Niedrige Inflationszahlen in der Eurozone und den USA


03.06.19 10:39
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Daten, die am Freitag sowohl in Deutschland als auch in den USA veröffentlicht wurden, dürften die Zentralbanken interessiert haben, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Zwar sei schon letzten Monat vermutet worden, dass die April-Inflation von 2,0 Prozent in Deutschland einzig aufgrund von Ostern zu hoch ausgefallen sei. Mit 1,4 Prozent sei die Preissteigerungsrate im Mai allerdings nochmal niedriger gewesen als erwartet und liege damit wieder auf dem sehr niedrigen Niveau vom Anfang des Jahres. Auch in Spanien, Italien und Frankreich habe die Inflation im Mai niedriger gelegen. Die Erwartungen für die Inflation der Eurozone am Dienstag seien entsprechend niedrig: Bei der Kerninflation werde mit einem Anstieg von 1,0 Prozent gerechnet. Derweil würden sich die marktbasierten Inflationserwartungen weiter im Tiefflug befinden.

Der von der EZB viel beachtete Indikator für die durchschnittliche Eurozonen-Inflation über fünf Jahre in fünf Jahren (5-Year Inflation Swap) liege gerade einmal noch fünf Basispunkte unter seinem Allzeittief aus dem Jahr 2016 und deutlich unterhalb des Levels, welches die EZB zu ihrem Anleiheankaufprogramm bewegt habe. In den USA sei der von der FED vielbeachtete Inflationsindex PCE im April ebenfalls niedriger als erwartet ausgefallen. Der Markt preise inzwischen fast zwei Leitzinssenkungen noch in diesem Jahr ein, was momentan den Euro stütze und ihn letzte Woche davor bewahrt habe, unter 1,11 USD zu fallen. (03.06.2019/alc/a/a)