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Lage der Weltwirtschaft bessert sich, Normalisierung am Rentenmarkt macht Pause
21.03.13 14:37
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Die Lage der Weltwirtschaft bessert sich - von Japan und den übrigen asiatischen Ländern bis hin zu den USA. In Europa schwächelt die Konjunktur zwar erwartungsgemäß weiterhin, die Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte werden sich jedoch in Grenzen halten. 2013 wird deshalb weitgehend das "Jahr der Genesung" werden. Diese Auffassung vertritt Franz Wenzel, Investmentstratege bei AXA Investment Managers, in seinem jüngsten Marktausblick.
"Die Wahlen in Italien haben gezeigt, dass die Probleme im Euroraum nicht verschwunden sind. Auch in Spanien bewegt sich die Regierung auf sehr dünnem Eis", so Wenzel. Das Risiko einer Rückkehr der politischen Unsicherheit sei eine unangenehme Tatsache geworden. Wenzel gehe jedoch davon aus, dass der institutionelle Rahmen und die Politik des Euroraums letztlich dem neuen politischen Umfeld angepasst würden. Wachstumsfördernde Strukturreformen würden ein höheres Gewicht erhalten; Haushaltskonsolidierung und Schuldenabbau werde man pragmatischer handhaben.
Allerdings werde sich die Politik weder reibungslos noch rasch ändern. Vor den Wahlen in Deutschland werde sich nicht viel bewegen. Dazu Wenzel: "Der Grund ist einfach: Ein Kandidat mit einem Programm, das die Wähler als weiteres Geschenk für ihre süd- und westeuropäischen Nachbarn wahrnehmen, würde nicht gewählt werden." Ob die Europäische Zentralbank (EZB) die Märkte wie im Juli 2012 überzeugen könne, bleibe fraglich. "Anders als damals geht es heute auch um politische Probleme. Hier stößt die EZB an ihre Grenzen."
Ungeachtet der wenig erfreulichen Lage in den europäischen Peripherieländern gebe es einige Lichtblicke, vor allem in Deutschland: Nachdem deutsche Aktien bereits 2012 doppelt so stark gestiegen seien wie internationale Werte, glänze der DAX mit rund 8.000 Punkten auf einem 5-Jahreshoch. Der deutsche ifo-Index sei im Februar auf 107,4 Punkte gestiegen und Experten würden erwarten, dass er auch im März erneut zulege. Auch der ZEW-Index sei jüngst zum wiederholten Mal seit Dezember 2012 gestiegen. Beide Indices würden als Frühindikatoren für die konjunkturelle Entwicklung gelten. Unternehmensgewinne und deutsche Exporte würden sich ebenfalls stabil entwickeln. "Ich gehe davon aus, dass sich die Konjunktur in Deutschland noch weiter verbessern wird", sage Wenzel.
In den USA würden allmählich die Sparmaßnahmen greifen. Trotz der Steuererhöhungen hätten die privaten Haushalte im Januar ihre Konsumausgaben zulasten ihrer Ersparnisse gesteigert. In den nächsten Monaten dürfte sich dieser Trend allerdings umkehren. Die US-Notenbank werde ihre Anleihekäufe vermutlich das ganze Jahr hindurch fortsetzen. Höhere Beschäftigung, eine Stütze für den Konsum, sei zum zentralen Thema geworden.
In Asien würden sich die Blicke weiter auf Japan, den Yen und die Deflationsbekämpfung des neuen Notenbankgouverneurs Kuroda richten. Zwar erscheine es merkwürdig, wenn Währungshüter versuchen würden, eine Lohn-Preis-Spirale in Gang zu setzen. "Genau das müssen sie aber tun, wenn sie die Deflation überwinden wollen", meine Wenzel.
Wenzel erwarte nicht, dass die Überschussliquidität das Haupttriebwerk für die Aktienmärkte werde: "Wir glauben, dass wir demnächst einen Übergang von liquiditäts- zu wachstumsgetriebenen Märkten erleben werden. Das geht normalerweise mit erhöhten Risiken einher." Die erneute politische Unsicherheit im Euroraum und die noch immer - wenn auch weniger stark - erhöhten taktischen Indikatoren würden in den kommenden Monaten eine Konsolidierung der Aktienmärkte möglich erscheinen lassen. "Wir wären nicht überrascht, wenn die Mittelzuflüsse in Aktienfonds nachließen, insbesondere in europäische." Der deutsche Aktienmarkt könne sich laut Wenzel besser entwickeln als der europäische Gesamtmarkt.
Auf der Rentenseite hätten Staatsanleiherenditen in den vergangenen sechs Monaten deutlich angezogen. "Trotzdem erscheinen sie noch immer zu niedrig, geht man von einer allmählichen Verringerung der geldpolitischen Impulse in den USA aus", sage Wenzel. "Nach dem jüngsten Renditeanstieg halten wir US-Staatsanleihen wieder für fair bewertet." Wenzel sei nach wie vor davon überzeugt, dass die Anleiherenditen insgesamt und längerfristig eher steigen als fallen würden. Bei Unternehmensanleihen gehe er davon aus, dass sich die Spreads wegen der Spannungen in Italien und anderen Peripherieländern in den nächsten Wochen ausweiten könnten. (21.03.2013/alc/a/a)
"Die Wahlen in Italien haben gezeigt, dass die Probleme im Euroraum nicht verschwunden sind. Auch in Spanien bewegt sich die Regierung auf sehr dünnem Eis", so Wenzel. Das Risiko einer Rückkehr der politischen Unsicherheit sei eine unangenehme Tatsache geworden. Wenzel gehe jedoch davon aus, dass der institutionelle Rahmen und die Politik des Euroraums letztlich dem neuen politischen Umfeld angepasst würden. Wachstumsfördernde Strukturreformen würden ein höheres Gewicht erhalten; Haushaltskonsolidierung und Schuldenabbau werde man pragmatischer handhaben.
Allerdings werde sich die Politik weder reibungslos noch rasch ändern. Vor den Wahlen in Deutschland werde sich nicht viel bewegen. Dazu Wenzel: "Der Grund ist einfach: Ein Kandidat mit einem Programm, das die Wähler als weiteres Geschenk für ihre süd- und westeuropäischen Nachbarn wahrnehmen, würde nicht gewählt werden." Ob die Europäische Zentralbank (EZB) die Märkte wie im Juli 2012 überzeugen könne, bleibe fraglich. "Anders als damals geht es heute auch um politische Probleme. Hier stößt die EZB an ihre Grenzen."
In den USA würden allmählich die Sparmaßnahmen greifen. Trotz der Steuererhöhungen hätten die privaten Haushalte im Januar ihre Konsumausgaben zulasten ihrer Ersparnisse gesteigert. In den nächsten Monaten dürfte sich dieser Trend allerdings umkehren. Die US-Notenbank werde ihre Anleihekäufe vermutlich das ganze Jahr hindurch fortsetzen. Höhere Beschäftigung, eine Stütze für den Konsum, sei zum zentralen Thema geworden.
In Asien würden sich die Blicke weiter auf Japan, den Yen und die Deflationsbekämpfung des neuen Notenbankgouverneurs Kuroda richten. Zwar erscheine es merkwürdig, wenn Währungshüter versuchen würden, eine Lohn-Preis-Spirale in Gang zu setzen. "Genau das müssen sie aber tun, wenn sie die Deflation überwinden wollen", meine Wenzel.
Wenzel erwarte nicht, dass die Überschussliquidität das Haupttriebwerk für die Aktienmärkte werde: "Wir glauben, dass wir demnächst einen Übergang von liquiditäts- zu wachstumsgetriebenen Märkten erleben werden. Das geht normalerweise mit erhöhten Risiken einher." Die erneute politische Unsicherheit im Euroraum und die noch immer - wenn auch weniger stark - erhöhten taktischen Indikatoren würden in den kommenden Monaten eine Konsolidierung der Aktienmärkte möglich erscheinen lassen. "Wir wären nicht überrascht, wenn die Mittelzuflüsse in Aktienfonds nachließen, insbesondere in europäische." Der deutsche Aktienmarkt könne sich laut Wenzel besser entwickeln als der europäische Gesamtmarkt.
Auf der Rentenseite hätten Staatsanleiherenditen in den vergangenen sechs Monaten deutlich angezogen. "Trotzdem erscheinen sie noch immer zu niedrig, geht man von einer allmählichen Verringerung der geldpolitischen Impulse in den USA aus", sage Wenzel. "Nach dem jüngsten Renditeanstieg halten wir US-Staatsanleihen wieder für fair bewertet." Wenzel sei nach wie vor davon überzeugt, dass die Anleiherenditen insgesamt und längerfristig eher steigen als fallen würden. Bei Unternehmensanleihen gehe er davon aus, dass sich die Spreads wegen der Spannungen in Italien und anderen Peripherieländern in den nächsten Wochen ausweiten könnten. (21.03.2013/alc/a/a)


