Norwegen-Staatsanleihe: Wie ein Fels in der Brandung


26.06.12 16:18
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN NO0010572878 / WKN A1AXNA) von Norwegen für eine interessante Alternative für risikoscheue Anleger.

Die Währungsanleihe, emittiert vom Königreich Norwegen, sei mit einem Kupon von 3,75% ausgestattet, laufe noch bis zum 25.05.2021 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Norwegische Kronen (NOK) (entspreche knapp 133 Euro) auf. Bei einem aktuellen Kurs von 114,75% biete das Papier eine jährliche Rendite von 1,92%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko.

Die Euro-Schuldenkrise habe die Märkte fest im Griff. Auch wenn das Wahlergebnis in Griechenland pro-europäisch gewesen sei, sei schnell wieder Ernüchterung an den Märkten eingekehrt. Die Probleme in Spanien und Italien und wohl weitere Zugeständnisse der EU gegenüber Griechenland würden weiterhin das Marktgeschehen dominieren. Mit Zypern sei nun das fünfte Land aus Europa unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft und Moody's habe gestern 28 spanische Kreditinstitute - zum Teil um vier Stufen - zurückgestuft, nachdem die spanische Regierung nun offiziell Unterstützung bei der EU für den angeschlagenen Bankensektor beantragt habe. Die Euro-Schuldenkrise dürfte den Finanzmärkten damit einen "heißen" Sommer bescheren.

Für Anleger, die weiterhin dem Euro gegenüber pessimistisch eingestellt seien, könnten daher u.a. Fremdwährungsanleihen von erstklassigen Emittenten interessant sein. Diese befänden sich u.a. in Skandinavien, hier seien vor allem Norwegen und Schweden zu nennen.

Aufgrund seiner hohen Öl- und Gasbestände erziele Norwegen hohe Überschüsse. So habe zum Beispiel der Nettoüberschuss (vor Überweisungen an den Ölfonds) in 2011 von 172 Mrd. NOK auf 235 Mrd. NOK gesteigert werden können. Zwar ist das Land stark von der Entwicklung der Öl- und Gaspreise abhängig, doch da die Analysten von Anleihencheck Research ab der zweiten Jahreshälfte 2012 von einer weltweiten Wirtschaftserholung ausgehen, sollte Norwegen auch in Zukunft über einen stabilen Haushalt verfügen. Daher dürfte auch die Landeswährung, die Norwegische Krone, weiter gefragt bleiben, auch wenn diese gegenüber dem Euro in den letzten Jahren bereits stark aufgewertet habe. So notiere das Währungspaar NOK/EUR derzeit bei 0,1316 Euro, Ende 2008 habe es bei lediglich rund 0,10 Euro gelegen.

Die BIP-Daten Norwegens für das erste Quartal 2012 seien beeindruckend ausgefallen. Anscheinend werde das Land von der Euro-Schuldenkrise kaum tangiert. So sei das BIP (preis- und saisonbereinigt) in Q1'2012 um 1,4% gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Vor allem der stabile private Konsum sei einer der Wachstumssäulen gewesen. Frühindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe und das seit Anfang des Jahres steigende Konsumentenvertrauen würden auch für die zweite Jahreshälfte eine robuste Wirtschaftsentwicklung erwarten lassen.

Die Analysten von db research hätten ihre Prognose für das Weltwirtschaft-Wachstum für 2012 von 3,5% auf 3,2% zurückgenommen, würden jedoch für 2013 eine Erholung auf 4% erwarten. Und das Außenwirtschaftsportal iXPOS erwarte für Norwegen für dieses Jahr ein stabiles BIP-Wachstum von 2,2%. Sollte die erwartete Belebung der Weltwirtschaft einsetzen, sei somit für 2013 mit einem weiteren stabilen Wirtschaftswachstum zwischen 2,5% und 3,0% in Norwegen zu rechnen.

Insgesamt erscheint den Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe von Norwegen weiterhin als eine durchaus interessante Anlagealternative für risikoscheue Anleger. Die Rendite liege immer noch rund 0,70 Prozentpunkte über der von vergleichbaren Bundesanleihen. Jedoch gelte es, ein mögliches Währungsrisiko zu beachten. Dies könnte aber auch die Rendite der Währungsanleihe steigern, sollte die Norwegische Krone gegenüber dem Euro weiter aufwerten. Aktuell sehe man zumindest keinen deutlichen Abwärtsdruck für die NOK. (Analyse vom 26.06.2012) (26.06.2012/alc/a/a)


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