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Notenbanken bleiben auf eingeschlagenem Kurs


17.08.20 12:00
Bankhaus Carl Spängler & Co

Salzburg (www.anleihencheck.de) - Das Salzburger Bankhaus Spängler sieht in naher Zukunft keine Kursveränderungen am Weg, den die wichtigsten internationalen Notenbanken EZB und FED eingeschlagen haben, so die Experten vom Bankhaus Carl Spängler & Co.

Zur Bekämpfung der Corona-Krise würden sie ihre Maßnahmen weiter fortsetzen. Dabei zeige die Europäische Zentralbank trotz zinsseitig eingeschränkten Handlungsspielraums große Entschlossenheit, so die Experten der ältesten Privatbank Österreichs in ihrer aktuellen Zinseinschätzung. Die Europäischen Notenbanker würden insbesondere auf Aktivitäten bei Refinanzierungsgeschäften setzen, die FED bekenne sich weiterhin zu einer expansiven Geldpolitik. Aufgrund der unverändert hohen Unsicherheiten würden sich weitere Entscheidungen auf den Herbst verschieben.

"Die EZB führt ihre Strategie weiter fort. Ziel der gesetzten Maßnahmen bleibt, die Finanzierungskosten niedrig zu halten", sage Markus Dürnberger, Bereichsleiter Asset Management im Bankhaus Spängler. "Nach der jahrelang betriebenen Nullzinspolitik kommen dabei nun den Refinanzierungsgeschäften und dem Anleihekaufprogramm die tragenden Rollen zu. Weitere Zinssenkungen würden tatsächlich die Gefahr in sich tragen, dass die Negativzinsen zu einer stärkeren Belastung der europäischen Banken führen könnten. Die Corona-Krise hat eine Normalisierung des Zinsniveaus jedenfalls um Jahre zurückgeworfen. Aktuell bietet das Wirtschaftsgefüge wohl keinen Spielraum für eine Anhebung der Leitzinsen."

Die amerikanische Notenbank FED habe im Zuge der Corona-Krise massiv in das Marktgeschehen eingegriffen und ihre Bilanzsumme in kürzester Zeit deutlich ausgeweitet. Unter dem Motto des "Smooth Functioning" solle ein reibungsloses Funktionieren der Märkte gewährleistet werden. "Die große Strategiedebatte zur Evaluierung der Geldpolitik wurde vorerst auf den Herbst dieses Jahres verschoben. Bereits jetzt lassen sich jedoch einzelne potenzielle Maßnahmen ausmachen, die von der FED diskutiert werden", so Dürnberger. "Zinserhöhungen könnten beispielsweise an die Erreichung volkswirtschaftlicher Größen wie Inflations- oder Arbeitslosenrate gekoppelt, die Ausmaße der Wertpapierankäufe an messbare Fortschritte der wirtschaftlichen Erholung gebunden werden." (17.08.2020/alc/a/a)