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Neuseeländische Zentralbank senkt Zinsen auf 4,25%


27.11.24 13:57
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Neuseeländische Zentralbank (Reserve Bank of New Zealand, RBNZ) hat heute die Zinsen um 50 Basispunkte auf 4,25% gesenkt, so die Experten von XTB.

Diese Entscheidung habe den Erwartungen der Ökonomen entsprochen. Dennoch habe der Neuseeland-Dollar (NZD) seit der Entscheidung deutlich an Wert gewonnen und sei nun die stärkste Währung der G10.

Die Reaktion des Marktes stehe im krassen Gegensatz zur relativ gemäßigten Haltung der RBNZ. Vor der Ankündigung habe der Markt eine Wahrscheinlichkeit von fast 30% für eine dreifache Zinssenkung bzw. 75 Basispunkte eingepreist. Dies möge für einige Überraschung gesorgt und zur Aufwertung des NZD beigetragen haben. Andererseits hätten die Prognosen der meisten Ökonomen und der RBNZ mit der veröffentlichten Entscheidung übereingestimmt.

Aus diesem Grund habe es sich bei dem Szenario einer deutlicheren Lockerung lediglich um eine Marktspekulation gehandelt. Derzeit liege die Wahrscheinlichkeit einer doppelten Zinssenkung bei der nächsten RBNZ-Sitzung am 19. Februar bei 71%, verglichen mit fast 65% vor der heutigen Entscheidung. Bis Mai 2025 habe sich das implizite Zinsniveau nicht wesentlich verändert und liege weiterhin bei etwa 3,40%.

Eine weitere Information, die vom Markt als leicht aggressiv empfunden worden sein könnte, sei der Kommentar von Gouverneur Adrian Orr während der Pressekonferenz gewesen. Orr habe angemerkt, dass er aus geopolitischen Gründen mit einer größeren Preisvolatilität rechne, und sich dabei indirekt auf die Handelspolitik von Donald Trump bezogen.

Zusammenfassung der RBNZ-Entscheidung:

- Die Headline- und Kerninflation lägen nahe am Mittelpunkt des Zielbereichs von 1 bis 3%; die Inflationserwartungen seien aufeinander abgestimmt.
- Das Wirtschaftswachstum liege unter dem Potenzial, mit erheblichen Kapazitätsreserven und einem schwachen Beschäftigungswachstum.
- Eine weitere OCR-Reduzierung sei wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres im Februar, wenn die Bedingungen günstig bleiben würden.

- Die großen Volkswirtschaften (USA, China, Europa) würden ein verhaltenes Wachstum mit anhaltenden geopolitischen Risiken aufweisen.
- Der Vorstand sehe keinen Konflikt zwischen der Erreichung der Inflationsziele und der Aufrechterhaltung der Finanzstabilität.
- Für 2025 werde ein erneutes Wachstum erwartet, das durch niedrigere Zinssätze angetrieben werde, aber das Tempo bleibe ungewiss. (27.11.2024/alc/a/a)