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Legg Mason Global Investment Survey: 86% der deutschen Anleger glauben nicht an Zinsanstieg in 2016


24.05.16 11:22
Legg Mason

Baltimore (www.anleihencheck.de) - Niedrige Zinsen trotz niedriger Inflation und weltweiter Konjunkturabschwächung - davon geht die Mehrheit deutscher Anleger in 2016 aus, so die Experten von Legg Mason.

Den Ergebnissen der Legg Mason Global Investment Survey 2016 zur Folge, würden 86% der deutschen Anleger zwischen 40 und 75 Jahren glauben, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen dieses Jahr bei null Prozent belassen werde.

Seit dem Höhepunkt der Finanzkrise, als die großen Notenbanken zu Notfallmaßnahmen gegriffen hätten, hätten die Leitzinsen für lange Zeit stagniert. Die amerikanische Notenbank habe Ende 2015 angefangen, die Zinsen erstmals wieder anzuheben, was für Spekulationen im Euroraum gesorgt habe, ob dort ebenfalls erste Zinsschritte anstehen könnten. Doch mit der gestiegenen Volatilität an den Märkten seit Anfang des Jahres, scheine dieses Risiko zumindest aus Anlegersicht gebannt. Die Mehrheit der deutschen Anleger (36%) rechne erst 2019 oder gar 2020 wieder mit einem Zinsanstieg. Rund jeder fünfte Anleger (22%) vermute eine Leitzinserhöhung in ein bis zwei Jahren.

Zinserwartungen seien in jüngster Zeit stark von der niedrigen Inflation beeinträchtigt worden. Der Verbraucherpreisindex sei in Deutschland um 0,1% im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die angestrebte Inflationsrate der EZB liege bei knapp zwei Prozent, weit entfernt von den momentanen 0,3 Prozent. Umfragen zur Folge, werde der Preisanstieg im Euroraum auch in 2020 nur bei 1,8 Prozent liegen.

Das Zinskonzept scheine bei den jüngeren Anlegern zwischen 18 und 39 Jahren, den so genannten Millennials nicht existent - zumindest würden lediglich 18% der in dieser Altersgruppe Befragten mit einem Zinsanstieg in diesem Jahr rechnen. Wer hohe Zinsen nicht kenne, könne sich diese auch kaum vorstellen. Da wundere es nicht, dass 7% der jüngeren Anleger sogar davon ausgehen würden, dass die Zinsen nie mehr steigen würden.

Die Ergebnisse der diesjährigen Legg Mason Global Investment Survey müssten immer auch vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklungen gesehen werden - und die würden aktuell von Angst an den Märkten, einem schwachen Ölpreis und einer ebenfalls schwächelnden US-Wirtschaft bestimmt. Daher sei es nicht erstaunlich, dass junge Anleger sich vor einer Zinsnormalisierung fürchten würden. Zwei Drittel (62%) hätten angegeben, dass sie Sorgen hätten, steigende Zinsen würden die deutsche Wirtschaft aus dem Gleichgewicht bringen. Im Vergleich dazu sei die ältere Generation (40 bis 75 Jahre) weniger besorgt - nur 34% würden diese Ängste teilen.

"Anleger schauen selbstverständlich darauf, wie sich die Zinsen entwickeln, da sie sich unmittelbar auf die zu erwartenden Renditen aus ihren Investments und Sparanlagen auswirken", kommentiere Klaus Dahmann, Niederlassungsleiter und Country Head für Deutschland und Österreich bei Legg Mason die Studienergebnisse. "Niedrige Zinsen gehören zur neuen Normalität. Daher wundert es kaum, dass Anleger frühestens in ein oder zwei Jahren mit Zinsschritten rechnen. In solchen Zeiten ist es umso wichtiger für Investoren, Income-Assets in ihren Portfolios zu haben, und wir sehen nichts am Horizont, was die ausgeprägte Nachfrage nach regelmäßigen Erträgen schmälern dürfte." (24.05.2016/alc/a/a)