Marktausblick 2018: Positive Dynamik, aber Wachsamkeit angebracht - Allmählicher Anstieg der Inflation


25.01.18 13:00
Bank J. Safra Sarasin AG

Basel (www.anleihencheck.de) - Die globale Wirtschaft reitet seit Beginn des Jahres 2018 auf einer Welle der Euphorie, so Chefökonom Dr. Karsten Junius im halbjährlichen makroökonomischen und finanziellen Marktausblick von Bank J. Safra Sarasin.

"Das Schönwetter-Szenario von 2017 hat angesichts einer robusten Konjunktur, eines erhöhten Vertrauens und einer moderaten Inflation weiterhin Bestand. Daraus ergeben sich gute Ausgangsbedingungen für das Gewinnwachstum und die Aktienmärkte. Allerdings ist eine gewisse Wachsamkeit angebracht, denn die Vergangenheit lehrt uns, dass maßgebliche Anlagezyklen zwischen sieben und zehn Jahren andauern."

Ein wesentlicher Wendepunkt 2018 werde, dass die geldpolitische Abweichung zwischen den USA und Europa ihren Höhepunkt erreichen sollte. Die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG gehen davon aus, dass die US-Notenbank ihren Leitzins 2018 drei Mal anheben wird, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern. Ferner werde das Augenmerk den Anreizen gelten, die sich aus den jüngsten Steuersenkungen ergeben würden. Die EZB dürfte ihre erste Zinserhöhung nicht vor Sommer 2019 bekannt geben, allerdings bis zum Jahresende ihr Wertpapierkaufprogramm vollständig zurückfahren. Die schweizerische Nationalbank (SNB) werde wohl bis zur zweiten Jahreshälfte 2019 abwarten, bevor sie ihre Leitzinsen anhebe.

Gegenüber dem Schweizer Franken werde der Euro dank der guten wirtschaftlichen Fundamentaldaten und des geringeren politischen Risikos im Euroraum erneut zulegen. Die Nachfrage nach dem Schweizer Franken als Krisenwährung dürfte zurückgehen.

Dr. Jan Amrit Poser, Chefstratege und Leiter Nachhaltigkeit der Bank J. Safra Sarasin, habe gemeint: "Zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise würden wir uns fragen, ob es nun wieder an der Zeit ist, über das laufende Jahr hinauszublicken und sich auf den nächsten Abwärtszyklus vorzubereiten. So bestehen einige geopolitische Risiken wie auch wirtschaftliche Hindernisse, beispielsweise der Ölpreis und eine Konjunkturabkühlung in China. Außerdem zeichnen sich in bestimmten Anlageklassen Investitionsblasen sowie ein deutlich höheres Verschuldungsniveau in den Schwellenländern ab. Allerdings schrillen gemäß unseren Indikatoren noch keine Alarmglocken. Wir gehen für 2018 von einem erfolgreichen Jahr für Kapitalanlagen und sehr wahrscheinlich von einem Jahr ohne Rezessionsängsten aus."

Dr. Poser habe auf die wichtigsten Anlageempfehlungen der Bank für das Jahr 2018 verwiesen:

- In Anbetracht des prognostizierten Gewinnwachstums seien die Aktienbewertungen weiterhin angemessen, insbesondere in Europa.

- Übergewichtung von Zyklikern wie Energie, Technologie und Banken.

- Anleihen der Schwellenländer würden, angetrieben von Fundamentaldaten und verbesserten länderspezifischen Leistungsbilanzen, nach wie vor attraktive Renditen bieten.

- Fokus auf Innovationstreiber für eine künftig nachhaltige Wirtschaft. Der Schwerpunkt liege auf Unternehmen mit nachhaltigen bahnbrechenden Technologien in Bereichen wie erneuerbare Energien, Regenwassernutzung, CO2-Recycling, urbane Landwirtschaft und 3D-Druck. Diese sollten von langfristigen Trends profitieren, welche unser zukünftiges wirtschaftliches Umfeld dominieren würden. (25.01.2018/alc/a/a)