Norwegen: Inflationsrückgang belastet die Krone


24.07.24 09:17
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe wuchs in Norwegen im Mai gegenüber dem Vormonat um 1,3 Produktion und erholte sich damit von einem nach unten korrigiertem Rückgang von 5,5 Prozent im April, so die Analysten von Postbank Research.

Der Aufschwung könnte jedoch kurzlebig gewesen sein. Im Juni sei der PMI-Stimmungsindikator von 51,7 auf 47,7 Punkte und somit erstmals seit Oktober 2023 unter die Expansionsschwelle von 50 Zählern gesunken.

Erfreulicher sei der stärker als erwartete Rückgang der Inflation gewesen. Die Jahresrate sei im Juni von 3,0 auf 2,6 Prozent gesunken. Auch die um Energie bereinigte jährliche Kerninflationsrate sei deutlich von 4,3 auf 3,4 Prozent zurückgegangen.

So erfreulich der Inflationsrückgang sei, der norwegischen Währung habe er nicht sonderlich gut bekommen. Immerhin sei die an den Märkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine erste Leitzinssenkung von 25 Basispunkten in den ersten beiden Juli-Wochen von 30 auf über 60 Prozent gestiegen.

Seit der letzten Notenbank-Sitzung am 20. Juni habe die Norwegische Krone zum Euro bis Mitte Juli gut vier Prozent abgewertet und habe damit so schwach wie zuletzt Anfang Mai notiert.

Bleibe die Norges Bank in den kommenden Monaten ihrem bisherigen, restriktiven Kurs jedoch treu, könnte die Norwegische Krone vom aktuellen Niveau in Richtung EUR/NOK 11,00 aufwerten, sofern die EZB wie derzeit erwartet, ihre im Juni begonnene geldpolitische Lockerung im dritten und vierten Quartal vorantreibe. (Währungsbulletin August 2024) (23.07.2024/alc/a/a)