Norwegen: Rückgang der Inflation gestaltet sich zäh


04.07.24 09:44
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der PMI des Verarbeitenden Gewerbes setzte im Mai von nach oben revidierten 52,6 auf 52,3 Punkte zurück, blieb damit aber weiterhin komfortabel über der Expansionsschwelle von 50 Zählern, so die Analysten von Postbank Research.

Nach 3,6 Prozent im April sei die jährliche Teuerungsrate der Verbraucherpreise im Mai auf 3,0 Prozent der niedrigste Wert seit Juli 2021 gesunken. Analysten hätten mit einem Inflationsrückgang auf 3,3 Prozent gerechnet. Der um Energiepreise und Steueränderungen bereinigte zugrundeliegenden Preisdruck habe von 4,4 auf 4,1 Prozent nachgegeben, sei damit aber 0,2 Prozentpunkte höher als erwartet ausgefallen.

Die Norges Bank habe den Leitzins auf ihrer Sitzung im Juni im Einklang mit den Marktertwartungen bei 4,5 Prozent belassen. Statt im September dieses Jahres würden die Währungshüter nun eine erste Leitzinssenkung im ersten Quartal 2025 für wahrscheinlich halten. Die Inflationsprognose für das Jahr 2024 sei marginal reduziert worden, während jene für das Jahr 2025 um satte 0,5 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent angehoben worden sei. Unter anderem aufgrund des robusten Lohnwachstums, das die Währungshüter im Jahr 2025 bei 4,5 Prozent sehen würden, könnte das Zwei Prozent Inflationsziel nicht vor Ende 2027 erreicht werden.

Infolge der falkenhaften Zentralbanksitzung habe sich die Krone zuletzt weiter auf aktuell EUR/NOK 11,30 erholt. Auf Sicht von sechs Monaten könnte die Krone auf EUR/NOK 11,00 ansteigen, sofern die EZB und die Norges Bank an ihrem eingeschlagenen Kurs festhalten würden. (Währungsbulletin Juli 2024) (04.07.2024/alc/a/a)