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Die Nervosität an den Kapitalmärkten ist gestiegen
13.10.23 12:25
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die Gräueltaten in Israel haben an den Kapitalmärkten für Nervosität gesorgt, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management.
Die Renditen von US-Staatsanleihen seien in diesem Umfeld gesunken. Die Bewegungen bei den Ölpreisen hätten sich in Grenzen gehalten und Risikopapiere hätten sich nach einem Einbruch zu Beginn der Woche weitgehend stabilisiert.
Ein weiterer Grund für die Bewegung bei US-Anleihen könnte eine subtile Änderung der FED-Rhetorik in den vergangenen Tagen gewesen sein. Es sei der Eindruck erweckt worden, dass die jüngste rasche Verschärfung der finanziellen Bedingungen vorerst weit genug gehe und weitere Zinserhöhungen überflüssig machen könnte.
Die Äußerungen mehrerer FED-Sprecher seien in einem etwas dovisheren Licht interpretiert worden. Dowding bezweifle jedoch, dass sich der Blick der FED auf die Wirtschaft in den vergangenen Wochen stark verändert habe.
Die in dieser Woche veröffentlichten Inflationsdaten hätten weitgehend den Marktschätzungen entsprochen. Die Kerninflation liege nach wie vor über 4 Prozent. Da die Wirtschaftsaussichten weiterhin relativ robust seien, könnten Fortschritte in Richtung des 2-Prozent-Ziels aus Sicht von Dowding nur langsam realisiert werden.
All dies deute darauf hin, dass die Zinssätze für einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau bleiben würden. Obwohl eine sanfte Landung weiterhin möglich sei, halte Dowding eine leichte Rezession im Laufe des kommenden Jahres für wahrscheinlicher.
"In der vergangenen Woche hatten wir erklärt, dass wir bei US-Anleihen zu einer Long-Duration-Position übergegangen sind. Damit haben wir darauf reagiert, dass die Renditen ohne eine Veränderung der makroökonomischen Situation schnell und stark gestiegen waren. Diese Ansicht war aber eher taktischer als struktureller Natur. Folglich haben wir im Zuge des Renditerückgangs Gewinne verbucht", so Mark Dowding.
Für eine strukturell optimistischere Sichtweise auf Anleihen seien aus Sicht von Dowding mehr Anzeichen für eine Verlangsamung des Wachstums nötig, die den Weg zu niedrigeren Zinsen ebnen würden.
In der Eurozone seien die Bundesanleihen weitgehend der Entwicklung der US-Staatsanleihen gefolgt. Die Spreads von Staatspapieren hätten sich in den vergangenen Wochen ausgeweitet. Der Zinsaufschlag für italienische BTPs sei auf mehr als 200 Basispunkte gestiegen. Dowding sehe jedoch keinen Katalysator, der die Spreads noch wesentlich stärker anziehen lassen könnte.
Am 20. Oktober stehe außerdem die Überprüfung der Kreditwürdigkeit Griechenlands durch die Rating-Agentur S&P an. Dowding rechne mit einer Heraufstufung auf BBB-. Damit würde Griechenland in die Indices für Staatsanleihen aufgenommen werden. Dies könnte zu einer Verengung der Spreads führen, da passiv investierte Anleger zu diesem Zeitpunkt die Papiere kaufen müssten und der Streubesitz an verfügbaren griechischen Staatsanleihen relativ gering sei.
Die Ereignisse der vergangenen Woche hätten die ohnehin schon undurchsichtige Situation noch schwieriger gemacht. Dowding halte das Risiko auf einem bescheidenen Niveau und suche nach Gelegenheiten, das Engagement zu erhöhen oder zu verringern, wenn die kurzfristige Preisentwicklung in die eine oder andere Richtung überschieße. (13.10.2023/alc/a/a)
Die Renditen von US-Staatsanleihen seien in diesem Umfeld gesunken. Die Bewegungen bei den Ölpreisen hätten sich in Grenzen gehalten und Risikopapiere hätten sich nach einem Einbruch zu Beginn der Woche weitgehend stabilisiert.
Ein weiterer Grund für die Bewegung bei US-Anleihen könnte eine subtile Änderung der FED-Rhetorik in den vergangenen Tagen gewesen sein. Es sei der Eindruck erweckt worden, dass die jüngste rasche Verschärfung der finanziellen Bedingungen vorerst weit genug gehe und weitere Zinserhöhungen überflüssig machen könnte.
Die Äußerungen mehrerer FED-Sprecher seien in einem etwas dovisheren Licht interpretiert worden. Dowding bezweifle jedoch, dass sich der Blick der FED auf die Wirtschaft in den vergangenen Wochen stark verändert habe.
Die in dieser Woche veröffentlichten Inflationsdaten hätten weitgehend den Marktschätzungen entsprochen. Die Kerninflation liege nach wie vor über 4 Prozent. Da die Wirtschaftsaussichten weiterhin relativ robust seien, könnten Fortschritte in Richtung des 2-Prozent-Ziels aus Sicht von Dowding nur langsam realisiert werden.
"In der vergangenen Woche hatten wir erklärt, dass wir bei US-Anleihen zu einer Long-Duration-Position übergegangen sind. Damit haben wir darauf reagiert, dass die Renditen ohne eine Veränderung der makroökonomischen Situation schnell und stark gestiegen waren. Diese Ansicht war aber eher taktischer als struktureller Natur. Folglich haben wir im Zuge des Renditerückgangs Gewinne verbucht", so Mark Dowding.
Für eine strukturell optimistischere Sichtweise auf Anleihen seien aus Sicht von Dowding mehr Anzeichen für eine Verlangsamung des Wachstums nötig, die den Weg zu niedrigeren Zinsen ebnen würden.
In der Eurozone seien die Bundesanleihen weitgehend der Entwicklung der US-Staatsanleihen gefolgt. Die Spreads von Staatspapieren hätten sich in den vergangenen Wochen ausgeweitet. Der Zinsaufschlag für italienische BTPs sei auf mehr als 200 Basispunkte gestiegen. Dowding sehe jedoch keinen Katalysator, der die Spreads noch wesentlich stärker anziehen lassen könnte.
Am 20. Oktober stehe außerdem die Überprüfung der Kreditwürdigkeit Griechenlands durch die Rating-Agentur S&P an. Dowding rechne mit einer Heraufstufung auf BBB-. Damit würde Griechenland in die Indices für Staatsanleihen aufgenommen werden. Dies könnte zu einer Verengung der Spreads führen, da passiv investierte Anleger zu diesem Zeitpunkt die Papiere kaufen müssten und der Streubesitz an verfügbaren griechischen Staatsanleihen relativ gering sei.
Die Ereignisse der vergangenen Woche hätten die ohnehin schon undurchsichtige Situation noch schwieriger gemacht. Dowding halte das Risiko auf einem bescheidenen Niveau und suche nach Gelegenheiten, das Engagement zu erhöhen oder zu verringern, wenn die kurzfristige Preisentwicklung in die eine oder andere Richtung überschieße. (13.10.2023/alc/a/a)


