Mexiko: Banco de México senkt Leitzins abermals


26.08.20 10:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Mexiko klettert in den weltweiten Corona-Rankings weiter nach oben, so die Analysten der Nord LB.

Die Zahl der Infektionen habe die Marke von 500.000 übertroffen und sei weiter steigend. Hinsichtlich der Todesfälle in Folge von COVID-19 sei das Land weltweit auf Platz drei vorgerückt, hinter den USA und Brasilien. Die Zahl der Todesfälle im Verhältnis zu Infizierten liege bei 11,9%. Laut WHO sei dieser Wert lediglich in Großbritannien und Italien höher. Die rund 30 Millionen Schüler des Landes sollten ab Beginn des neuen Schuljahres per Fernsehen und Radio unterrichtet werden. Eine entsprechende Vereinbarung sei von Präsident López Obrador unterzeichnet worden.

Der bekennende Gegner von Windkraftanlagen nutze die Corona-Krise zudem um eine Kehrtwende im Energiebereich zu vollziehen. Der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sei gestoppt worden. Die 2013 eingeleitete Energiewende somit zurückgedreht. Profiteur könnte der kriselnde staatliche Ölkonzern Pemex sein. Ausländische Investoren hingegen würden sich besorgt zeigen und offenkundig Vertrauen in Mexiko verlieren.

Neben der Pandemie sehe sich Mexiko weiterhin einer zweiten Krise gegenüber. Das BIP sei im zweiten Quartal historisch um 18,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurückgegangen. Der Einbruch der Wirtschaft könnte einer der größten Rückgänge Lateinamerikas werden. Als Folge drohe eine Explosion der ohnehin schon starken Armut im Land. Die mexikanische Notenbank habe im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zum sechsten Mal in diesem Jahr an der Zinsschraube gedreht. Der Leitzins sei um 50 BP auf nun 4,50% gesenkt worden. Zu Beginn des Jahres habe dieser noch bei 7,25% gelegen. Nicht auszuschließen, dass die Zentralbank den Leitzins weiter senke, obwohl die Inflation im Juli stärker gestiegen sei als erwartet.

Der Mexikanische Peso (MXN) habe in den letzten Wochen einen leichten Aufwertungstrend verfolgt und nähere sich der Marke von 22,00 MXN/USD. In Mexiko fehle es in der Krise noch immer an signifikanter fiskalischer Stimulierung. Die Regierung halte an ihrer Austeritätspolitik fest. Es müsse befürchtet werden, dass die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte nicht die erhofft starke Erholung erleben werde. Der Ausblick der Analysten auf die mexikanische Wirtschaft sei bisher bereits nicht von Optimismus geprägt gewesen. Möglicherweise müssten die Analysten aber aufgrund der Entwicklungen ihre Prognosen zukünftig noch weiter nach unten revidieren. (Ausgabe vom 21.08.2020) (26.08.2020/alc/a/a)






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