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Lokalwährungsanleihen aus Emerging Markets bleiben attraktiv


22.11.23 10:51
Degroof Petercam

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Michael Vander Elst, Portfolio Manager von DPAM (Degroof Petercam Asset Management), nennt Gründe für Schwellenländeranleihen (EM-Anleihen) in Lokalwährung - und warum man diese aktiv managen sollte.

Für EM-Anleihen in Lokalwährung spreche der Carry, also der Nettoertrag, der sich beim Halten der Anleihen ergebe. Dieser liege bei 75 Basispunkten pro Monat. Selbst wenn die Zinsen binnen Jahresfrist noch einmal um 145 Basispunkte steigen würden, wären Anleger damit noch im Plus.

Die Zentralbanken der Schwellenländer würden vorsichtig zu Werke gehen. Sie hätten den Zinszyklus angeführt und würden jetzt dank attraktiver Realzinsen über geldpolitischen Spielraum verfügen. Sie würden auch den Senkungszyklus anführen, mit Ausnahme von Asien. Zukünftige Zinssenkungen seien am Markt bereits eingepreist.

Attraktiv seien die realen Renditen vor allem bei Lokalwährungsanleihen aus Südafrika und aus den beiden ökonomischen Schwergewichten Lateinamerikas - Brasilien und Mexiko - wo die Wirtschaft nach wie vor wachse.

Die Anleihenmärkte der Schwellenländer würden vom Rückgang der Inflation profitieren, auch wenn das letzte Stück in Richtungen Notenbankziele das zäheste werden dürfte.

Betrachte man die Indizes für EM-Anleihen, so lägen die Lokalwährungsrenditen im Vergleich zu den globalen Gesamtrenditen derzeit etwa auf dem Niveau von vor der Finanzkrise. Allerdings seien die Indizes zu eng gefasst und hätten eine deutliche Übergewichtung in Asien, wo die Renditen oftmals unter denen von US-Staatsanleihen lägen. Hier könnten Fondsmanager mit aktiven Gewichtungsentscheidungen gegensteuern.

Ein Blick in die Historie ermutige ebenfalls dazu, über EM-Anleihen nachzudenken: Im Jahr nach einem Höchststand bei den US-Zinsen hätten diese Anleihen stets zweistellige Renditen erzielt. Zudem würden positive Jahre in dieser Assetklasse häufig "sehr" positiv ausfallen; für negative Jahre gelte das nicht. Das Abwärtsrisiko sei daher begrenzt.

Ein politisches Risiko ergebe sich aus der Vielzahl an Wahlen, die in den Schwellenländern in der ersten Hälfte des kommenden Jahres anstünden, u.a. in Taiwan, Indonesien, Mexiko und Südafrika. (22.11.2023/alc/a/a)