker und insbesondere von Mario Draghi selbst, dass die aktuelle Geldpolitik der EZB noch einige Zeit beibehalten werde, würden den EUR nicht zu Kräften kommen lassen. Nach dem ganzen Trubel der vergangenen Tage und Wochen würden die Vereinigten Staaten sich und dem EUR eine kleine Verschnaufpause vom aktuellen Marktgeschehen gönnen und Thanksgiving, einen der wichtigsten und beliebtesten Feiertage der USA, feiern.

Grundsätzlich sei in den kommenden Tagen mit einem weiteren Angriff auf die bisherigen Tiefststände zu rechnen, da keine Änderung der "Großwetterlage" am Devisenmarkt zu erkennen sei. Ein Großteil der Stärke des USD entstamme der Schwäche des EUR, die wiederum der EU und der EZB geschuldet sei. Seit dem vergangenen Donnerstag habe der EUR zwischen 1,0519 USD und 1,0746 USD gehandelt und notiere aktuell bei 1,0525 USD.

Seit Wochen habe am Devisenmarkt der Mexikanische Peso (MXN) unter Beobachtung gestanden und da sich nach der US-Wahl keine Entspannung eingestellt habe, habe die Notenbank Mexikos - auch im Hinblick auf den niedrigen Inflationsausblick - den Leitzins um 50 Bps auf nunmehr 5,25% angehoben. In nur elf Monaten sei er somit um insgesamt 225 Bps auf den höchsten Stand seit sieben Jahren gestiegen. Diese Maßnahme habe der Landeswährung allerdings nur wenig geholfen, denn sowohl zum USD als auch zum EUR handle der MXN weiterhin auf dem Vorwochenniveau von 20,70 MXN, respektive 21,80 MXN.

Bei den Fremdwährungsanleihen seien somit weiterhin Umsätze auf MXN zu beobachten gewesen. Außerdem hätten Anleihen auf USD, Türkische Lira sowie Südafrikanischen Rand zu den favorisierten Bonds gezählt.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (24.11.2016/alc/a/a)





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