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Lohn-Preis-Spirale: Lediglich Angstmacherei?
01.12.23 13:19
BNP Paribas
Paris (www.anleihencheck.de) - Wir fordern 10 Prozent mehr. Unsere Arbeit ist es wert! Diese und ähnliche Slogans können wir derzeit wohl überall sehen, so Olaf Hordenbach, Chefredakteur des Kundenmagazins "Märkte & Zertifikate weekly" von BNP Paribas, in einer aktuellen Ausgabe.
Quer durch alle Berufsgruppen seien die Forderungen nach satten Lohnsteigerungen zu hören. Gerechtfertigt? Nun, nachdem in den zurückliegenden Monaten so ziemlich alles teurer geworden sei, könne man durchaus Verständnis haben. Zumal einige Berufe, die für das soziale Leben in diesem Land unentbehrlich seien, ohnehin tendenziell schon in der Vergangenheit eher unterbezahlt gewesen seien.
Doch was sei mit den mahnenden Worten derjenigen, die vor einer Lohn-Preis-Spirale warnen würden? Je höher die Löhne steigen würden, würden sie sagen, desto schneller würden auch die Preise insgesamt steigen, da die Löhne von den Unternehmen ja auch irgendwie finanziert werden müssten. Würden die Preise steigen, werde die Inflation angeheizt, was wiederum zu neuen Lohnforderungen führe und so weiter und so fort. Am Ende, so einige Experten, droht gerade durch die hohen Lohnforderungen eine Instabilität unserer gesamten Wirtschaft und damit des sozialen Friedens, der ja eigentlich durch steigende Löhne bewahrt werden sollte, so die Analysten der BNP Paribas.
Allerdings sei das mit der Lohn-Preis-Spirale sehr umstritten. Es gebe auch Experten, die die Existenz der Spirale schlichtweg bestreiten und das Konstrukt lediglich als Angstmacherei bezeichnen würden. Insbesondere in der aktuellen Situation resultiere die Inflation ja nicht aus gestiegenen Löhnen, sondern aus den deutlich höheren Energiepreisen. Und die wiederum sind so stark gestiegen, weil wir es schlichtweg in der Vergangenheit unterlassen haben, auf günstige Energiequellen umzusatteln, die weder mit Folgekosten (Stichwort Atomenergie und Endlagerung) noch mit Abhängigkeiten von anderen Ländern (Russland und Saudi-Arabien etwa) verbunden sind, so die Analysten der BNP Paribas.
Die aktuelle Inflation sei ein gutes Stück weit hausgemacht, eine Folge der deutschen Politik, die seit mindestens 40 Jahren alles andere als innovativ und zukunftsorientiert sei. Beispiel gefällig? Statt in den 1980er Jahren ein bundesweites Glasfasernetz zu verlegen, habe die damalige CDU-Regierung unter Helmut Kohl auf das Kabelfernsehen gesetzt. Eine Fehlentscheidung, die noch heute tagtäglich Wachstum koste und die Inflation indirekt antreibe.
Also, die Lohn-Preis-Spirale möge ein Problem sein, aber im Vergleich zu politischen Fehlentscheidungen sei sie zu vernachlässigen. Vielleicht sei das auch ein Grund, warum die Lohn-Preis-Spirale an der Börse kaum ein Thema sei. Neue Zahlen zur Lohnentwicklung gebe es übrigens am kommenden Freitag in den USA. Dort sei der durchschnittliche Stundenlohn auf Jahresbasis im Oktober um 4,1 Prozent gestiegen. Nach einer richtigen Spirale sehe das nicht aus. (01.12.2023/alc/a/a)
Quer durch alle Berufsgruppen seien die Forderungen nach satten Lohnsteigerungen zu hören. Gerechtfertigt? Nun, nachdem in den zurückliegenden Monaten so ziemlich alles teurer geworden sei, könne man durchaus Verständnis haben. Zumal einige Berufe, die für das soziale Leben in diesem Land unentbehrlich seien, ohnehin tendenziell schon in der Vergangenheit eher unterbezahlt gewesen seien.
Allerdings sei das mit der Lohn-Preis-Spirale sehr umstritten. Es gebe auch Experten, die die Existenz der Spirale schlichtweg bestreiten und das Konstrukt lediglich als Angstmacherei bezeichnen würden. Insbesondere in der aktuellen Situation resultiere die Inflation ja nicht aus gestiegenen Löhnen, sondern aus den deutlich höheren Energiepreisen. Und die wiederum sind so stark gestiegen, weil wir es schlichtweg in der Vergangenheit unterlassen haben, auf günstige Energiequellen umzusatteln, die weder mit Folgekosten (Stichwort Atomenergie und Endlagerung) noch mit Abhängigkeiten von anderen Ländern (Russland und Saudi-Arabien etwa) verbunden sind, so die Analysten der BNP Paribas.
Die aktuelle Inflation sei ein gutes Stück weit hausgemacht, eine Folge der deutschen Politik, die seit mindestens 40 Jahren alles andere als innovativ und zukunftsorientiert sei. Beispiel gefällig? Statt in den 1980er Jahren ein bundesweites Glasfasernetz zu verlegen, habe die damalige CDU-Regierung unter Helmut Kohl auf das Kabelfernsehen gesetzt. Eine Fehlentscheidung, die noch heute tagtäglich Wachstum koste und die Inflation indirekt antreibe.
Also, die Lohn-Preis-Spirale möge ein Problem sein, aber im Vergleich zu politischen Fehlentscheidungen sei sie zu vernachlässigen. Vielleicht sei das auch ein Grund, warum die Lohn-Preis-Spirale an der Börse kaum ein Thema sei. Neue Zahlen zur Lohnentwicklung gebe es übrigens am kommenden Freitag in den USA. Dort sei der durchschnittliche Stundenlohn auf Jahresbasis im Oktober um 4,1 Prozent gestiegen. Nach einer richtigen Spirale sehe das nicht aus. (01.12.2023/alc/a/a)


