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Neue Wirtschaftspolitik in den USA führt zu höheren Leitzinsen
15.11.16 16:48
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Vorbei ist die Zeit, in der Deflation als die größte Gefahr für die Weltwirtschaft erschien, so Karsten Junius, Chefökonom bei der Bank J. Safra Sarasin AG.
Mit dem unerwarteten Wahlergebnis in den USA würden höhere Staatsausgaben, niedrigere Steuern und eine stärkere Verschuldung wahrscheinlich. Dazu würden eventuell höhere Zölle und damit ansteigende Preise für Importgüter kommen. Alles zusammen seien das Gründe für höhere Inflationsraten. Die FED werde ihre Leitzinsen daher stärker erhöhen, als die Märkte es zurzeit erwarten würden.
Der Wahlkampf habe nicht darauf schließen lassen - aber inzwischen würden die ersten Personalentscheidungen und Kommentare aus dem Trump-Lager so aussehen, als wenn man zunächst eine klassische republikanische Politik zu erwarten hätte. Das sei verständlich, denn noch einmal im Leben sei Trump nun erstmal "Auszubildender" in seinem neuen Job. Wenn er frühzeitige Erfolge aufweisen möchte, dann sei er auf seine Partei angewiesen und müsse mit Washington-Insidern kooperieren, die das politische Geschäft kennen würden.
Schnelle und öffentlichkeitswirksame Erfolge brauche er schließlich, um seine Anhänger weiter zu euphorisieren und seine Kritiker zum Schweigen zu bringen. Wahrscheinlich werde daher eine Politik, die mit Deregulierung, niedrigeren Steuern und höheren Staatsausgaben die wirtschaftliche Stimmung und die inländische Nachfrage erhöhe. In einer Zeit, in der der Arbeitsmarkt bereits enger geworden sei, dürfte dies zu steigenden Inflationsraten führen. Dies werde vor allem dann der Fall sein, wenn ein Präsident Trump durch eine immigrationsfeindlichere Politik, das Arbeitskräftereservoir noch reduziere oder über protektionistische Maßnahmen die Importpreise erhöhe. Die Anleihemärkte würden diese Entwicklungen bereits vorwegnehmen und höhere Inflationsraten einpreisen.
Die amerikanische Notenbank habe im Vorfeld der Wahl bereits stark angedeutet, dass sie die Leitzinsen im Dezember 2016 zu erhöhen gedenke. Mit der sich nun abzeichnenden wirtschaftspolitischen Tendenz habe sie umso mehr Gründe, dies zu tun. In 2017 und 2018 werde sie mit weiteren Zinserhöhungen fortfahren - und somit endgültig das Ende des geldpolitisch stimulierten Wachstums einläuten. Die Finanzmärkte müssten folglich drei neue Faktoren einpreisen: (1) Einen fiskalpolitischen Nachfrageschub für die Wirtschaft, (2) höhere Inflationsraten und Zinsen, die die Bewertung der Aktienmärkte im Vergleich zu den Anleihemärkten reduziere und (3) ein Potenzialwachstum, das sich bei einer abschottenden Wirtschaft eher reduziere. Viel spreche in diesem Umfeld für einen ausgeprägteren Boom-Bust-Zyklus.
Für Europa seien dies gemischte Voraussetzungen. Höhere Renditen in den USA würden meist auch höhere Rendite hierzulande bedeuten - also eine Verschärfung des monetären Umfeldes. Dagegen wirke ein stärkerer US-Dollar, der sich in der Regel bei einer dynamischeren Wirtschaftsentwicklung in den USA ergebe. Kurzfristig könnten die Exporte in die USA also sogar nochmal steigen. Mittelfristig stellen ein neuer amerikanischer Protektionismus sowie eine unberechenbarere und eventuell undiplomatischere Außenpolitik wohl die größten Gefahren für unsere offenen Volkswirtschaften dar, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Auch das Risiko neuer geopolitischer Konflikte steige in diesem Umfeld. Einen Schwenk dürfte man aber in Europa nachvollziehen - den von der geldpolitischen hin zur finanzpolitischen Stimulierung der Wirtschaft. Schließlich stünden auch in Europa einige wichtige Wahlen in der nächsten Zeit an - und da würden einige Regierungen wohl eher auf Nummer sicher gehen wollen. (15.11.2016/alc/a/a)
Mit dem unerwarteten Wahlergebnis in den USA würden höhere Staatsausgaben, niedrigere Steuern und eine stärkere Verschuldung wahrscheinlich. Dazu würden eventuell höhere Zölle und damit ansteigende Preise für Importgüter kommen. Alles zusammen seien das Gründe für höhere Inflationsraten. Die FED werde ihre Leitzinsen daher stärker erhöhen, als die Märkte es zurzeit erwarten würden.
Der Wahlkampf habe nicht darauf schließen lassen - aber inzwischen würden die ersten Personalentscheidungen und Kommentare aus dem Trump-Lager so aussehen, als wenn man zunächst eine klassische republikanische Politik zu erwarten hätte. Das sei verständlich, denn noch einmal im Leben sei Trump nun erstmal "Auszubildender" in seinem neuen Job. Wenn er frühzeitige Erfolge aufweisen möchte, dann sei er auf seine Partei angewiesen und müsse mit Washington-Insidern kooperieren, die das politische Geschäft kennen würden.
Die amerikanische Notenbank habe im Vorfeld der Wahl bereits stark angedeutet, dass sie die Leitzinsen im Dezember 2016 zu erhöhen gedenke. Mit der sich nun abzeichnenden wirtschaftspolitischen Tendenz habe sie umso mehr Gründe, dies zu tun. In 2017 und 2018 werde sie mit weiteren Zinserhöhungen fortfahren - und somit endgültig das Ende des geldpolitisch stimulierten Wachstums einläuten. Die Finanzmärkte müssten folglich drei neue Faktoren einpreisen: (1) Einen fiskalpolitischen Nachfrageschub für die Wirtschaft, (2) höhere Inflationsraten und Zinsen, die die Bewertung der Aktienmärkte im Vergleich zu den Anleihemärkten reduziere und (3) ein Potenzialwachstum, das sich bei einer abschottenden Wirtschaft eher reduziere. Viel spreche in diesem Umfeld für einen ausgeprägteren Boom-Bust-Zyklus.
Für Europa seien dies gemischte Voraussetzungen. Höhere Renditen in den USA würden meist auch höhere Rendite hierzulande bedeuten - also eine Verschärfung des monetären Umfeldes. Dagegen wirke ein stärkerer US-Dollar, der sich in der Regel bei einer dynamischeren Wirtschaftsentwicklung in den USA ergebe. Kurzfristig könnten die Exporte in die USA also sogar nochmal steigen. Mittelfristig stellen ein neuer amerikanischer Protektionismus sowie eine unberechenbarere und eventuell undiplomatischere Außenpolitik wohl die größten Gefahren für unsere offenen Volkswirtschaften dar, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Auch das Risiko neuer geopolitischer Konflikte steige in diesem Umfeld. Einen Schwenk dürfte man aber in Europa nachvollziehen - den von der geldpolitischen hin zur finanzpolitischen Stimulierung der Wirtschaft. Schließlich stünden auch in Europa einige wichtige Wahlen in der nächsten Zeit an - und da würden einige Regierungen wohl eher auf Nummer sicher gehen wollen. (15.11.2016/alc/a/a)
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