Neuer EU-Bond-Future startet heute - das bedeutet er für Anleger


10.09.25 08:37
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Regierungskrise in Frankreich hat zuletzt keine tiefen Spuren an den Finanzmärkten mehr hinterlassen, so die Analysten der Helaba.

Vielmehr seien die Risikoaufschläge französischer Bonds gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen wieder gesunken. Auch der Euro scheine derzeit unbeeindruckt vom potenziellen Belastungsfaktor Frankreich zu sein. Macron habe den bisherigen Verteidigungsminister Lecornu zum neuen Premierminister ernannt. Fraglich sei, ob mit ihm Kompromisse in der Nationalversammlung einfacher würden und ein konsensfähiger Sparhaushalt auf den Weg gebracht werden könne. Zudem sei an dieser Stelle auf das am Freitag anstehende Fitch-Rating für Frankreich verwiesen worden. Insofern bleibe das Nachrichtenrisiko erhöht und Hoffnungen, wonach die Krise nicht weiter eskaliere und das Defizit unter Kontrolle gebracht werde, könnten enttäuscht werden.

Heute gelte der Fokus aber zunächst den Erzeugerpreisen in den USA, die einen Hinweis auf die morgen anstehenden Verbraucherpreise geben würden. Diese hätten wiederum Einfluss auf die Fed-Zinsentscheidung in der kommenden Woche.

Am Rentenmarkt sei die Erholung zum Erliegen gekommen, und so sei der richtungsweisende Bund-Future (ISIN DE0009652644/ WKN 965264) auch nicht in der Lage gewesen, die Zwischenhochs von Anfang August und Mitte Juli bei 129,50 bzw. 129,66 zu überwinden. Noch aber halte sich der Future komfortabel oberhalb der 55- und 21-Tagelinien, die bei 128,70 bzw. 128,45 für Unterstützung sorgen würden. Entscheidend nach unten sei das Anfang September markierte Kontrakttief bei 127,61.

Mit dem heute stattfindenden Wechsel der Futures auf den Dezember-Kontrakt führe die Eurex einen neuen EU-Bond-Future ein, der richtungsweisend für zehnjährige Anleihen der Europäischen Union sein solle. Ziel sei es, die Liquidität im Markt für EU-Bonds zu stärken und die Rolle der EU als Emittent im europäischen Kapitalmarkt zu unterstützen. Zudem werde es Anlegern mit dem standardisierten Future ermöglicht, Positionen in EU-Anleihen abzusichern.

Der Euro habe zum US-Dollar etwas Federn lassen müssen, wohl auch, weil der Renditevorteil der USA gegenüber der Eurozone zunächst nicht weiter abgeschmolzen sei. Noch aber halte sich der Euro oberhalb der gleitenden Durchschnitte, die im Bereich 1,1670 zu finden seien. Kurse darunter würden den Weg bis zur 100-Tagelinie bei 1,1536 ebnen. Als Widerstand fungiere das Hoch vom 24. Juli bei knapp 1,1790, bevor das Anfang Juli markierte Jahreshoch bei 1,1829 in Reichweite komme. (10.09.2025/alc/a/a)





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DE0009652644 965264 132,00 € 124,26 €