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Nominierung von Christine Lagarde als nächste EZB-Präsidentin: Positive Überraschung
04.07.19 14:30
Principal Global Investors
Des Moines (www.anleihencheck.de) - Lagarde glaubt an eine aggressive, aktive Geldpolitik - Geldpolitik allein kann die Wirtschaft der Eurozone aber nicht aus dem Schlamassel ziehen, so Seema Shah, Senior Global Investment Strategist bei Principal Global Investors.
Die Nominierung von Christine Lagarde als nächste EZB-Präsidentin sei für die Märkte eine positive Überraschung gewesen. Sie zerstreue die Ängste mancher Marktteilnehmer, dass Bundesbankpräsident Jens Weidmann als Vertreter einer harten Geldpolitik das Ruder übernehmen würde. Einige könnten Bedenken gegenüber Lagarde haben, da sie keinen volkswirtschaftlichen Hintergrund habe und bislang nie in einer Zentralbank tätig gewesen sei. Aber als Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IMF) und ehemalige Finanzministerin Frankreichs verfüge sie über die notwendige Erfahrung und sei - wie Mario Draghi - ein exzellenter Kommunikator.
Ausgehend von Lagardes vorheriger Unterstützung für die Entscheidungen Draghis, eine innovative Geldmarktpolitik einzuführen, würden die Märkte nun davon ausgehen, dass sie Anhängerin einer lockeren Geldmarktpolitik sei. Sie glaube an eine aggressive, aktive Geldpolitik anstelle einer passiven Erzeugung von Inflation. Unter ihrer EZB-Präsidentschaft könnten weitere Zinssenkungen, quantitative Lockerungsmaßnahmen - inklusive eines erneuten Ankaufsprogramms für Unternehmensanleihen -, Zentralbankoperationen (TLTROs) und sogar abgestufte Einlagenzinsen realistische Optionen sein.
Angesichts der bereits negativen Zinsen und einem Kaufprogramm für Staatsanleihen nah am gesetzlichen Limit in einigen Ländern, stoße die EZB allerdings an die Grenzen geldpolitischer Wirksamkeit. Die Geldpolitik allein könne die Wirtschaft der Eurozone nicht aus dem Schlamassel befreien.
Die Volkswirtschaften der Peripherie würden wahrscheinlich den größten Nutzen aus Lagardes wahrscheinlicher Bestätigung ziehen können. Italienische zweijährige Anleihen seien zurück im negativen Bereich und zehnjährige BTPs liefern nur 1,71 Prozent Zinsen. Unabhängig von der politischen Unruhe in Italien mögen die Märkte Wertpapiere, die eine positive Rendite abwerfen und gleichzeitig von einer lockeren Zentralbankpolitik gestützt würden. Die Renditen der Anleihemärkte von Kernländern seien zwar ebenfalls unter Abwärtsdruck. Aber mit einem Minus von 40 Basispunkten seien zum Beispiel deutsche zehnjährige Bundesanleihen sicherlich nah an der Untergrenze. (04.07.2019/alc/a/a)
Die Nominierung von Christine Lagarde als nächste EZB-Präsidentin sei für die Märkte eine positive Überraschung gewesen. Sie zerstreue die Ängste mancher Marktteilnehmer, dass Bundesbankpräsident Jens Weidmann als Vertreter einer harten Geldpolitik das Ruder übernehmen würde. Einige könnten Bedenken gegenüber Lagarde haben, da sie keinen volkswirtschaftlichen Hintergrund habe und bislang nie in einer Zentralbank tätig gewesen sei. Aber als Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IMF) und ehemalige Finanzministerin Frankreichs verfüge sie über die notwendige Erfahrung und sei - wie Mario Draghi - ein exzellenter Kommunikator.
Angesichts der bereits negativen Zinsen und einem Kaufprogramm für Staatsanleihen nah am gesetzlichen Limit in einigen Ländern, stoße die EZB allerdings an die Grenzen geldpolitischer Wirksamkeit. Die Geldpolitik allein könne die Wirtschaft der Eurozone nicht aus dem Schlamassel befreien.
Die Volkswirtschaften der Peripherie würden wahrscheinlich den größten Nutzen aus Lagardes wahrscheinlicher Bestätigung ziehen können. Italienische zweijährige Anleihen seien zurück im negativen Bereich und zehnjährige BTPs liefern nur 1,71 Prozent Zinsen. Unabhängig von der politischen Unruhe in Italien mögen die Märkte Wertpapiere, die eine positive Rendite abwerfen und gleichzeitig von einer lockeren Zentralbankpolitik gestützt würden. Die Renditen der Anleihemärkte von Kernländern seien zwar ebenfalls unter Abwärtsdruck. Aber mit einem Minus von 40 Basispunkten seien zum Beispiel deutsche zehnjährige Bundesanleihen sicherlich nah an der Untergrenze. (04.07.2019/alc/a/a)


