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Normalisierung der japanischen Geldpolitik schreitet voran
02.08.24 10:54
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die Renditen von Staatsanleihen gingen in der vergangenen Woche deutlich zurück, da die Marktteilnehmer nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (FED) und den Arbeitsmarktdaten immer stärker mit einer bevorstehenden Zinssenkung rechnen, so Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.
Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen seien unter 4 Prozent gerutscht. Das habe an die Anleiherally zum vergangenen Jahreswechsel erinnert.
Was die FED-Sitzung angehe, so habe der Offenmarktausschuss wenig über den künftigen geldpolitischen Kurs verraten. Angesichts der zahlreichen, bis zum Treffen im September anstehenden Wirtschaftsdaten hätten sich die Verantwortlichen für eine abwartende Haltung entschieden.
Aufgrund des leichten Anstiegs der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung und der schwachen ISM-Beschäftigungszahlen in dieser Woche hätten die Marktteilnehmer schnell die Schlussfolgerung gezogen, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt rasch verschlechtere.
Der Arbeitsmarkt heute unterscheide sich jedoch stark von der Zeit vor der Corona-Pandemie. Das würden die jüngsten JOLTs-Daten (Job Openings and Labor Turnover Survey) zeigen, die trotz einer starken Verlangsamung bei den Neueinstellungen einen Rekordtiefstand bei den Entlassungen ausweisen würden. Die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten würden mehr Aufschluss über die Lage geben und seien der erste wichtige Datenpunkt vor der September-Sitzung der FED.
Für den Rest des Jahres preise der Markt Zinssenkungen um 80 Basispunkte ein. Damit schieße er unserer Meinung nach über das Ziel hinaus. Die Experten würden eine oder zwei Zinssenkungen für realistisch halten. Auf längere Sicht, also ins Jahr 2025 hinein, würden die Marktteilnehmer von Zinssenkungen ausgehen, die eher auf eine Rezession hindeuten würden. Diese Einschätzung würden die Experten nicht teilen.
Die Bank of Japan (BoJ) habe auf ihrer letzten Sitzung ihre feste Absicht signalisiert, die Geldpolitik zu normalisieren und die Währung zu stabilisieren. Sie habe den Leitzins auf 0,25 Prozent angehoben und angekündigt, die monatlichen Käufe japanischer Staatsanleihen bis 2026 zu halbieren.
Vieles davon sei bereits in den Tagen zuvor an die Presse durchgesickert. Dennoch hätten sich die Marktteilnehmer überrascht gezeigt, da die BoJ unter der Führung von Kazuo Ueda in der Vergangenheit sehr vorsichtig gewesen sei. Offensichtlich seien die immer lauter werdenden Stimmen seitens der Politik, die angesichts der Auswirkungen der Geldpolitik auf den Yen - und der negativen Nebenwirkungen für die Wirtschaft - mehr Klarheit über den Zinspfad fordern würden, von Ueda nicht ungehört geblieben.
In seiner Pressekonferenz habe sich der BoJ-Gouverneur alle Optionen für die Zukunft offen gehalten. Er habe sich gegen eine Begrenzung des möglichen Zinsanstiegs ausgesprochen und gleichzeitig Flexibilität bei den künftigen Anleihekäufen bekundet. Da die Inflationsrisiken gegenüber den Prognosen nach wie vor nach oben tendieren würden, würden die Experten weitere Zinserhöhungen für möglich halten und den fairen Wert der Renditen zehnjähriger japanischer Staatsanleihen weiterhin bei 1,25 Prozent sehen. Der Yen habe im Anschluss an die Ankündigung die Marke von 150 Punkten gegenüber dem US-Dollar durchbrochen.
Bei Unternehmensanleihen sei die Volatilität nach wie vor relativ gedämpft. Die Neuemissionen würden gegen Ende August wieder zunehmen, dürften sich bis dahin aber in Grenzen halten. Obwohl die Bewertungen im Vergleich zu den historischen Spreads relativ hoch seien, würden die Experten weiterhin positive technische Faktoren sehen, da die Nachfrage das Angebot vorerst übersteige.
Angesichts der zahlreichen Datenveröffentlichungen, die in den kommenden Wochen bis zu den wichtigen Sitzungen der FED und der Europäischen Zentralbank im September anstünden, scheine aus Anlegersicht eine abwartende Haltung ratsam. (02.08.2024/alc/a/a)
Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen seien unter 4 Prozent gerutscht. Das habe an die Anleiherally zum vergangenen Jahreswechsel erinnert.
Was die FED-Sitzung angehe, so habe der Offenmarktausschuss wenig über den künftigen geldpolitischen Kurs verraten. Angesichts der zahlreichen, bis zum Treffen im September anstehenden Wirtschaftsdaten hätten sich die Verantwortlichen für eine abwartende Haltung entschieden.
Aufgrund des leichten Anstiegs der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung und der schwachen ISM-Beschäftigungszahlen in dieser Woche hätten die Marktteilnehmer schnell die Schlussfolgerung gezogen, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt rasch verschlechtere.
Der Arbeitsmarkt heute unterscheide sich jedoch stark von der Zeit vor der Corona-Pandemie. Das würden die jüngsten JOLTs-Daten (Job Openings and Labor Turnover Survey) zeigen, die trotz einer starken Verlangsamung bei den Neueinstellungen einen Rekordtiefstand bei den Entlassungen ausweisen würden. Die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten würden mehr Aufschluss über die Lage geben und seien der erste wichtige Datenpunkt vor der September-Sitzung der FED.
Die Bank of Japan (BoJ) habe auf ihrer letzten Sitzung ihre feste Absicht signalisiert, die Geldpolitik zu normalisieren und die Währung zu stabilisieren. Sie habe den Leitzins auf 0,25 Prozent angehoben und angekündigt, die monatlichen Käufe japanischer Staatsanleihen bis 2026 zu halbieren.
Vieles davon sei bereits in den Tagen zuvor an die Presse durchgesickert. Dennoch hätten sich die Marktteilnehmer überrascht gezeigt, da die BoJ unter der Führung von Kazuo Ueda in der Vergangenheit sehr vorsichtig gewesen sei. Offensichtlich seien die immer lauter werdenden Stimmen seitens der Politik, die angesichts der Auswirkungen der Geldpolitik auf den Yen - und der negativen Nebenwirkungen für die Wirtschaft - mehr Klarheit über den Zinspfad fordern würden, von Ueda nicht ungehört geblieben.
In seiner Pressekonferenz habe sich der BoJ-Gouverneur alle Optionen für die Zukunft offen gehalten. Er habe sich gegen eine Begrenzung des möglichen Zinsanstiegs ausgesprochen und gleichzeitig Flexibilität bei den künftigen Anleihekäufen bekundet. Da die Inflationsrisiken gegenüber den Prognosen nach wie vor nach oben tendieren würden, würden die Experten weitere Zinserhöhungen für möglich halten und den fairen Wert der Renditen zehnjähriger japanischer Staatsanleihen weiterhin bei 1,25 Prozent sehen. Der Yen habe im Anschluss an die Ankündigung die Marke von 150 Punkten gegenüber dem US-Dollar durchbrochen.
Bei Unternehmensanleihen sei die Volatilität nach wie vor relativ gedämpft. Die Neuemissionen würden gegen Ende August wieder zunehmen, dürften sich bis dahin aber in Grenzen halten. Obwohl die Bewertungen im Vergleich zu den historischen Spreads relativ hoch seien, würden die Experten weiterhin positive technische Faktoren sehen, da die Nachfrage das Angebot vorerst übersteige.
Angesichts der zahlreichen Datenveröffentlichungen, die in den kommenden Wochen bis zu den wichtigen Sitzungen der FED und der Europäischen Zentralbank im September anstünden, scheine aus Anlegersicht eine abwartende Haltung ratsam. (02.08.2024/alc/a/a)


