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Mexiko: Inflationsanstieg setzt den Leitzinssenkungen ein Ende
20.04.21 12:00
DekaBank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach einer mehrmonatigen Pause hatte die Mexikanische Zentralbank im Februar den Leitzins auf 4% gesenkt und weitere Senkungen angedeutet, so die Analysten der DekaBank.
Die zweite Welle der Corona-Pandemie habe über den Jahreswechsel zu einer weiteren Eintrübung der Wirtschaft geführt. Doch der Ausblick für weitere Leitzinssenkungen habe sich in den darauffolgenden Wochen deutlich verschlechtert. Der überraschend starke Zinsanstieg in den USA habe zu erhöhter Wechselkursvolatilität beim Mexikanischen Peso geführt. Der Zinsanstieg in den USA sei durch die Verabschiedung des US-Fiskalpakets und den damit verbundenen Aussichten für eine deutlich stärkere Erholung der US-Wirtschaft ausgelöst worden. Zusammen mit dieser erwarteten Erholung der US-Wirtschaft sei in den USA auch eine höhere Inflationsrate eingepreist worden.
Zwar würde die mexikanische Wirtschaft von der wirtschaftlichen Erholung des Nachbarn profitieren, aber ein früheres Ende der Phase niedriger Zinsen würde für Mexiko zu höheren Finanzierungskosten führen. Die Erholung der globalen Wirtschaft mache sich auch in gestiegenen Rohstoffpreisen bemerkbar. Mexiko profitiere zwar einerseits durch bessere Öleinnahmen, aber höhere Ölpreise würden auch zu teureren Kraftstoffen führen. Diese seien mitverantwortlich für den überraschend starken Anstieg der Inflationsrate in den vergangenen Monaten gewesen. Im März sei die Inflationsrate auf 4,7% angestiegen, deutlich oberhalb des Inflationsziels der Zentralbank von 2 bis 4%.
Zwar dürfte die Inflationsrate in den kommenden Monaten wieder in den Zielkorridor fallen, aber in der aktuellen Situation und angesichts der noch vorhandenen Risiken dürfte die Zentralbank den Leitzins nicht erneut senken. Die Wirtschaft werde vom Abklingeln der zweiten Corona-Welle profitieren, doch angesichts der sehr langsam anlaufenden Impfkampagne seien die Risiken einer dritten Welle sehr präsent. Anders als in anderen Ländern habe Präsident Andres Manuel Lopez Obrador (AMLO) keine nennenswerten fiskalischen Maßnahmen eingeführt, um die Folgen der Pandemie einzudämmen. Trotz der anstehenden Zwischenwahlen für das Parlament Anfang Juni sei sich AMLO in seiner Sparsamkeit treu geblieben. Die Umfragen würden darauf hindeuten, dass seine Partei dennoch die Mehrheit im Parlament behalten sollte.
Präsident Andres Manuel Lopez Obrador verfolge seit seiner Amtseinführung verschiedene Ziele: Die Bekämpfung der Korruption und die Ausweitung der Sozialausgaben. Letzteres solle allerdings ohne eine Ausweitung des Budgetdefizits erfolgen, weshalb die öffentlichen Investitionen eingeschränkt würden. Bei der Bekämpfung der aktuellen Krise habe er sehr zögerlich agiert, was die Ausbreitung der Pandemie begünstigt und den wirtschaftlichen Ausblick zusätzlich eingetrübt habe. Seine Politik nehme wenig Rücksicht auf die Belange der Unternehmen, was zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung geführt habe.
Die aktuelle Krise stelle die Bonität Mexikos auf den Prüfstand. Der starke Anstieg der Verschuldung und der schwache mittelfristige Wachstumsausblick würden die Gefahr erhöhen, dass aus einer der traditionell besten Bonitäten Lateinamerikas ein "Fallen Angel" werde. Noch profitiere das Land von einer guten Schuldenstruktur und einer großen lokalen Investorenbasis. Aber das Land sei krisenanfällig: Es sei stark von der Entwicklung in den USA abhängig, was sich zwar in diesem Jahr positiv auswirke, aber auch eine Belastung darstellen könne. Ein weiterer Schwachpunkt im Bonitätsprofil sei die hohe Abhängigkeit der Staatseinnahmen vom Ölsektor. Die Zunahme der Drogengewalt laste ebenso auf dem Investorenvertrauen wie die Unsicherheit über die Politik der Regierung. (Ausgabe vom 16.04.2021) (20.04.2021/alc/a/a)
Die zweite Welle der Corona-Pandemie habe über den Jahreswechsel zu einer weiteren Eintrübung der Wirtschaft geführt. Doch der Ausblick für weitere Leitzinssenkungen habe sich in den darauffolgenden Wochen deutlich verschlechtert. Der überraschend starke Zinsanstieg in den USA habe zu erhöhter Wechselkursvolatilität beim Mexikanischen Peso geführt. Der Zinsanstieg in den USA sei durch die Verabschiedung des US-Fiskalpakets und den damit verbundenen Aussichten für eine deutlich stärkere Erholung der US-Wirtschaft ausgelöst worden. Zusammen mit dieser erwarteten Erholung der US-Wirtschaft sei in den USA auch eine höhere Inflationsrate eingepreist worden.
Zwar dürfte die Inflationsrate in den kommenden Monaten wieder in den Zielkorridor fallen, aber in der aktuellen Situation und angesichts der noch vorhandenen Risiken dürfte die Zentralbank den Leitzins nicht erneut senken. Die Wirtschaft werde vom Abklingeln der zweiten Corona-Welle profitieren, doch angesichts der sehr langsam anlaufenden Impfkampagne seien die Risiken einer dritten Welle sehr präsent. Anders als in anderen Ländern habe Präsident Andres Manuel Lopez Obrador (AMLO) keine nennenswerten fiskalischen Maßnahmen eingeführt, um die Folgen der Pandemie einzudämmen. Trotz der anstehenden Zwischenwahlen für das Parlament Anfang Juni sei sich AMLO in seiner Sparsamkeit treu geblieben. Die Umfragen würden darauf hindeuten, dass seine Partei dennoch die Mehrheit im Parlament behalten sollte.
Präsident Andres Manuel Lopez Obrador verfolge seit seiner Amtseinführung verschiedene Ziele: Die Bekämpfung der Korruption und die Ausweitung der Sozialausgaben. Letzteres solle allerdings ohne eine Ausweitung des Budgetdefizits erfolgen, weshalb die öffentlichen Investitionen eingeschränkt würden. Bei der Bekämpfung der aktuellen Krise habe er sehr zögerlich agiert, was die Ausbreitung der Pandemie begünstigt und den wirtschaftlichen Ausblick zusätzlich eingetrübt habe. Seine Politik nehme wenig Rücksicht auf die Belange der Unternehmen, was zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung geführt habe.
Die aktuelle Krise stelle die Bonität Mexikos auf den Prüfstand. Der starke Anstieg der Verschuldung und der schwache mittelfristige Wachstumsausblick würden die Gefahr erhöhen, dass aus einer der traditionell besten Bonitäten Lateinamerikas ein "Fallen Angel" werde. Noch profitiere das Land von einer guten Schuldenstruktur und einer großen lokalen Investorenbasis. Aber das Land sei krisenanfällig: Es sei stark von der Entwicklung in den USA abhängig, was sich zwar in diesem Jahr positiv auswirke, aber auch eine Belastung darstellen könne. Ein weiterer Schwachpunkt im Bonitätsprofil sei die hohe Abhängigkeit der Staatseinnahmen vom Ölsektor. Die Zunahme der Drogengewalt laste ebenso auf dem Investorenvertrauen wie die Unsicherheit über die Politik der Regierung. (Ausgabe vom 16.04.2021) (20.04.2021/alc/a/a)
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