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Mexiko: Geldpolitische Lockerung rückt in weite Ferne
13.10.23 12:07
DekaBank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zwar stehen die Präsidentschaftswahlen erst im Sommer kommenden Jahres an, aber sie werfen bereits jetzt ihren Schatten voraus, so die Analysten der DekaBank.
Die Kandidatinnen der Regierungspartei (Claudia Sheinbaum) und des Oppositionsbündnis (Xóchitl Gálvez) seien bereits gekürt worden. Sie seien, obwohl dies noch nicht offiziell erlaubt sei, bereits in vollem Wahlkampfmodus. In den Umfragen führe die Kandidatin der Regierungspartei deutlich, aber der Weg bis zum 2. Juni 2024 sei noch lang. Sheinbaum sei eine loyale Anhängerin des populären Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador (AMLO) und dürfte seinen Kurs fortsetzen, sodass die Regierung auch in Zukunft interventionistisch agieren dürfte, aber gleichzeitig fiskalisch konservativ.
Eine kleine Ausnahme dürfte das kommende Jahr werden. Denn dort sei eine Ausweitung der Sozialausgaben geplant - im Wahljahr sicherlich keine Ausnahme. Dass die Regierungspartei in den Umfragen führe, könne nicht überraschen, sie profitiere davon, dass die mexikanische Wirtschaft bisher der Straffung der Geldpolitik und den durch die hohe Inflation verursachten Realeinkommensverlusten der Bevölkerung habe trotzen können. Mit einem Wachstum von 3,1% in diesem Jahr dürfte Mexiko erneut überdurchschnittlich stark wachsen und weiterhin vom Trend zum "Nearshoring" beim großen Nachbarn USA profitieren. Auslandsüberweisungen der in den USA lebenden Mexikaner und der solide mexikanische Arbeitsmarkt würden den lokalen Konsum stärken.
Allerdings dürfte es in Mexiko nur eine Frage der Zeit sein, bis es zu einer konjunkturellen Abkühlung komme, die die Analysten für die USA im Winterhalbjahr erwarten würden. Die mexikanische Inflationsrate gehe seit einigen Monaten deutlich zurück und nähere sich langsam dem Ziel der Zentralbank von 3% (+/- 1%-Punkt). Die konservative Spitze der Zentralbank zeige sich hinsichtlich einer Lockerung sehr zurückhaltend und schaue verstärkt auf das Agieren der FED. Die Kommunikation der US-Notenbank habe in den vergangenen Monaten den Peso-Wechsel maßgeblich beeinflusst. Die FED dürfte erst Mitte nächsten Jahres die Zinsen senken. Banxico dürfte etwas früher bereits im Frühling mit der Lockerung der Geldpolitik beginnen.
Präsident Andres Manuel Lopez Obrador konzentriere sich auf die Bekämpfung der Korruption und die Ausweitung der Sozialausgaben. Letzteres solle allerdings ohne eine deutliche Ausweitung des Budgetdefizits erfolgen, weshalb die öffentlichen Investitionen eingeschränkt würden. Seine Politik nehme wenig Rücksicht auf die Belange der Unternehmen, was zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung geführt habe. Mittelfristig dürfte Mexiko davon profitieren, dass die USA einen Fokus auf sichere Wertschöpfungsketten legen und daher Teile der Produktion aus Asien nach Mexiko verlagern würden.
Die langjährige Wachstumsschwäche und die gestiegene öffentliche Verschuldung würden die Bonität Mexikos auf den Prüfstand stellen und die Gefahr erhöhen, dass aus einer der traditionell besten Bonitäten Lateinamerikas ein "Fallen Angel" werde. Noch profitiere das Land von einer guten Schuldenstruktur und einer großen lokalen Investorenbasis. Aber das Land sei krisenanfällig: Die Wirtschaft sei stark von der Entwicklung in den USA abhängig und der Ölsektor spiele eine zentrale Rolle bei den Staatseinnahmen. Die Zunahme der Drogengewalt laste ebenso auf dem Investorenvertrauen wie die Unsicherheit über die Politik der Regierung.
Moodys habe im Juli vergangenen Jahres das Rating gesenkt (auf Baa2) und liege nun auf einem Niveau mit S&P (BBB). Fitch liege mit BBB- eine Stufe niedriger. Der Rating-Ausblick sei bei allen drei Agenturen stabil. (13.10.2023/alc/a/a)
Die Kandidatinnen der Regierungspartei (Claudia Sheinbaum) und des Oppositionsbündnis (Xóchitl Gálvez) seien bereits gekürt worden. Sie seien, obwohl dies noch nicht offiziell erlaubt sei, bereits in vollem Wahlkampfmodus. In den Umfragen führe die Kandidatin der Regierungspartei deutlich, aber der Weg bis zum 2. Juni 2024 sei noch lang. Sheinbaum sei eine loyale Anhängerin des populären Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador (AMLO) und dürfte seinen Kurs fortsetzen, sodass die Regierung auch in Zukunft interventionistisch agieren dürfte, aber gleichzeitig fiskalisch konservativ.
Eine kleine Ausnahme dürfte das kommende Jahr werden. Denn dort sei eine Ausweitung der Sozialausgaben geplant - im Wahljahr sicherlich keine Ausnahme. Dass die Regierungspartei in den Umfragen führe, könne nicht überraschen, sie profitiere davon, dass die mexikanische Wirtschaft bisher der Straffung der Geldpolitik und den durch die hohe Inflation verursachten Realeinkommensverlusten der Bevölkerung habe trotzen können. Mit einem Wachstum von 3,1% in diesem Jahr dürfte Mexiko erneut überdurchschnittlich stark wachsen und weiterhin vom Trend zum "Nearshoring" beim großen Nachbarn USA profitieren. Auslandsüberweisungen der in den USA lebenden Mexikaner und der solide mexikanische Arbeitsmarkt würden den lokalen Konsum stärken.
Präsident Andres Manuel Lopez Obrador konzentriere sich auf die Bekämpfung der Korruption und die Ausweitung der Sozialausgaben. Letzteres solle allerdings ohne eine deutliche Ausweitung des Budgetdefizits erfolgen, weshalb die öffentlichen Investitionen eingeschränkt würden. Seine Politik nehme wenig Rücksicht auf die Belange der Unternehmen, was zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung geführt habe. Mittelfristig dürfte Mexiko davon profitieren, dass die USA einen Fokus auf sichere Wertschöpfungsketten legen und daher Teile der Produktion aus Asien nach Mexiko verlagern würden.
Die langjährige Wachstumsschwäche und die gestiegene öffentliche Verschuldung würden die Bonität Mexikos auf den Prüfstand stellen und die Gefahr erhöhen, dass aus einer der traditionell besten Bonitäten Lateinamerikas ein "Fallen Angel" werde. Noch profitiere das Land von einer guten Schuldenstruktur und einer großen lokalen Investorenbasis. Aber das Land sei krisenanfällig: Die Wirtschaft sei stark von der Entwicklung in den USA abhängig und der Ölsektor spiele eine zentrale Rolle bei den Staatseinnahmen. Die Zunahme der Drogengewalt laste ebenso auf dem Investorenvertrauen wie die Unsicherheit über die Politik der Regierung.
Moodys habe im Juli vergangenen Jahres das Rating gesenkt (auf Baa2) und liege nun auf einem Niveau mit S&P (BBB). Fitch liege mit BBB- eine Stufe niedriger. Der Rating-Ausblick sei bei allen drei Agenturen stabil. (13.10.2023/alc/a/a)


