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Letzte EZB-Sitzung von Mario Draghi - "Viel erreicht, aber nicht alles gelungen"


24.10.19 16:30
Merck Finck Privatbankiers

München (www.anleihencheck.de) - Unter dem Strich hat Mario Draghi in schwierigen Zeiten einen guten Job in Sachen Stabilisierung der Eurozone gemacht, so Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers.

Seine größte Leistung habe er mit seiner "Whatever it takes"-Politik vollbracht, die ihn gewissermaßen zum "Retter des Euros" gemacht habe.

Letztendlich habe seine Politik aber auch zur "Abschaffung des Zinses" entscheidend beigetragen. Und das Hauptziel der EZB-Preisstabilitätspolitik, annähernd zwei Prozent Inflation in der Eurozone herbeizuführen, sei meist nicht erreicht worden. Die EZB-Inflationsprognosen für 2020/21 von 1,0% / 1,5% würden darauf hindeuten, dass dieses Ziel auch die nächsten beiden Jahre nicht annähernd erreicht werde.

Aber vielleicht wäre die Eurozone ohne Draghi längst in der Deflation und damit noch mehr in "japanischen" Schwierigkeiten, als sie es bereits sei.

Mit seiner entschlossenen QE-Politik, die er gegen manche Widerstände durchgesetzt habe, habe er hoch verschuldete Staaten wie nicht zuletzt sein eigenes Heimatland "gerettet".

Draghi habe heute nochmal die Gelegenheit genützt, eine Banken- und Kapitalmarktunion in der Eurozone sowie eine wachstumsfreundlichere Fiskalpolitik von Regierungen mit Spielraum zu fordern - Berlin werde Letzterem aus Sicht der Experten aber erst dann nachkommen, wenn sich der Konjunkturtrend noch deutlich mehr eintrübe - als Hauptrisiko habe Draghi eine weitere Abschwächung der Wirtschaft erwähnt. (24.10.2019/alc/a/a)