Norwegen: Jüngste Inflationszahlen deuten auf weitere Zinsschritte hin


18.04.19 11:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit über einem halben Jahrhundert wird in Norwegen Öl gefördert, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Ungefähr die Hälfte der bekannten Bestände liege dabei noch im Boden. Die Ölindustrie beschäftige rund 200.000 Menschen und habe bisher bei den großen politischen Parteien des Landes Rückendeckung genossen. Doch die Stimmung scheine zu drehen. Das Thema Klimawandel habe die Sozialdemokraten dazu veranlasst, ihre Unterstützung für geplante Ölbohrungen auf den Lofoten zu verweigern. Zwar sind die Sozialdemokraten momentan in der Opposition, doch scheinen die Zeiten der stabilen und vorhersehbaren Politik, die immer ein Argument für Investitionen in die norwegische Ölindustrie waren, vorbei zu sein, so die Deutsche Bank AG. Der seit Jahresbeginn gestiegene Ölpreis unterstütze derweil Norwegens Wirtschaft.

Im Gegensatz zu vielen anderen Notenbanken in Europa habe die Norwegische Zentralbank den Leitzins im März angehoben. Die jüngsten Inflationszahlen würden zudem darauf hindeuten, dass weitere Zinsschritte folgen könnten. Zwar habe die seit Jahresbeginn starke Norwegische Krone für günstigere Importe gesorgt, was den Preisdruck etwas reduziert habe. Dennoch liege die Inflationsrate im März mit 2,9 Prozent deutlich über der Zielmarke der Währungshüter von zwei Prozent. Am Markt werde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Zinsschrittes im Juni mit rund 50 Prozent bewertet. (18.04.2019/alc/a/a)