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Mehr Vorsicht bei Unternehmensanleihen, Aktienübergewicht bleibt


03.07.13 15:45
Swisscanto

Zürich (www.anleihencheck.de) - Es ist wahrscheinlich, dass die jüngste Korrektur an den Aktienmärkten wieder korrigiert wird, bei den Anleihen werden die Kreditrisiken weiter reduziert, so die Experten von Swisscanto.

Immer mehr Investoren würden beginnen, sich auf eine Phase steigender Zinsen während der nächsten Jahre einzustellen. Ganz wichtig sei in diesem Zusammenhang, in welchem Tempo die Zinsanpassungen erfolgen würden. Geschehe dies langsam, sei das für die Märkte die beste Variante. Eine plötzliche und markante Erhöhung hingegen hätte negative Folgen für die Anleihenmärkte und würde auch die Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten beenden. Vor diesem Hintergrund seien gute Konjunktur-Nachrichten derzeit "schlechte Nachrichten" für die Finanzmärkte, denn je besser die Wirtschaftslage werde, desto wahrscheinlicher würden auch Zinserhöhungen. Nach Einschätzung der Experten würden die Wirtschaftsdaten in den USA aber noch genügend schlecht sein, um die Märkte bei Laune zu halten.

Die zuletzt deutlichen Kursrückgänge bei den Aktien hätten dazu geführt, dass Aktien von kontinentaleuropäischen Unternehmen nun wieder äußerst günstig bewertet seien. Diese Bewertung biete zurzeit einen Risikopuffer gegen sinkende Gewinne, steigende Zinsen oder höhere Unternehmenssteuern. US-Aktien hingegen hätten mittlerweile keinen solchen "Bewertungsschutz" mehr.

Während die Experten Schweizer Aktien neutral gewichten würden, seien sie
gegenüber asiatischen Aktien etwas skeptischer. Bei den Sektoren würden die Experten unter anderen Investitionsgüter, Software, Hardware sowie Automobile und Komponenten favorisieren. Zurückhaltender seien sie in den Bereichen Konsumgüter, Gesundheit, Immobilien und Versorger.

Bei den High-Yield-Anleihen würden die Experten ihr Engagement etwas abbauen. Dies erfolge im Einklang mit dem schon länger eingeschlagenen Weg, bei sämtlichen Unternehmensanleihen die Risiken weiter zu senken. An den italienischen Staatsanleihen würden die Experten festhalten, Anleihen aus Spanien würden stark untergewichtet bleiben. Grundsätzlich seien die Experten der Meinung, dass sich das Eingehen von Risiken bei Aktien zurzeit mehr lohne als bei Anleihen. (Ausgabe Juli 2013) (03.07.2013/alc/a/a)