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Marktausblick: Vorsicht vor Fehlstart bei der ersten FED-Zinsanhebung
02.07.15 15:57
Saxo Bank
Kopenhagen (www.anleihencheck.de) - Griechenlands scheinbar stündlicher Abstieg ins Chaos am Ende des zweiten Quartals hat extrem unsichere Rahmenbedingungen für die Märkte geschaffen, so die Analysten der Saxo Bank.
Der Q3-Ausblick hänge daher in der Schwebe und sei abhängig vom Grad des Niederschlags und der Ansteckung der EU-Peripherieländer, sollte Griechenland für Nein stimmen. Auf der einen Seite würden Optimisten sagen, dass die Europäische Zentralbank einfach mehr Geld drucken könne, um die enormen Schulden an die Gläubiger zu decken. Aber auf der anderen Seite würde ein griechisches Nein die erhebliche Gefahr einer Ansteckung der EU-Peripherieländer und sogar globalen Unsicherheit bedeuten, die die Märkte in einen Abwärtsstrudel schicken könnte.
Die Saxo Bank betone daher, dass vieles vom schnellen ausbrennen des griechischen Feuers abhängig sei und warne gleichzeitig vor einem Fehlstart bei der ersten FED-Zinserhöhung.
Wir stünden nun am Beginn der Endphase eines Zyklus, der uns die niedrigsten Zinssätze und Inflationsraten seit Jahrzehnten beschert habe. Doch die Tatsache, dass sowohl Zinsen als auch Inflation in diesem Jahr leicht gestiegen seien, könnte sich durchaus als Fehlstart entpuppen. Richtig los gehe es wahrscheinlich erst im nächsten Jahr.
Das Augenmerk richte sich auf die Yellen-geführte FED und ihre allmähliche Annäherung an geldpolitische Normalität. Werde die FED es bei einer einmaligen Zinsanhebung belassen oder werde sie tatsächlich in einen "normalen" Zinsstraffungszyklus übergehen?
Die Saxo Bank sage, dass obwohl die aktuellen Konjunkturdaten nicht robust genug seien, um die geplante Zinserhöhung der US Federal Reserve zu rechtfertigen, werde die FED dennoch in einen Zinsstraffungszyklus einsteigen. Ein Schritt, der sich durchaus als Fehltritt erweisen könnte.
Nach Meinung von Steen Jakobsen, Chefökonom der Saxo Bank, stelle die Aussicht auf eine Zinsanhebung durch die Federal Reserve eines der wichtigsten Marktereignisse für Q3 dar. Seiner Ansicht nach werde die FED die am "wenigsten schmerzhafte" Herangehensweise wählen und es bei einer einmaligen Anhebung im September belassen. Dazu Jakobsen: "Falls die FED diesen Weg einschlägt, wird das den Dollar schwächen. Der Markt geht dann davon aus, dass die FED es fürs Erste dabei belassen wird. Diese Entwicklung würde von steigenden Deckungsbeiträgen flankiert, die ihrerseits die für das zweite Halbjahr 2015 allgemein erwartete Wachstumsbeschleunigung im Keime ersticken würde. Dann dürften Rohstoffe sowie Gold und Silber besser abschneiden als die anderen Anlageklassen."
Für Jakobsen sei ein solches Szenario sehr viel wahrscheinlicher als eine Anhebung der FED-Zinsen auf zwei Prozent oder sogar noch höher ab 2018. Auf längere Sicht sei der Chefökonom der Saxo Bank indes optimistisch, da die Weltwirtschaft seiner Ansicht nach am Wendepunkt zu einer Erholung stehe.
"Wir befinden uns in der Endphase eines mehrere Jahrzehnte langen Zyklus rückläufiger Renditen und Inflationsraten. Wenn die Leitzinsen erst einmal auf null oder teilweise sogar noch darunter gefallen sind, geht nichts mehr. Wasser gefriert bei null Grad und Volkswirtschaften geht es nicht anders. Achtung: Wir stehen jetzt am Anfang eines grundlegenden sekulären Wandels bei der Renditeentwicklung. Dieser Wandel wird voraussichtlich über höhere Zinsen zum Jahresende hin stattfinden. Diese höheren Kapitalkosten werden zusammen mit den steigenden Inputkosten der Volkswirtschaften - für Rohstoffe, Energie und Kapital - das Wachstum in Europa und den USA wiederum in Richtung null Prozent verlangsamen."
"Ab dann sollten wir jedoch eine echte makro- und mikroökonomische Erholung erleben: Kleine und mittelständische Unternehmen nehmen erneut Kredite auf, die Geldmenge wächst wieder und die Löhne steigen - wenn auch langsam - zum ersten Mal in diesem Zyklus. Doch die auf Wunschdenken gestützte Erholung in der zweiten Hälfte 2015 wird sich als Fehlstart erweisen - erst 2016 dürfte sich die Wirtschaft wirklich von Grund auf erholen." (02.07.2015/alc/a/a)
Der Q3-Ausblick hänge daher in der Schwebe und sei abhängig vom Grad des Niederschlags und der Ansteckung der EU-Peripherieländer, sollte Griechenland für Nein stimmen. Auf der einen Seite würden Optimisten sagen, dass die Europäische Zentralbank einfach mehr Geld drucken könne, um die enormen Schulden an die Gläubiger zu decken. Aber auf der anderen Seite würde ein griechisches Nein die erhebliche Gefahr einer Ansteckung der EU-Peripherieländer und sogar globalen Unsicherheit bedeuten, die die Märkte in einen Abwärtsstrudel schicken könnte.
Die Saxo Bank betone daher, dass vieles vom schnellen ausbrennen des griechischen Feuers abhängig sei und warne gleichzeitig vor einem Fehlstart bei der ersten FED-Zinserhöhung.
Wir stünden nun am Beginn der Endphase eines Zyklus, der uns die niedrigsten Zinssätze und Inflationsraten seit Jahrzehnten beschert habe. Doch die Tatsache, dass sowohl Zinsen als auch Inflation in diesem Jahr leicht gestiegen seien, könnte sich durchaus als Fehlstart entpuppen. Richtig los gehe es wahrscheinlich erst im nächsten Jahr.
Die Saxo Bank sage, dass obwohl die aktuellen Konjunkturdaten nicht robust genug seien, um die geplante Zinserhöhung der US Federal Reserve zu rechtfertigen, werde die FED dennoch in einen Zinsstraffungszyklus einsteigen. Ein Schritt, der sich durchaus als Fehltritt erweisen könnte.
Nach Meinung von Steen Jakobsen, Chefökonom der Saxo Bank, stelle die Aussicht auf eine Zinsanhebung durch die Federal Reserve eines der wichtigsten Marktereignisse für Q3 dar. Seiner Ansicht nach werde die FED die am "wenigsten schmerzhafte" Herangehensweise wählen und es bei einer einmaligen Anhebung im September belassen. Dazu Jakobsen: "Falls die FED diesen Weg einschlägt, wird das den Dollar schwächen. Der Markt geht dann davon aus, dass die FED es fürs Erste dabei belassen wird. Diese Entwicklung würde von steigenden Deckungsbeiträgen flankiert, die ihrerseits die für das zweite Halbjahr 2015 allgemein erwartete Wachstumsbeschleunigung im Keime ersticken würde. Dann dürften Rohstoffe sowie Gold und Silber besser abschneiden als die anderen Anlageklassen."
Für Jakobsen sei ein solches Szenario sehr viel wahrscheinlicher als eine Anhebung der FED-Zinsen auf zwei Prozent oder sogar noch höher ab 2018. Auf längere Sicht sei der Chefökonom der Saxo Bank indes optimistisch, da die Weltwirtschaft seiner Ansicht nach am Wendepunkt zu einer Erholung stehe.
"Wir befinden uns in der Endphase eines mehrere Jahrzehnte langen Zyklus rückläufiger Renditen und Inflationsraten. Wenn die Leitzinsen erst einmal auf null oder teilweise sogar noch darunter gefallen sind, geht nichts mehr. Wasser gefriert bei null Grad und Volkswirtschaften geht es nicht anders. Achtung: Wir stehen jetzt am Anfang eines grundlegenden sekulären Wandels bei der Renditeentwicklung. Dieser Wandel wird voraussichtlich über höhere Zinsen zum Jahresende hin stattfinden. Diese höheren Kapitalkosten werden zusammen mit den steigenden Inputkosten der Volkswirtschaften - für Rohstoffe, Energie und Kapital - das Wachstum in Europa und den USA wiederum in Richtung null Prozent verlangsamen."
"Ab dann sollten wir jedoch eine echte makro- und mikroökonomische Erholung erleben: Kleine und mittelständische Unternehmen nehmen erneut Kredite auf, die Geldmenge wächst wieder und die Löhne steigen - wenn auch langsam - zum ersten Mal in diesem Zyklus. Doch die auf Wunschdenken gestützte Erholung in der zweiten Hälfte 2015 wird sich als Fehlstart erweisen - erst 2016 dürfte sich die Wirtschaft wirklich von Grund auf erholen." (02.07.2015/alc/a/a)


