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Marktausblick: Positives Szenario für Schwellenländer


06.03.24 11:10
Eurizon Asset Management

Luxembourg (www.anleihencheck.de) - Nach einem soliden Jahr für die Schwellenländer erwarten wir in den kommenden Monaten ein noch positiveres Szenario für Anlagen, so Stephen Li Jen, CEO bei Eurizon SLJ Capital.

Eine Reihe makroökonomischer Faktoren könnte in den kommenden Quartalen für die Schwellenländer sprechen, darunter die Wachstumsdivergenz zwischen Schwellen- und Industrieländern, attraktive Bewertungen, ein schwächerer Dollar und die Wahrscheinlichkeit einer wachstumsfreundlicheren Politik in China.

Vor allem lokale festverzinsliche Wertpapiere aus Schwellenländern dürften von der dovischen Wende der FED und dem Rückgang der US-Renditen profitieren. Der Kurswechsel der FED werde die lokalen Banken in den Schwellenländern weltweit ermutigen, ihre geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen fortzusetzen oder vorzuziehen. Gleichzeitig sollten alle Zinssenkungen mit Bedacht erfolgen, um die Währungsstabilität zu erhalten und weiter zu gewährleisten, insbesondere angesichts der geopolitischen Herausforderungen und der Wahlrisiken, die in diesem Jahr weiterhin bestünden.

Generell hätten die Experten Länder im Fokus, in denen die Realzinsen hoch bleiben und die einen angemessenen Carry bieten würden. In Brasilien, Mexiko und Südafrika, wo der Desinflationsprozess weit fortgeschritten sei und die Haushaltsprobleme unter Kontrolle bleiben würden, würden die Experten an ihrer positiven Einschätzung von lokalen Anleihen festhalten. In Asien sei Indonesien der bevorzugte Markt der Experten, da sich die Zentralbank weniger auf die Währung und mehr auf das Wachstum konzentriere, um das Kreditwachstum wieder anzukurbeln.

Bei Unternehmensanleihen würden die Experten jedoch vorsichtig bleiben. In diesem Bereich würden sie auf qualitativ hochwertige Emittenten mit Investment Grade (IG) und High Yield (HY) setzen, die weiterhin von sinkenden US-Renditen und günstigen Angebots- und Nachfragefaktoren profitieren würden.

Vor dem Hintergrund des soliden Wachstums in den Schwellenländern würden Schwellenländeraktien im Vergleich zu Aktien aus Industrieländern ebenfalls attraktive Chancen bieten. In dieser Hinsicht könnten der US-Geldmengenzyklus und die Aussicht auf einen schwächeren US-Dollar ein zusätzlicher Katalysator für die Outperformance von Schwellenländeraktien gegenüber Industrieländeraktien sein.

Obwohl die Bewertungen nach wie vor günstig seien, würden die Experten angesichts der großen Bewertungsunterschiede innerhalb der Schwellenländer einen etwas differenzierten und selektiveren Ansatz fahren. Südkorea und Taiwan seien im Blickfeld, da die Gewinnprognosen für die kommenden Jahre aufgrund der Erholung des IT-Sektors besser seien. Die Themen Nearshoring und Friendshoring dürften auch Mexiko, Indien, Brasilien und Indonesien begünstigen. Vor allem das strukturelle Wachstum in Indien und Indonesien, das von reformfreudigen Regierungen, umsichtigen Zentralbanken und einer günstigen demografischen Entwicklung unterstützt werde, dürfte sich positiv auswirken. (06.03.2024/alc/a/a)